Full text : Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde.

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trat  ihm  Wallenftein  entgegen,  und  nötbigte  ihn,  ihm  nach  Sachen
zu  folgen.  Da  gefhah  am  6.  Nov.  1632  die  Schlacht  bei  Lüpen,
wo  Guften  Adolph  mit  feinem  edeln  Blute  den  Sieg  über  den  furdtbaren
  Wallenftein  errang.  Gine  Kugel  traf  ihn;  am  Schwebdenitein  fanf
er  vom  Pferde  mit  den  Worten:  „Mein  Gott!  mein  Gott!"  Die  danfbare
  Nachwelt  hat  feinen  Namen  durch  die  Guftav-Mdolphsftiftung
verherrlicht  (Sal.  6,  10).  Auch  blieben  Die  profeftantiichen  Waffen
unter  der  Oberleitung  des  Herzogs  Bernhard  von  Weimar  flegreich;
al8  fie  aber  bei  Nördlingen  1634  unterlegen  waren,  da  famen  bie
Sranzofen  den  deutjchen  Proteftanten  zu  Hülfe,  Doch  nieht  um  Des
Evangeliums  willen,  das  fie  ja  in  ihren  eigenen  Grenzen  mit  bem
Schwerte  verfolgten,  fondern  um  fich  deutfche  Provinzen  zur  Beute  zu
machen.  Sebt  befam  der  fehredliche  Krieg  frijche  Nahrung.  Er  dauerte
noch  lange  14  Sabre.  Cnblich,  den  24.  Det.  1648,  nad)  langen  Ver:
Handlungen,  fam  der  Triebe  zu  Stande,  der,  weil  er  zu  Müniter
und  Dsnabrüd  gefchloffen  wurbe,  der  weitphälifche  Friede  genannt
wird.  Da  erhielten  bie  Govangelifhen,  Reformirte  wie  Qutheraner,
aufs  Neue  gleiche  Nerhte  mit  den  Katholifen,  und  e8  mwurben  ihnen
alle  Eirhlifen  Güter  eingeräumt,  die  fie  am  1.  San.  1624  befeffen
hatten;  nur  in  ben  fatferlihen  Grbftaaten  blieben  die  Evangelifchen
unterdrüdt.  Die  evangelifche  Kirche,  Die  Treihbeit  Des  enangelifchen
GSlaubend  war  abermal8  gerettet;  aber  um  welchen  Preis!  Die  Srarıs
zojen  hatten  fich  das  Eljaß,  Die  Schweden  einen  Theil  von  Pommern
mit  ber  Snjel  Rügen  und  andere  Gegenden  Norddeutjchlands  zugeetgnet,
und  weit  und  breit  war  Deutichland  eine  MWüftenei!  Diele  Städte  und
Laufende  von  Dörfern  lagen  in  Schutt  und  Afche;  überall  Einöden
und  verheerte  Yandftriche,  wo  ehevem  Iachende  Gefilde;  zwei  Drittheile
der  Benölferung  Durch  Schwert,  Gram,  Hunger  und  Seuche  umge:
fommen,  ba3  Vebrige  zum  Theil  in  Barbarei  verfunfen!  —  Und  des
deutjchen  Netche8  Herrlichkeit  war  in  Schmah  und  Schande  verwandelt,
  jo  daß  bie  Sranzofen  feitdem  mit  frechem  Uebermuthe  und
wie  Mordbrenner  ungeftraft  unfere  Provinzen  burehztehen,  Die  fchöne
Pfalz  in  eine  Wüfte  verwandeln  konnten,  und  die  Türfen,  mit  den
Sranzofen  im  Bunde,  gwet  Monate  lang  (1683)  Wien,  die  Re:
fidenz  de8  beutjchen  Katfer,  belagern  und  Schaaren  deutfcher  Männer,
Frauen  und  Finder  in  die  Sflanerei  fortfchleppen  durften,  und  darnadı
unjere  Sluren  noch  lange  der  Tummelplat  blieben,  auf  welchem  bie
Tremben  ihre  Streitigkeiten  ausfochten,  und  dazu  firh  mit  unferen
Provinzen  entfhädigten!  —

53.  Sriedenslied.
Gottlob,  nun  it  erfchollen  daß  eble  Fried-  und  Freudewort,
Daß  nunmehr  ruhen  follen  die  Spieß  und  Schwerter  und  Ihr  Mord.
Mohlauf  und  nimm  nun  wieder  dein  Sattenfpiel  hervor,
D  Deutiehland!  und  fing  Lieder  im  Hohen  vunllen  Chor.
Erhebe  dein  Gemüthe  und  danke  Gott,  und  fprid:
Herr,  deine  Gnad  und  Güte  Kleibt  bennoh  ewiglihl  <YPaunı  Öerbarbt.)