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gerieth er in einige Gefahr, doch verstand er seine Selbstständigkeit zu schuͤtzen.
Auch gegen die benachbarten Reichsstädte wußte er seine Rechte mit den Waffen
in der Hand zu behaupten. Bald rief ihn das Geschick wieder in einen ausgedehntern
Wirkungskreis. Da nämlich König Siegmund fortwährend in bedrängter
Lage blieb, so forderte er seinen treuen Freund und Waffengenossen
Friedrich auf, ihm von Neuem durch seinen Rath in der Regierung des Königreiches
beizustehen. Friedrich trat wirklich in die Dienste des Königs unter
Zusicherung eines Jahrgehaltes von 4000 ungarischen Gulden.
Es muß allerdings auffallend erscheinen, daß der Burggraf seine Stammländer,
um deren Mehrung und Pflege er und seine Vorfahren sich so eifrig
bemüht hatten, verließ, um scheinbar als Abenteurer an einem außerdeutschen
Hofe sein Glück zu suchen. Einer seiner Feinde, der Herzog Ludwig von
Baiern-Ingolstadt, versuchte es deshalb, ihn wegen dieses Umstandes herabzusetzen,
und ihn zu beschuldigen, daß er um seiner mißlichen Finanzlage
fremde Dienste suchen müsse. Ganz ohne Grund war diese Beschuldigung
allerdings nicht, obschon Friedrich selbst sie entschieden zurückwies, denn sein
Vater hatte ihm und dem Markgrafen Johann, seinem Bruder, die fränkischen
Länder mit bedeutender Schuldenlast beladen hinterlassen, und Letzterer vermochte
bis zu seinem Tode mehrere der dringendsten Verpflichtungen nicht zu erfüllen;
auch sehen wir Friedrich selbst fortwährend, wenn nicht in bedrängten, doch
wenigstens in vielfach verwickelten Finanzverhältnissen.
Dennoch war wohl der Geldpunkt nicht der Hauptgrund bei diesem Schritte,
sondern der enge Anschluß an Siegmund nur eine kühne Speculation, um durch
diesen Fürsten, der aller Wahrscheinlichkeit dereinst das Haupt der luxemburgischen
Familie werden mußte, seine eigene Stellung in dem Reiche glänzend zu
erheben. Wenigstens erwies die Art und Weise, wie der Burggraf unverzüglich
für seinen hohen Schutzherrn zu wirken begann, auf das Allerdeutlichste ein
solches Bestreben. Kaum nämlich war König Ruprecht gestorben (1410), so
zeigte Siegmund den lebhaftesten Wunsch, den Glanz der ungarischen Krone
durch die römische Kaiserwürde zu verherrlichen. Zwar sah sich Siegmunds
Bruder, Wenzel von Böhmen, noch immer als rechtmäßiger König an (denn
worauf ruhte der Rechtsgrund seiner Absetzung?); auch waren der Kurfürst
von Sachsen, und Jobst von Mähren, dem als Pfandinhaber die Kurstimme
der Mark Brandenburg gehörte, der Wahl Ruprechts entgegen gewesen; dennoch
aber erschien eine Anerkennung des in jeder Beziehung unfähigen Wenzel für
die Angelegenheiten des Reiches so ganz unstatthaft, daß Siegmunds Hoffnungen
von Tag zu Tage wuchsen. Freilich waltete die Schwierigkeit ob, daß von
den übrigen vier Kurfürsten zwei, der Primas und der Erzbischof von Cöln,
sich keinespeges dem luxemburgischen Hause, welches bei der letzten Wahl
ausdrücklich von der Concurrenz ausgeschlossen war, geneigt erschienen; nur
der Kurfürst von Trier nebst dem von der Pfalz boten für die Wünsche des
Königs einen günstigen Anhaltungspunkt.