Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1900. (27)

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VIII.  Lantet  bei  gewöhnlichen  Packeten,  Einschreibsendungen,  Postanweisungen  und
Sendungen  mit  Werthangabe  die  Aufschrift:

„An  A.  zu  erfragen  bei  B.“  so  muß  die  Zustellung  an  den  zuerst  genannten
„An  A.  abzugeben  bei  B.“  Empfänger  (A.),  seinen  Bevollmächtigten  oder
„An  A.  im  Hause  des  B.“  den  sonstigen  Empfangsberechtigten  (V  u.  VII)
„An  A.  wohnhaft  bei  B.“  erfolgen;

lautet  die  Aufschrift  dagegen:

„An  A.  zu  Händen  des  B.“  so  darf  die  Zustellung  sowohl  an  den  zuerst  genannten
„An  A.  abzugeben  an  B.“  Empfänger  (4A.),  als  auch  an  den  zuletzt  genannten
„An  A.  für  B.“  (B.),  deren  Bevollmächtigten  oder  den  sonstigen
„An  A.  unter  Adresse  des  B.“  Empfangsberechtigten  (V  u.  VII)  erfolgen.

IX.  Sendungen  gegen  Rückschein  dürfen  nur  an  den  Empfänger  selbst  oder  dessen
Bevollmächtigten  zugestellt  werden.

X.  An  Fremde  gerichtete  Einschreib=  und  Werthsendungen,  Postanweisungen  und  gewöhnliche
  Packete  dürfen  dem  Empfänger  nur  gegen  genügenden  Ausweis  und  in  Ermangelung
eines  solchen  nur  in  Gegenwart  eines  bekannten  Einwohners,  des  Hauswirthes  oder  Wohnungsgebers,
  der  den  Empfänger  kennt  und  die  Richtigkeit  der  Zustellung  durch  Mitzeichnung  bestätigt,
  ausgehändigt  werden.

 

XI.  Die  Zustellung  von  Postsendungen  an  Militärpersonen,  an  Zöglinge  in  Erziehungsanstalten,
  Pensionaten  u.  s.  w.,  an  Personen  in  Gefangenanstalten  sowie  an  Kranke  in
öffentlichen  Krankenanstalten  erfolgt  nach  Maßgabe  der  mit  den  Militärbehörden,  den  Vorstehern
der  Erziehungsanstalten  u.  s.  w.  getroffenen  besonderen  Abkommen  an  die  hiernach  zur  Empfangnahme
  beauftragten  Personen.

XII.  Postsendungen,  die  an  Verstorbene  gerichtet  sind,  werden  den  Erben  ausgehändigt,
wenn  sich  diese  durch  Vorlegung  des  Testaments,  der  gerichtlichen  Erbbescheinigung  rc.  ausgewiesen
  haben;  solange  dieser  Nachweis  nicht  erbracht  ist,  kann  nur  die  Aushändigung
gewöhnlicher  Briefpostsendungen  nach  den  Vorschriften  zu  V  erfolgen.

XIII.  Der  Empfänger  von  Einschreibsendungen,  Sendungen  mit  Werthangabe  oder
Postanweisungen  hat  den  Empfang  in  Gegenwart  des  zustellenden  Boten  durch  Namensnunterschrift
zu  bescheinigen.  Soweit  nicht  für  einzelne  Postorte  Ausnahmen  zugelassen  sind,  hat  dies  auch
bei  gewöhnlichen  Packeten  zu  geschehen.  Bei  Sendungen  gegen  Rückschein  hat  der  Empfänger
stets  auch  den  Rückschein  zu  vollziehen.  Bei  den  an  Behörden,  öffentliche  Anstalten  u.  s.  w.
gerichteten  Sendungen  hat  der  Empfänger  der  Namensunterschrift  noch  seine  Diensteigenschaft
oder  die  Bezeichnung  der  durch  ihn  vertretenen  Behörde  oder  einen  Abdruck  des  Dienstsiegels
beizufügen.