Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1888. (22)




Abfahrt;  Verhalten
während
der  Fahrt  und  Halte.

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5.  Auf  den  Maschinen,  den  Tendern,  den  Schaffnersitzen,  den  offenen
Wagenvorplätzen,  den  Wagentritten  und  Wagendecken,  sowie  in  den  Diensträumen
des  Zugpersonals  dürfen  weder  Mannschaften  noch  Offiziere  Patz  nehmen.

6.  Nähere  Vorschriften  über  das  Einladen  sind  in  der  Anlage  VII  enthalten.

§.  29.

1.  Der  Stationsvorsteher  ist  verantwortlich  für  die  rechtzeitige  Abfahrt
und  giebt  das  Zeichen  dazu.  Der  Bahnhofs-Kommandant,  falls  ein  solcher
vorhanden,  sowie  der  Transportführer  haben  ihre  Anordnungen  so  zu  treffen,
daß  militärischerseits  keine  Verzögerung  der  Abfahrt  veranlaßt  wird;  in  keinem
Falle  sind  sie  ermächtigt,  eine  Verschiebung  der  Abfahrt  zu  fordern.

2.  Für  die  Innehaltung  der  Fahrzeiten  und  die  Sicherheit  des  Zuges
sind  der  Zugführer  und  das  ihm  unterstellte  Eisenbahnpersonal  ihrer  Behörde
verantwortlich.

3.  Wenn  in  Folge  eines  betriebsstörenden  Ereignisses  ein  Militärzug  auf
freier  Strecke  halten  muß,  so  sind  von  dem  ZLugführer  die  zur  Sicherung  des
Zuges  vorgeschriebenen  Maßnahmen  zu  treffen  und  dem  Transportführer  Anlaß
und  wahrscheinliche  Dauer  des  Halts  mitzutheilen.

4.  Zum  Aussteigen  an  Anhaltepunkten  dient  im  Allgemeinen  die  für  den
öffentlichen  Verkehr  bestimmte  Stelle.  Eine  andere  Aussteigestelle  ist,  wenn  es
die  Lage  der  Verpflegungs-  und  Tränkanstalten  oder  sonstige  besondere  Verhältnisse
  erfordern,  an  den  für  Militärzüge  benutzbaren  Geleisen  zu  besiimmen.  Ist
hierbei  das  Ueberschreiten  von  anderweit  während  des  Halts  befahrenen
Geleisen  nicht  zu  umgehen,  so  sind  geeignete  Vorsichtsmaßregeln  zu  treffen.

Die  Bestimmung  der  Aussteigestelle  liegt  dem  Stationsvorsteher  ob.

5.  Der  Aussteigeplatz  ist  von  der  Eisenbahnverwaltung  soweit  möglich  abzugrenzen,
  auch  bei  Dunkelheit  zu  erleuchten.

6.  Bei  Ankunft  des  Zuges  auf  einer  Station  wird  der  Name  derselben,
die  Dauer  des  Aufenthalts  und  der  etwa  stattfindende  Wagenwechsel  in  der  durch
das  Betriebs-Reglement  §.  17  vorgeschriebenen  Weise  ausgerufen.  Auf  solchen
Stationen,  auf  welchen  ein  Aussteigen  geschlossener  Militärtransporte  in  Aussicht
genommen  ist,  hat  der  Schaffner  dem  Transportführer  den  Namen  der  Station
und  die  Dauer  des  Aufenthalts  persönlich  zu  melden.  Bei  Militärzügen  macht
diese  Mittheilung  der  Stationsvorsteher.

7.  Offiziere  und  Mannschaften  dürfen  nach  einer  anderen  als  der  von  den
Eisenbahnbeamten  bezeichneten  Seite  nicht  aussteigen,  auch  die  nach  der  anderen
Seite  aufschlagenden  Thüren  nicht  öffnen.  Sie  dürfen  nicht  in  den  Wagenthüren,
auf  den  Tritten  oder  zwischen  den  Geleisen  stehen  bleiben  und  haben  sich  auch
genügend  weit  von  denselben  entfernt  zu  halten.