Full text : Gesetzes- und Verordnungs-Blatt für das Großherzogtum Baden. Jahrgang 1913. (45)

4  J.

Sämtliche  Gebäude  in  der  Gemeinde,  soweit  sie  gemäß  §§  7  und  8  des  Gesetzes  versicherungspflichtig
  sind,  sind  im  Feuerversicherungsbuch  tunlichst  nach  der  Reihenfolge  oder  auch
nach  der  Buchstabenfolge  der  Straßen  und  nach  der  Reihenfolge  der  Hausnummern  so  einzutragen,
  daß  jede  Hofraite  oder  jedes  ein  zusammengehöriges  Ganzes  bildende  Gebäudeanwesen
eine  besondere  Seite,  nach  Bedarf  auch  mehrere  solche,  erhält.  Die  Haupt=  und  Nebengebäude
werden  mit  den  Bezeichnungen  a,  b,  c  u.  s.  w,  der  Versicherungssumme  und  den  übrigen
Angaben  einzeln  eingetragen.

Die  in  den  Spalten  5,  6  und  9  eingetragenen  einzelnen  Zahlen  und  Summen  sind
zusammenzuzählen.

Haben  mehrere  Eigentümer  an  einem  Gebände  oder  an  einer  Hofraite  Anteil,  so  ist  das  einem
jeden  zukommende  Betreffnis  am  Gebäude  und  an  der  Versicherungssumme  in  Spalte  3  anzugeben.

Die  Einträge  müssen  sich  in  der  Bezeichnung  und  Beschreibung  der  Gebäude  genau  nach
den  Einschätzungsverzeichnissen  richten.  Zur  Erleichterung  der  Einträge  in  die  Spalten  5  und
6  des  Feuerversicherungsbuchs  wird  der  Verwaltungsrat  der  Gebändeversicherungsanstalt  in
die  Einschätzungsverzeichnisse  bei  ihrer  Prüfung  Einträge  mit  römischen  Ziffern  machen,  und
zwar  in  der  Weise,  daß  in  Spalte  2  (Bauart)  die  Ziffern  I:  Stein,  II:  Steinriegel,  III:
Holz  und  in  Spalte  3  (Dachbedeckung)  I:  feuersicher,  II:  Holz  (Schindeln),  III:  Stroh,  IV:
Pappe  und  V:  ohne  Dach  bedeuten.

Mit  Genehmigung  des  Ministeriums  des  Innern  kann  der  Verwaltungsrat  für  einzelne
Gemeinden  eine  andere  Art  der  Anlage  und  Führung  des  Feuerversicherungsbuches  zulassen.

8  11.
Anletung  des  Fenerversicherungöbuchs  in  zusammengesetzten  Gemeinden  und  für  Höfe  mit  abgesonderter
Gemarkung.
Bei  einer  mehrere  Orte  umfassenden  Gemeinde  ist  für  jeden  einzelnen  Ort  ein  besonderer
Band  des  Feuerversicherungsbuches  anzulegen.
Dasselbe  gilt  für  Höfe  mit  abgesonderter  Gemarkung,  welche  in  Beziehung  auf  die  Führung

Ver

des  Feuerversicherungsbuchs  einer  benachbarten  Gemeinde  zugeteilt  sind  (§  18  Absatz  2  des  Gesetzes).

8  12.
Umfang  des  Buches  und  Namensliste.
Bei  der  Anlegung  des  Feuerversicherungsbuches  ist  sein  Umfang  so  zu  bemessen,  daß  noch
hinreichender  Raum  zum  Eintrag  später  entstehender  Gebäude  übrig  bleibt.
Jedem  Bande  ist  eine  die  Namen  der  Gebändebesitzer  nach  der  Buchstabenfolge  enthaltende
Liste,  in  welcher  auf  die  betreffende  Seite  des  Buches  verwiesen  ist,  beizugeben.

8  13.
libereinstimmung  der  beiden  Fertigungen.
Beide  Fertigungen  des  Feuerversicherungsbuches  müssen  vollständig  übereinstimmen.  Der
Bürgermeister  und  der  Ratschreiber  haben  dies  auf  dem  ersten  Blatt  eines  jeden  Bandes  unter
ausdrücklicher  Angabe  der  Seitenzahl  und  unter  Beidrückung  des  Gemeindesiegels  zu  beurkunden.