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Im Falle der Großjährigkeit sind sie befugt und verpflichtet, ihre Gerechtsame
selbst wahrzunehmen, ohne daß es der Ayzichung oder Benachrichtigung
ihrer Väter bedarf.
Den Minderjährigen ist, wenn die Väter oder Vormünder nicht an demselben
Orte wohnen, von dem Prozeßgerichte ein Rechtsbeistand als Litiskurator
uzuordnen, dessen Pflicht es ist, den Vater oder Vormund von dem Gegenstände
des Rechtsstreits in Kenntniß zu setzen.
Die Bestimmungen des 2. und 3. Absatzes kommen auch dann zur
Anwendung, wenn die gedachten Personen in solchen Prozessen als Kläger
auftreten.
S. 96.
Ein Kläger, welcher zu den Inländern gehört, ist nicht verpflichtet, dem
Verklagten wegen der Prozeßkosten Sicherheit zu leisten.
S. 97.
Wenn auf einen Eid erkannt ist, so hat, sobald das Erkenntniß die Rechtskraft
erlangt hat, das Gericht erster Instanz einen Termin zur Ausschwörung
des Eides anzuberaumen und das Purifikations-Erkenntniß zu erlassen.
g. 98.
Zu Prozeßbevollmächtigten können außer den bei dem Gerichte zur Prozeßpraxis
befugten Rechtsanwalten nur Personen bestellt werden, welche die Vermuthung
einer Vollmacht für sich haben; nur in Ermangelung von Rechtsanwalten
ist die Bestellung einer anderen geschäftsfähigen Person zum Prozeßbevollmächtigten
zulässig.
Jeder Richter hat bei den vor ihm stattfindenden Verhandlungen für die
Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung zu sorgen. Sollten sich Parteien, deren
Stellvertreter oder Beistände, Zeugen, Sachverständige, oder andere anwesende
Personen eine Störung za Schulden kommen lassen, so hat der Richter das
Recht und die Pflicht, den Ruhestörer zur Ordnung zu verweisen, wenn die
Ermahnung fruchtlos bleibt, ihm die Entfernung aus dem Gerichtszimmer anudrohen
und diese Drohung nöthigenfalls zur Waefübrng zu bringen. Wenn
ich auch diese Maaßregel als unzureichend ergiebt, so ist der Richter befugt, den
Ruhestörer für die Dauer der Verhandlung, jedoch nicht über 6 Stunden lang,
vorbehaltlich der sonst noch verwirkten härteren Strafe, zur gefänglichen Haft
bringen zu lassen.
Der Richter hat über einen solchen Vorfall eine vollständige Registratur
zu den Akten zu bringen.
Macht sich Jemand bei der mündlichen Verhandlung vor einem fkollegialichen
Gericht der Beleidigung des Gegners oder des Gerichts schulbfg, so ist der
orsitzende befügt, nach vorgängiger Berathung mit den übrigen Richtern und
nach dem Beschluß der Mehrbenn eine Orde#ungestuufe von 1 bis 5 Thalern oder
von 6 bis 24 stündigem Gefängniß gegen denselben festzusetzen und sofon —
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