Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1867. (58)

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als  feststehend  angenommene  Sachrethältuiß  lediglich  zum  Grunde,  insofern  letzteres
  nicht  den  Gegenstand  der  Nichtigkeitsbeschwerde  selbst  ausmacht.

Wird  die  Beschwerde  gegründet  gefunden,  so  vernichtet  das  Gericht  das
angefochtene  Erkenntniß,  schlägt  die  Kosten  desselben  nieder,  bestimmt,  daß  die
Kosten  des  Nichtigkeitsverfahrens  zu  kompensiren  besiehungsweie  von  jedem  Theile
zur  Hälfte  zu  tragen  seien,  verordnet  zugleich  die  Erstattung  des  Geleisteten  und
erkennt  in  der  Sache  selbst,  sowie  über  die  Kosten  des  früheren  Verfahrens
anderweitig  definitiv,  oder  verweist,  wenn  in  Folge  der  ausgesprochenen  Vernichtung
  eine  neue  Ermittelung  nothwendig  wird)  die  Sache  zu  dieser  Ermittelun
und  zur  nochmaligen  Entscheidung  in  die  betreffende  Instanz  zurück.  Hinsichtlich
der  Verpflichtung  der  Vorrichter,  sich  nach  den  durch  das  Erkenntniß  festgegelen
  Rechtsgrundsätzen  zu  richten,  gilt  die  Bestimmung  im  letzten  Absatz  des

VI.  Bestimmungen  über  den  Rekurs.
S.  67.

Der  Rekurs  findet  statt  gegen  diejenigen  in  erster  Instanz  erlassenen  Erkenntnisse,
  welche  nach  den  Bestanlmungtn  des  §F.  40.  der  Appellation  deshalb
nicht  unterliegen,  weil  der  Gegenstand  der  Beschwerde  den  Betrag  von  funßzig
Thalern  nicht  übersteigt  oder  weil  die  Beschwerde  nur  die  Entscheidung  über  den
Kostenpunkt  betrifft.

Die  Anrfechtung  des  Erkenntnisses  mittelst  des  Rekurses  kann  nur  darauf
gegründet  werden:  "

1)  daß  gegen  die  klare  Lage  der  Sache  gesprochen  ist,  oder  erhebliche
Thatsachen  unbeachtet  gelassen,  oder  wesentliche  Prozeßvorschriften  verletzt
  sind;

2)  daß  die  Entscheidung  einen  Rechtsgrundsatz  verletzt,  er  möge  aus  einer
ausdrücklichen  Vorschrift  des  Gesetzes  oder  aus  dem  Sinne  und  Zusammenhange
  der  Gesetze  hervorgehen,  oder  wenn  dieselbe  einen  solchen
Grundsatz  in  Fällen,  wofür  er  nicht  bestimmt  ist,  in  Anwendung  bringt.

Der  Rekurs  ist  ausgeschlossen  in  allen  durch  Mandat  ohne  kontradiktorisches
  Verfahren  beendigten  Sachen.  Gegen  Kontumazial-Erkenntnisse  findet  er
von  Seiten  des  Verklagten  nur  insoweit  statt,  als  die  Beschwerde  darin  sich
gründet,  daß  der  Richter  aus  den  für  zugestanden  ecrachteten  Thatsachen  unrichtige
Folgen  hergeleitet  habe.

F.  68.

Der  Rekurs  muß  bei  Verlust  des  Rechtsmittels  binnen  der  im  F.  45.
bestimmten  Frist  bei  dem  Gerichte  erster  Instanz  entweder  mündlich  zu  Protokoll
oder  schriftlich,  ohne  daß  es  der  Zuziehung  eines  Rechtsamwalts  bedarf,  angebracht
  werden  und  die  Angabe  der  Beschwerdepunkte  enthalten.  Es  bleibt  der
Partei  überlassen,  cine  nähere  Ausführung  der  Beschwerden  damit  zu  verbinden.
Auf  den  Namen,  womit  das  Rechtsmittel  bezeichnet  wird,  kommt  es  nicht  an.

(Nr.  6699.)  119°  S.  69.