Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1874. (65)

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Sie  führt  die  Mitaufsicht  über  die  Kreis-Synodalkassen  und  ordnet
durch  ihre  Beschlüsse  die  Verwaltung  der  Provinzial-Synodalkasse.

7)  Neue  kirchliche  Ausgaben  zu  provinziellen  Lwecken,  soweit  sie  durch
Leistungen  der  Kirchenkassen  oder  Kirchengemeinden  gedeckt  werden  sollen,
bedürfen  der  Bewilligung  der  Provinzialsynode  und  der  Zustimmung  des
Konsistoriums.

8)  Die  Provinzialsynode  beschließt  über  die  Verwendung  des  Ertrages  einer
vor  ihrem  jedesmaligen  regelmäßigen  Zusammentritt  in  der  Provinz  einzusammelnden
  Kirchen--  und  Hauskollekte  zum  Besten  der  dürftigen  Gemeinden
  ihres  Bezirks.  Sie  ist  befugt,  eine  jährliche  Einsammlung
dieser  Kirchen-  und  Hauskollekte  anzuordnen.

Ueber  die  Verwendung  der  Kollekte  kann  das  Konsistorium  Vorschläge
  an  die  Synode  richten.

9)  Sie  ist  berechtigt,  zu  den  durch  das  Konsistorium  veranstalteten  Prüfungen
der  theologischen  Kandidaten  zwe  bis  drei  Abgeordnete  aus  ihrer  Mitte
t  der  Prüfungskommission  mit  vollem  Stimmrecht  zu  entenden.


10)  Sie  wählt  ihren  Vorstand  nach  Maßgabe  des  F.  66.

11)  Sie  wählt  Abgeordnete  zur  Generalsynode  nach  Maßgabe  der  demnächst
zu  erlassenden  General-  Synodalordnung.

"  66.

Der  Vorstand  der  Provinzialsynode  wird  für  eine  laufende  Synodalperiode
  gewählt,  bleibt  aber  bis  zur  Bildung  des  neuen  Vorstandes  in  Thätigkeit.

Er  besteht

1)  aus  einem  Vorsitzenden  (Präses),
2)  aus  mehreren  (nicht  über  sechs)  Beisitzern,  geistlichen  und  weltlichen  in
gleicher  Zahl  (Assessoren).

Die  Feststellung  der  Zahl  für  jede  einzelne  Provinz  erfolgt  durch  einen
Beschluß  der  Provinzialsynode,  welcher  der  Bestätigung  durch  den  Evangelischen
Ober-Kirchenrath  bedarf.

Für  sämmtliche  Beisitzer  werden  Stellvertreter  gewählt,  welche  in  Verhinderungsfällen
  für  jene  in  den  Vorstand  eintreten.

Die  Wahl  des  Präses  unterliegt  der  Bestätigung  des  Evangelischen  Ober-Kirchenraths.
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Der  Präses  eröffnet  die  Synode,  leitet  ihre  Verhandlungen  und  handhabt
die  äußere  Ordnung.  Seine  Stimme  entscheidet  bei  Stimmengleichheit.  Er
repräsentirt  die  Synode  nach  Außen,  insbesondere  bei  kirchlichen  Feierlichkeiten
von  provinzieller  Bedeutung.  Er  ist  befugt,  den  Kreissynoden  der  Provinz  mit
beruthender  Stimme  beizuwohnen.  Bei  vorübergehender  Behinderung  kann  er
sich  durch  einen  Beisitzer  vertreten  lassen.  Er  ist  der  Vorsitzende  des  Synodalvorstandes
  als  eigenen  Kollegiums.

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