Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1901. (92)

Länge  der  ganzen  Bahnen  sich  ergebende  Theil  des  Anlagekapitals  oder  des
jährlichen  Reinertrags  angenommen.  Die  Steuererhebung  geschieht  alljährlich
postnumerando  und  zwar  zum  ersten  Male  für  das  auf  die  Betriebseröffnung
folgende,  mit  dem  1.  April  beginnende  Rechnungsjahr.

Die  Herzoglich  Braunschweigische  Regierung  wird  der  Königlich  Preußischen
Regierung  die  Berechnung  des  Reinertrags  der  Bahnen  alljährlich  und  zwar
spätestens  sechs  Monate  nach  Ablauf  des  betreffenden  Jahres  mittheilen.

Artikel  10.

Die  Bahnpolizei  wird  unter  Aufsicht  der  dazu  in  jedem  Staatsgebiete
zuständigen  Behörden  nach  Maßgabe  der  im  Artikel  2  bezeichneten  Bahnordnung
gehandhabt.  Die  in  den  verschiedenen  Staatsgebieten  stationirten  Bahnpolizeibeamten
  sind  auf  Vorschlag  der  Bahnverwaltung  bei  den  zuständigen  Behörden
des  betreffenden  Staates  zu  verpflichten.

Artikel  11.

Bei  Anstellung  der  subalternen  und  unteren  Kategorien  des  Bahnpersonals
auf  den  Bahnen  von  Schöningen  über  Hötzum  nach  Gliesmarode  und  von
Mattierzoll  nach  Hötzum  finden  die  für  Besetzung  der  Subaltern=  und  Unterbeamtenstellen
  mit  Militäranwärtern  jeweilig  geltenden  Grundsätze  Anwendung.

Bei  Besetzung  dieser  unteren  Beamtenstellen  hat  die  Eisenbahngesellschaft
bei  sonst  gleicher  Qualifikation  innerhalb  des  Gebiets  eines  jeden  der  vertragschließenden
  Staaten  auf  die  Bewerbungen  der  Angehörigen  desselben  besondere
Rücksicht  zu  nehmen.

Die  Angehörigen  des  einen  Staates,  welche  im  Gebiete  des  anderen
Staates  angestellt  werden  möchten,  scheiden  dadurch  aus  dem  Unterthanenverband
ihres  Heimathlandes  nicht  aus,  sind  aber  den  Gesetzen  des  Landes,  in  welchem
sie  angestellt  sind,  unterworfen.

Artikel  12.

Der  Telegraphen=  und  Militärverwaltung  gegenüber  ist  die  Eisenbahngesenschaft
  den  bereits  erlassenen  oder  künftig  für  die  Eisenbahnen  im  Deutschen

eiche  ergehenden  gesetzlichen  und  reglementarischen  Bestimmungen  unterworfen.

Artikel  13.

Gegenüber  der  Postverwaltung  ist  die  Eisenbahngesellschaft  den  Bestimmungen
  des  Gesetzes  vom  20.  Dezember  1875  (eichs-Gesetzbl.  S.  318)  und
den  dazu  ergangenen  und  künftig  ergehenden  Vollzugsbestimmungen  und
deren  Abänderungen  mit  den  Erleichterungen  unterworfen,  welche  nach  den  vom
Reichskanzler  erlassenen  Bestimmungen  vom  28.  Mai  1879  (Centralblatt  für  das
Deutsche  Reich  S.  380)  für  Bahnen  untergeordneter  Bedeutung  für  die  Zeit  bis
zum  Ablaufe  von  acht  Jahren  vom  Beginne  des  auf  die  Betriebseröffnung
folgenden  Kalenderjahrs  gewährt  sind.  Sofern  innerhalb  des  vorbezeichneten
Zeitraums  in  den  Verhältnissen  der  Bahnen  in  Folge  von  Erweiterungen  des