Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1886. (77)

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und  zweier  Kirchenältesten,  sowie  der  Beidrückung  des  Kirchensiegels.  Hierdurch
wird  Dritten  gegenüber  die  ordnungsmäßige  Fassung  des  Presbyterialbeschlusses
festgestellt,  so  daß  es  eines  Nachweises  der  einzelnen  Erfordernisse  desselben,
insbesondere  auch  der  erfolgten  Zustimmung  der  Gemeindeverordneten,  wo  eine
solche  nothwendig  ist,  nicht  bedarf.

C.  16.

Für  die  Verwaltung  des  Kirchenvermögens  hat  das  Presbyterium  thunlichst
einen  Kirchenältesten  oder  einen  Gemeindeverordneten  zum  Kastenmeister  zu  ernennen.
Demselben  kann  eine  dem  Umfange  der  Geschäfte  entsprechende  Vergütung,
insbesondere  für  sächliche  Ausgaben,  bewilligt  werden.
er  Betrag  wird  vom  großen  Presbyterium  unter  Zustimmung  des
Diözesansynodalvorstandes  festgesetzt.

Auslagen  sind  dem  Kastenmeister  zu  ersetzen.

Wenn  eine  unentgeltliche  Verwaltung  durch  einen  Kirchenältesten  oder
Gemeindeverordneten  nicht  zu  erreichen  ist,  so  kann  das  Presbyterium  mit  Genehmigung
  des  Dibzesansynodalvorstandes  einen  besoldeten  Kirchenrechnungsführer
anstellen.

S.  17.

Der  Kastenmeister  beziehungsweise  Kirchenrechnungsführer  hat  folgende
Obliegenheiten:

a)  er  erhebt  die  Einnahmen  der  Kirchenkasse  und  leistet  die  Ausgaben  aus
derselben  auf  Grund  des  Etats  oder  besonderer  schriftlicher  Anweisung
des  Vorsitzenden  des  Presbvteriums;

b)  er  legt  dem  Presbyterium  jährlich  Rechnung  und  hat  sich  den  von
diesem  angeordneten  Kassenrevisionen  zu  unterwerfen;

IP)  er  führt  die  nächste  Aufsicht  über  die  kirchlichen  Gebäude,  Grundstücke,
Geräthe  und  sonstigen  Inventarstücke.  Wegen  der  zur  Instandhaltung
oder  Erneuerung  derselben  erforderlichen  Lohnarbeiten,  Anschaffungen
oder  Bauunternehmungen  hat  er  bei  dem  Presbyterium  rechtzeitig
Anträge  zu  stellen.

Im  Uebrigen  sind  für  die  Obliegenheiten  und  die  Geschäftsführung  des
Rechnungsführers  bis  auf  Weiteres  die  in  den  einzelnen  Gemeinden  geltenden
und  im  Anschluß  daran  von  den  Presbyterien  zu  treffenden  Bestimmungen  maßgebend.


.  18.

An  den  gesetzlichen  Verwaltungsnormen,  sowie  an  den  den  vorgesetzten

Kirchenbehörden,  den  Patronen  oder  den  Staatsbehörden  zustehenden  Rechten  der

Aufsicht  und  Einwilligung  zu  bestimmten  Handlungen  der  Verwaltung  wird  durch
den  Uebergang  der  letzteren  auf  das  Presbyterium  nichts  geändert.