Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1876 (3)

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strahlen  nicht  getroffen  wird,  und  daß  eine  ungleiche  und  schnell  veränderliche  Erwärmung  der
Schenkel  des  Waagbalkens  durch  den  Ofen  nicht  erfolgen  kann.

Jede  Wägung,  bei  welcher  gleicharmige  Balkenwaagen  angewendet  werden,  was  überall
da,  wo  es  irgend  möglich  ist,  vorzuziehen  bleibt,  ist  mit  Tara  auszuführen,  d.  h.  es  wird  das
Normal  zuerst  auf  die  eine  Waagschaale  gesetzt,  hierauf  die  andere  Waagschale  mit  Tara
(d.  h.  anderen  Gewichtsstücken  rc.)  belastet,  bis  die  Waage  richtig  einspielt,  und  dann  der  zu
prüfende  Gegenstand  an  Stelle  des  Normales  auf  die  erste  Waagschale  gesetzt  und  mit  der
unverändert  gelassenen  Tara  verglichen.

Werden  mehrere  solche  Wägungen  für  gleich  schwere  Gegenstände  hinter  einander  ausgeführt,
  so  ist  in  angemessenen  Zwischenräumen  die  fortdauernde  Richtigkeit  der  Tara
festzustellen.

4.  Da  die  Absicht  dahin  geht,  bei  der  Eichung  der  Maaße  und  Gewichte  für  den  Verkehr
  Gegenstände  zu  liefern,  welche  soweit  als  ausführbar  der  Sollgröße,  deren  Namen  sie
tragen,  entsprechen,  so  haben  die  Eichanstalten  ihre  Aufmerksamkeit  thunlichst  darauf  zu  richten,
daß  die  geeichten  Gegenstände  der  von  den  Gebrauchsnormalen  vertretenen  Sollgröße  noch
näher  kommen,  als  nach  den  in  der  Eichordnung  zugelassenen  äußersten  Abweichungsgrenzen
unbedingt  erfordert  wird.  »

Es  erscheint  dies  namentlich  deshalb  als  berücksichtigungswerth,  weil  die  an  dem  zu
eichenden  Gegenstande  noch  vorhandene  Abweichung  von  dem  Gebrauchsnormal  und  der  noch
vorhandene,  wenngleich  in  engere  Grenzen  eingeschlossene  Fehler  des  Gebrauchsnormals  in
gleicher  Richtung  liegen  können  und  dann  in  dem  zu  eichenden  Gegenstande  ein  Fehler  entsteht,
welcher  aus  der  Summe  der  beiden  erwähnten  Abweichungen  sich  bildet.

5.  Im  ungünstigsten  Falle  könnte  es  sich  sogar  ereignen,  daß  ein  von  einer  Eichungsstelle
gestempelter  Gegenstand,  wenn  bei  demselben  die  volle  beim  Eichen  noch  zulässige  Abweichung
von  dem  Gebrauchsnormal  im  Sinne  des  Zuviel  zugelassen  worden  ist,  und  Gebrauchsnormal
sowie  Controlnormal  dieser  Gichanstalt  ebenfalls  um  den  größten  zulässigen  Betrag  zu  groß
sind,  von  einer  zweiten  zur  Revision  des  Gegenstandes  veranlaßten  Eichanstalt,  deren  Ge
brauchsnormal  und  Controlnormal  zufällig  um  die  volle  zulässige  Abweichung  zu  klein  sind,
als  mit  einer  Abweichung  behaftet  angesehen  würde,  welche  die  Grenze  des  im  Verkehr  zulässigen
  Fehlers  bereits  erreiche,  während  der  untersuchte  Gegenstand  in  Wirklichkeit  noch  um
den  Werth  des  größten  Fehlers  eines  Gebrauchsnormals  innerhalb  jener  Grenze  liegt,  also
noch  beträchtlichen  Spielraum  der  Veränderung  hat,  bis  er  im  Verkehr  unzulässig  wird.

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