Ausm̃er 108
Mittwoꝝã, 2I. J 7NTT
— Ariegslchauxlat.
Fronzösische und englische Stimmen
zum Siegeszug im Östen.
Stockholm, 18. Juli. „Daily Chroniele“
berichlet aus Petersburg: Hindenburg arbeitet
zusammen mit Mackensen an der heiklen Aufhabe,
zwei der hauptsächlichsten russischen Stütz
punkte zu nehmen. Hindenburgs Plan ist,
Nowo-Georgiewsk zu erobern, während Mackensen
zu gleicher Zeit die Linie Brest Litowsk besetzen
soll. Die Deutschen haben sämtliche Vorleile
auf ihrer Seite. Sie haben ein vorzügliches
Eisenbahnsystem, das sie instand setzt,
grohe Truppenmengen von einem Ende der
Front auf das andere zu werfen. Die Russen
sind jetzt besser als früher mit Munition versehen
und haben in der letzten Zeit noch nicht
verwendete Reserven ausgernsitet. Das Vorrücken
der Deutschen in den Ostseeprovinzen
mird nur als eine Demonstration betrachtet,
um die Russen daran zu hindern, Truppen an
den Narew-Abschnitt zu senden. (Z.)
Paris, 19. Juli. Die Militärkritiker beechen
ausführlich die letzten Ereignisse auf der
rusiischen Front und erklären, die russischen Tagesberichte
seien unklar und verworren, so daß
man kein rechtes Bild von der Lage gewinnen
lonne. Die deutsche Offensive an der Narewfront
überrasche sowohl durch die Plötzlichkeit
als durch die Breite der zum Offensivstoß angesetzten
Front. Die Militärkritiker sind der Ansicht,
daß es der russischen Heeresleitung durch
Nerstärkungen, welche von anderen Frontstellungen
entnommen werden müßten, gelingen könne,
der deutschen Offensive Einhalt zu gebieten.
Allerdings sei die Eisenbahnlinie Warschau-Wilna-Petersburg
schwer bedroht. „Nadical“
erwartet den Beginn einer entscheidenden
Schlacht, deren Ergebnis eine unmittelbare Rückwirkung
auf die französische Front haben werde.
Ein Nefse Sasonows gefangen.
Budapest, 19. Juli. In der letzten Juliwoche
geriet in den Kämpfen bei Halicz der
Nesse des russischen Ministers des Aeußern,
Juptmann im 283. Insanterie-Regiment, Konnntin
Sasonow, schwer verwundet in unsere
Gefangenschaft. Nachdem er halbwegs hergenellt
war, wurde er nach Szatmar ins Spital
gebracht, wo er einem Mitarbeiter des „Az Est“
erllarte, es sei richtig, daß der Großfürst Nilolajewitsch
Offiziere und auch Generäle ohrfeige.
doch wisse er sehr gut, wem dieses gebühre.
Denn er sei ein uegeshichneter Mann. lUleber
Ilalien äußerte sich Sasonom wegwersend, da
* sfo handelte, wie ein verworfenes Weib, das
ich verkaufte. Die französischen Verbündeten
rerden in der russischen Armee „Meter-Kame-Poden
genannt, da ihre Berichte immer von
Froberung oder dem Verluste einiger Meter
22 sorechen- (3.)
· i —-Italien.
eilnahmeJlaliensamDakdas
nellenangriff?
Kopenhagen, 19. Juli. Die Turiner
Tiampa“ erfährt aus Rom, dah General
Vorro auf seiner letzten Pariser Reise mit der
stan:osischen Regierung ein Abkommen über die
Feunahme Italiens an der Dardanellenaltion
raj. Sein letzter Besuch im italienischen Haupt«
narlier diene lediglich dazu, die Vereinbarun-
Stallenische Alpint beim Aufklärsusebtenst.
gen in die Wirklichkeit umzusetzen. In kurzer
zeit sei also ein Eingreifen italienischer Truppen
bei den Operationen auf Gallipoli an der Seile
der Verbündeten zu erwarten. General Porro
ist gestern wieder in Rom eingetroffen. Er wird
nach dem „Popolo d'Italia“ wichtige Konferenzen
mit dem Kriegsminister und dem Minister
des Aeußern haben. (3.)
Eine schwere Niederlage der Italiener
in Libyen.
Berlin, 19. Juli. Wie der „Nationalzeilung“"
aus Wien gedrahtet wird, ist aus zuverlässiger
Quelle die Nachricht eingetroffen,
daß die Italiener am 28. Mai in Libyen am
Iyrk eine schwere Niederlage erlitten. Ein
berst, 40 Offiziere, 2500 Mann sind tot, 12
Geschütze und 3 Maschinengewehre verloren.
Auch in Erythraea droht ein Aufstand. (3.)
Italien und Serbien.
Amsterdaom, 19. Juli. Die Londoner
. Morningpost“ schreibt zu den Vorgängen in
Albanien: Es sind nicht fortzuleugnende Disfse.
renzen zwischen Serbien und Italien vorhanden,
auch wenn es zutrifft, daß die Serben Du-1.
zzo noch nicht besetzt haben, oder, was wahrschb#einlicher
lingt, geräumt haben. Der Eintritt
taliens in den Mächteverband hat zweifellos
Serbien enttäuscht. Die Vorgänge auf dem
VBallan müssen uns zurzeit mit Besorgnis erin0
len, auch dann, wenn die Entfremdung zwise
en Rom und Nisch nur vorübergehend ist.
Eine Bitte des Papstes.
von Cugland. alles ubrige erledigte ihr
der Herzen, umt der ihm eigenen Unergie
kosualen. Innachit ward die Clhe
. deren Schlienung in der
NMachlbarlandes ersolat
GQraf des Landes verw
„. DTaur Kind, dem Bunde enlspiosten, das
uu dieselbe Zeu dar dicht der Welt erbleckte,
dem Vater überneben, und nur verstehlen,
menblicke und unter den grosten Schwierigvermochte
die armüe der Mutter sorlau
Sohuchen zu sehen: spater hörten auch diese
riG Lichtbucke u ihrem oden Leben auf und
ior alsbald ihr Kind volllig aus den Angen.
25 klich als Mutter, noch unglucklicher als
t#. sindet die betingenswerteste der Welfen.
in all dem auneren Glanz, der sie umaibt,
— Ersatz für ihr so grausam zerstertes
bro gluck.=#
Zie Pimzesän hielt inne und blickte, eine
en: der verickieden aruanen sehmerzlick. cu Empinen,
schwenn gend in die „lammen des Kammnu
I: lalle mu leifer und muder Zumme geiprochen.
fauii Lndwin (zumoe einen unendiich men
ollen CEindiaint machtr. Cs war llar, diese
u *1 welche unzahhge um thren hohen Rang und
nde Stellung in der Welt beuerdeten, war
sr Ungluckuche, die auf alle Taseinenenden
- halle, der dar Leben keinerter Rerze
emn u bieten vermochte. #ie Crinnerung luldele
och das einzine Gluck, welchre ihr neblieben war,
ed diese Kran war seine Mmter, seine so lang
brerte, schmerzlich und sehnsucktsvoll gesuchtr
lueter Hingermen von den Gesühlen, welche
ülie Brust schwellten, schlang er suirmisch die
ume um die C#iestalt der Prinzessin und ruef
danfhasuuch „Bleibe bei mir, arme Mutier, laß
ang und Titel sahren, bekenne Dich offen zu
#
1
i- — ciue
aiinulitert und ver
Kardinal Gaspari an den Bischof von Rimini,
demzufolge der Papst den Kaiser Franz Joseph
und die österreichische Regierung ersucht
habe, die Beschiefzung offener Städte zu verhindern.
(.3.)
Eine verschwundene italienische
Regimentskasse.
Mailand, 19. Juli. „Corriere della
Sera“ meldet, daß gestern beim Depotkommando
des 74. Infanterie-Regiments das Verschwinden
der Regiments-Reserve-Kasse mit
einem Betrage von 138 000 Lire entdeckt wurde.
Der Kassenschrank zeigte keine Einbruchsspuren,
so daß man annehmen muß, daß der Diebstahl
mit einem Nachschlüssel ausgeführt wurde. Die
Tat macht ungeheures Aufsehen, um so mehr,
als man wußte, daß vor der Türe des Kassen.
raumes dauernd strenger Wachtdienst war. (J.)
" 5 "
Die Ballanftaaten.
Prinz Hohenlohe in Sofia.
Sosia, 19. Juli. „Agence Bulgare meldet:
Der außerordentliche deutsche Botschafter in
Konstantinopel, Prinz Hohenlohe, wurde gestern
vom König in besonderer Audienz empsangen.
Nach der Audienz beim König wurde
der Prinz von der Königin empfangen. Gefilern
vormitlag besuchte der Botschafter den
Ministerprasidenten Radoslawow und reiste
abends nach Konslantinopel ab. (.3.)
In Sulgarien.
Sosia, 109. Juli. „Agence Bulgare“ ver-Ussentlicht
eine Dirdeitense in der die in der
auslandischen Presse verbreiteten Nachrichten
poltzeiliche 1Uebermanunn Vhen###lems mit uller
Entschiedenheit als unrichtig bezeichnet werden.
Die griechische Flotte.
Paris, 19. Juli. Der „Temps“" meldet
aus Athen: Die Regierung hat beschlossen,
daß Vizeadmiral Cunduriotis unverzüglich den
Oberbefehl über die ganze griechische Hochseeslotte
als Nachfolger des Kontreadmirals Kerr
wieder übernehmen soll. )
Prinz Georg von Griechenland.
Mailand, 19. Juli. Der „Secolo“ meldel
aus Neapel: Prinz Georg und Prinzessin
Maria von Griechenland sind, aus Erie
land kommend, in Neapel angelommen. (3.)
Demission des griechischen Außenministers.
Bukaresl, 19. Juli. Aus Athen wird gemieldet:
Der König hat die Demission des
Ministers des Aeußern Zographos angenom:
men. Der Minister tritt aus Gesundheitsrücksichten
zurück. Sein Amt ubernimmt Minilterprasident
Gunaris.
Ein Komplott gegen Venizelos.
Amsterdam, 18. Juli. Reuter meldet
aus Athen, man sei einem Komplott auf die
Svur gekommen, um Venizelos zu ermorden.
Die Polizei hat besondere Maßnahmen zum
Schutze des Expremiers getroffen. (3Z.)
Englische Schikanen.
Athen, 19. Juli. In der Oeffentlichkeit
wäch'st die Erregung infolge neuer grober Uebergriffe
der englischen Kriegsschiffe gegen die griechische
Marine. So haben die Engländer das
Schienenmaterial konfisziert, das für die Verbindungsbahn
von Saloniki nach Altgriechenland
bestimmt war. Die Durchsuchungen der
riechischen Handelsdampfer durch die Engländer
werden rücksichtslos fortgesetzt. Jahlreiche
Frachtendampfer wurden nach Malta, Eibral.
tar und Mudros geschleppt. Die griechische
Kuste erscheint tatsächlich durch die englische
Flotte blockiert, die den griechischen Seehandel
lahmlegt. (3.)
s
De Tũrtlel im Beltltleg
Der türkische Bericht.
WIB.Konstantinogel, 19. Juli. Bericht
des Hauptquartiers. An der Dardanellen.
from ereignete sich bei Ari Burun nichts von
Bedentung. Bei Seddil Bahr griff ein Teil
der feindlichen Kräfte einige Gräben unseres
Fingels an. Der Feind wurde bis an die Gräb.
u herangelassen und dort niedergemacht. Wis
mrachten einige französische Soldaten zu Gefan-Z#nen.
Unijere anatolischen BVatterien beschossew
beftig das Lager und die Landungsstellen des
Fiindes. Bei Tekle Burun verursachten sie einen
Vrand, der von Erplosionen von Munilion
5 gleitet war und eine halbe Stunde dauerte.
D-An der Front in Irak versuchte der Feind.
nichdem er in der Schlacht bei Kalatualnedjfin
fiegt worden isl, keinen neuen Angriff. Die
Ueberfuhrung der feindlichen Verwundeten in
Schiffen nach dem Süden begann seit zwei Ta-
Chiasso, 19. Juli. Italienische Blätter' uber eine bevorflehende Reise des Königs Fer.0 in und dauert fort. An den anderen Fronten
u köffentlichen den Wortlaut eines Brieses von I di dinand nach Athen und die Verhaftung oder hte Michtiges.
deinem Sohn ne, d der Tich senan am Heänden der Cillebten winn Tu alucküch fsein und glücklich och ure so ücher und vertrauensven in d e Zuagen
wird. Wax mein ist, 1/1 auch Tein. Hilf machen. Fzum- lei lebe wolll, Kind meiner “ Kehirck- (er erno üch von se
zur die Schäue Leonardur Eiige zu verwenden. Soiren und Schmonne: am::
L
Berzichte auj das tkonigliche Tiadein drecies
Uas Dur doch bloß zur Tornen#one
und anstalt Bel'#e#richerm dieser Zusfelr
Königin im Neiche der Barmüertall: #
Miul Blicken voll innigster Tu.
von Wales ihrem Sot ne in das ats ne cht.
Es ist ein schoner Traum, den Tu mur da mit
Worten ausmalst, mein Liebling. dber uie lann
er sich erfüllen. Um Deiner iccl * millen. menn
Sohn, ist es besser, unsere Wece ich erden sich
jäortan für immer. Unserer beider Natmen würden
nur schlecht zu einander passen. Ohne innere
Harmonie rber liehe sich ein beglücktes Zusammen:
liben nicht d . arum lebe wohl. Di
nen hat geschlagen, wir müssen Abschied
von einander nehmen. Kame ich zu
Methusalems Jahren, ich würde von diesen paar
schnell vorübergerauschten glücklichen Slunden in
der Griderung" gürsuncch zehren bis an mein
Lebensende. „Ich si, es doch einmal, was so
lstlich ist!“ Lebe vonl, mein Schmerzensreich,
lebe wohl für immer! Noch einmal, lorsche nicht
und grüble nicht weiter. Begnüge Dich mit der
iade daß Du Deine Mutter (ennen gelernt.
# Du an ihrem Herien geruht haft. Sollte es
er Zufall sügen. daß Du lünftighin einmal der
Wrinzessin von Wales begegnest, wundere Dich
nicht, wenn sie Dir kühl und fremd ge#gennberiritt.
Rühre fortan nicht mehr an dem Schleier,
ver Deine Herkunft umhüllt, begnuge Dich mit
em, was Du erfabren bast, und mit dem largen
ilück das Dir diese Zusammenlunkt, die, wie
#a, die erste und lehie sein muß. gewährt hat.
pSich scheide #ausriedenen, Sinnes, weiß ich Dich doch
litzt vor aller Zukunstsnot geborgen: im Besin
Niciches.
och einmal len sich die beiden so nahe
noten Menschen minntenlang innig um.
en. Nast imPuniich lußte die Prinzessin ibrem
ne Scheitel, Autnen und Mund, dann riß sie
zuu raschem Culichluß los und war aus dem
zimmer, noch bevor der junge Graf recht zum
Vewußlsein des Geschehenen lam.
TDer Kampf um die Braut.
Eine game Weile, nachdem seine Multer gegannen
war, blich Ludwig Gunther. in tieses
Nachdenken versunken, vor dem Kamin sinen. Wie
ern Traum lam ihm vor, was er soeben erlebt
natte: er muntte sich alle Einzelheiten zurückrufen,
um wirklich glauben zu lönnen, daß er au der
Vrunt seiner Muller geruht habe. Die Sehnsucht,
welche so lange in seinem Herien gebrannt hatte,
war nnn endl: h gefiult worden. Freilich hatte
er in fruheren Tagen er sich anders gedacht, und
die Vorstellung, daß er seine Mutter an demselben
Abend sinden und mwieder verlieren sollte. ware
lm früher unfaßbar ersehmnen. Aber was konne
er kun, als sich in das Unvermeiliche schicken?
Mußte er dem Himmel nicht trondem innisen
danl missen, daß dieser wen: guen- io weit sein
inbrun'liges Klehen erhert hatte Ta-. ’.
welche- er sich vorgesteckt, war erreicht-. Der
Wunsch seiner Mutter sollte ihm Beiehl sem. Alle
Slupel und Zweitel wolile er lallachlich begraben
und sernerbin nicht mehr arubeln und forschen,
modchten auch der dunllen Punkte noch genng vorhanden
sein. Er wollie die (änust des Schidsals
benunCen, sich selber em Taf#un schaffen, an dem
er Treude halte. Noch nie hatte sich der Zunler
von Varel als ein so sertiger Charalter aefübl,
schnt ln 2c#e en u
ind ab. T
Talm belre
büuckie zu dem sellen llaten Winlerrimmet
empor., von welchem die ewmigen Slerne
zum noldigem Schummer im ihm ba imederleuchteten.
. Ihr glausenden Oime 'prach der
ide Gra halblaut vor „die Ihr
eil sen Welten aleich u **' armen Erde.
en' denen. aleich wic ku1 ren bei uns.
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und
Veren in Krende und Leid. in # und Nammer
-anrn. Vehr Ihr nach bloßen mechanuchen Natur:
hn, oder lhrom uber Guch u
men Wienten ein erbalener Wrien, das
DT#iuge lenkt und auch uiein *7r Asal be
. Wer vermag es zu "!“ #en:? er gleich.
er, die eit hai mich ium Paar 16- rknS , mecdel,
or (Fuck oder Unguck m der Zulunm dunklem
wSarere verbergen liegt, ob bunder Zufall oder
ine weise und aunge Vorfehnna ob biemem Tasem
:, ie werde mich wirdig erwerirn meiner Abina
der rrundschatt merner Lronnd und
lebe metln ennte Sonhce— Ein tiefer Alemsorne
nn und heber und straffer
er seme schlaule Gicitait entbor. „VHinter
nir Nacht unl vor mir Taa. mi: dieien laut
vor suh bingefrrechenen Worten ichrn er alr.
dann jum Steibtluckkle, um in einem Brese an
*n: Bram den Gedanklen. weibe ihn #eben be
weai: batten. Au-s diuck in seven und Leonore
in Uitten, daß sie ubren Baur veraulasse,
tienurin endzung den lan i: lheummien, an
inelen sse bde nander an 7½ Dur'iken m
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