Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1900. (27)

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dem  Umschlag  enthaltene  unfrankirte  oder  ungenügend  frankirte  Sendung  das  Porto  vom
Aufgabeorte  der  Gesammtsendung  bis  zum  Bestimmungsorte  jedes  einzelnen  Einschlusses
berechnet.

II.  Sind  die  eingeschlossenen  Sendungen  für  die  zu  1  bezeichnete  Beförderungsstrecke
ausreichend  frankirt,  so  wird  kein  Porto  angesetzt,  auch  wenn  die  Sendung  an  die  Postanstalt
selbst  unfrankirt  war.  Enthält  jedoch  der  Umschlag  nur  einen  Einschluß,  so  wird  bei
unfrankirter  Zusendung  an  die  Postanstalt  das  Porto  mit  dem  für  die  ganze  Sendung
treffenden  Betrage  berechnet.

III.  Von  der  Postanstalt,  die  eine  solche  Zusendung  erhält,  muß  der  Name  des  Aufgabeortes
  der  Gesammtsendung  auf  jeder  der  eingeschlossenen  Sendungen  vor  der  Abgabe  an
den  Empfänger  oder  der  Weiterleitung  vermerkt  werden.  An  diesen  Ort  sind  auch  die
etwaigen  unbestellbaren  Einschlußsendungen  zurückzuleiten.

§  36.
Geförderung  verschlossener  Taschen  mit  den  Posten.

Mit  den  Posten  konnen  auf  Antrag  verschlossene  Taschen  befördert  werden,  durch  die
dem  Antragsteller  die  für  ihn  bestimmten  gewöhnlichen  Briefpostsendungen  und  Zeitungen
übermittelt  und  die  von  ihm  abzusendenden  gewöhnlichen  Briefpostsendungen  zur  Postanstalt
eingeliefert  werden.  Für  die  Beförderung  einer  Tasche  wird  eine  Gebühr  von  50  Pf.  für
den  Kalendermonat  erhoben.  Die  Anschaffung  der  Taschen  hat  auf  Kosten  des  Antragstellers
zu  erfolgen.

§  37.
Postlagernde  Lendungen.

J.  Postsendungen  werden  bei  der  Postanstalt  des  Bestimmungsortes  zur  Abholung
innerhalb  der  zu  lI  bezeichneten  Fristen  hinterlegt,  wenn  der  Absender  in  der  Aufschrift  der
Sendung  und  der  etwa  zugehörigen  Post-Packetadresse  den  Vermerk  „postlagernd“  angebracht
hat.  Ausgenommen  sind  Packetpostsendungen  für  Empfänger,  die  im  Orte  der  Bestimmungspostanstalt
  ansäßig  sind,  Packetpostsendungen  des  Ortsverkehres  (§  10  1a),  Briefe  mit  Postzustellungsurkunde
  und  Postaufträge.

II.  Die  Lagerfrist  beträgt:

a)  für  Sendungen  ohne  Nachnahme  1  Monat,  vom  Tage  nach  dem  Eingang
b)  für  Nachnahmesendungen  7  Tage,  vom  Tage  nach  dem  Eingang
c)  für  Packetsendungen  mit  lebenden  Thieren  2  Tage  (d.  i.  2  mal  24  Stunden)
vom  Eingang  ab
gerechnet.