Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1879. (70)

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g.  6.

Für  zweirädrige  Fuhrwerke  ist  bei  den  in  den  §#F.  3  und  4  bezeichneten
Breiten  der  Radfelgenbeschläge  als  höchstes  Ladungsgewicht  nur  die  Hälfte  der
angegebenen  Gewichtssätze  gestattet.

S.  7.

Durch  Beschluß  des  provinzialständischen  Verwaltungsausschusses  können
die  Bestimmungen  der  §#.  2  bis  einschließlich  6  für  einzelne  Chausseen  oder
Landstraßen  oder  Strecken  von  solchen,  sei  es  allgemein,  sei  es  für  bestimmte
Arten  von  Fuhrwerken,  zeitweise  oder  dauernd  außer  Anwendung  gesetzt  werden.

Zu  einer  gleichen  Maßregel  sind  die  Kommunal-Aufsichtsbehörden  bezüglich
der  Gemeindewege,  mit  Zustimmung  der  zur  Unterhaltung  verpflichteten  Gemeinden,
  befugt.

Auch  können  Ausnahmen  von  den  Vorschriften  des  §.  3  von  den  ständischen
  Wegebau-Inspektionen  beziehungsweise  den  Gemeindevorständen  in  einzelnen
Fällen  auf  den  vor  dem  Beginn  des  Transportes  gestellten  Antrag  gestattet  werden,
wenn  es  sich  um  die  Fortschaffung  solcher  Lasten  handelt,  welche,  wie  Maschinen,
Steinblöcke,  Baumstämme  2c.)  wegen  ihrer  Beschaffenheit  oder  wegen  des  Iweckes,
zu  dem  sie  bestimmt  sind,  ungetheilt  fortgeschafft  werden  müssen.

Gegen  die  Anordnungen  der  ständischen  Wegebau-Inspektionen  beziehungsweise
  der  Gemeindevorstände  ist  die  Beschwerde  an  die  vorgesetzte  Behörde  zulässig.
d.  8.

Die  Führer  der  in  den  §#.  2  bis  einschließlich  6  bezeichneten  Fuhrwerke

und  Maschinen  sind  verpflichtet,  den  mit  der  Beaufsichtigung  der  Chausseen,
Landstraßen  oder  Gemeindewege  betrauten  provinzialständischen  Wegeverbandsund
  Gemeindebeamten,  sowie  den  Polizeibeamten  und  Gendarmen  auf  Erfordern
das  Gewicht  der  Ladung,  beziehungsweise  der  Maschinen  anzugeben  und  glaubhaft
  nachzuweisen.  Können  oder  wollen  sie  diesen  Nachweis  nicht  führen,  so  sind
sie  verpflichtet,  in  Begleitung  des  Beamten  ihr  Fuhrwerk  2c.  bis  zu  dem  nächsten
in  der  Richtung  ihrer  Reise  liegenden  Ort  zu  fahren,  an  welchem  die  Ermittelung
des  Gewichts  erfolgen  kann,  und  dort  die  Ermittelung  vornehmen  zu  lassen.
-  Wird  eine  Ueberschreitung  des  zulässigen  Gewichts  festgestellt,  so  fallen  die
Kosten  der  Ermittelung  dem  Führer  zur  Last.  Die  durch  die  Ausmittelung  des
Gewichts  entstehenden  Kosten  sind  vorläufig  von  derjenigen  Verwaltung  (Provinzialverband,
  Wegeverband,  Gemeinde)  zu  tragen,  auf  deren  Straße  das  Fuhrwerk
  angehalten  ist.

Gegen  die  Verwaltung  steht  dem  Führer  wegen  des  durch  die  Ermittelung
verursachten  Aufenthalts  ein  Entschädigungsanspruch  in  keinem  Falle  zu.

S.  9.
Zuwiderhandlungen  gegen  die  Bestimmungen  der  9#.  1  bis  einschließlich  8
werden  mit  einer  Gelhrrans  bis  zu  100  Mark  beraf  ·  schließlich
Für  die  Geldstrafe  und  die  Kosten,  zu  denen  der  Führer  eines  Fuhrwerks  ꝛc.
verurtheilt  wird,  sind  im  Falle  des  Unvermögens  des  Verurtheilten  die  Eigenthümer
des  Fuhrwerks  ꝛc.  und  der  Bespannung  als  solidarisch  haftbar  zu  erklären.