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Schon damals erkannte ich klar und deutlich, daß unser
Bundestag in den letzten Zügen lag und daß eine durch—
greifende Reform der deutschen Verhältnisse unabweislich geboten
sei. Zu der Zeit war ich noch weit entfernt davon,
daran zu denken, meinem Könige die deutsche Kaiserkrone
auf das Haupt zu setzen, es schwebte mir vielmehr eine
Zweiteilung Deutschlands vor. Oesterreich sollte nach meiner
Idee die führende Macht in Süddeutschland werden, während
uns Preußen die Hegemonie über alle deutschen Länder
nördlich der Main-Linie zufallen würde. Die beiden deutschen
Vormächte hätten sodann durch ein Schutz= und Trutzbündnis
gegen jeden äußeren Angriff in ein engeres Allianzverhältnis
zu treten. Erst die großen Fehler, welche die österreichische
Regierung beging, haben in mir den Gedanken
geweckt, daß Deutschland sich nur unter preußischer Führung
und mit Ausschluß der österreichischen Erbländer gedeihlich
entwickeln könne, und diese Ueberzeugung führte
mich zu einer Allianz mit Italien und zwang mir notgedrungen
den Krieg im Jahre 1866 auf. Schwere Zeiten hatte
ich zu durchleben und harte Auseinandersetzungen mußte
ich mit meinem Könige durchführen, der einen Krieg mit
Oesterreich perhorreszierte. Als im Kanonendonner der
Schlacht von Königgrätz der entscheidende Sieg sich unserer Armee
zuwendete, da faßte ich sofort den späterhin so segensreichen
Entschluß, uns an Oesterreich einen treuen und sicheren
Alliierten zu erwerben, und bei den Friedens-Stipulationen
in Nikolsburg wußte ich meinen königlichen Herrn dahin umzustimmen,
daß Oesterreich keine Demütigung erfuhr und
von einem beabsichtigten Anspruche auf Oesterreichisch-Schlesien
Abstand genommen wurde. Wir durften bei dem
besiegten Oesterreich keinen bleibenden Stachel zurücklassen,
um es uns zu ermöglichen, in Zukunft Schulter an Schulter
mit demselben vorzugehen. .
Leider existiert in Oesterreich, vor Allem in Deutsch—
böhmen, eine Partei, welche, wenn auch vorderhand noch