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und die Grafschaft Mitterburg in Istrien haben seit vielen Jahrhunderten
zu Österreich gehört, und Trient, das erst auf ein Fahrhundert seiner
Verbindung mit Österreich zurückschauen kann, war immer ein selbständiges
Bistum gewesen. Die zweite Frage für die österreichische
Politik war also, wie sie sich mit dem neuen Königreiche Italien und
dessen Bestrebungen abfinden würde?
Ganz anders liegt es mit dem Oriente. Von Uranbeginn war Österreich
als Wache aufgestellt gewesen gegen die Bölkerschaften, die von
Osten her anstürmten: Avaren, Madjaren, Türken. Es galt die westliche
Kultur zu hüten, dieselbe aber zugleich in den Orient zu tragen.
Österreich ist das Verbindungsland gewesen zwischen Westen und Osten:
die Richtung der Donau, des großen Stromes, der Österreich durchfließt,
drängte es auch in wirtschaftlicher Beziehung nach dem Orient.
Als im Jahre 1526 Ungarn und Siebenbürgen mit Österreich vereinigt
wurden, da fand diese ostwärts gerichtete Politik eine neue Grundlage.
Erwerbungen im 18. Jahrhundert, wie Galizien und die Bukowina,
haben dic östlichen Grenzen der Monarchie abgernndet. Die dritte
Frage, die sich der österreichisch-ungarischen Politik aufdrängte, war
dic, ob Osterreich, dem Laufe der Donau folgend, weitere territoriale Erwerbungen
erwirken oder sich nur auf die wirtschaftliche Eroberung des
Orients beschränken solle? Während sich Österreich-Ungarn mit Deutschland
und Italien bald klar auseinandergesetzt hat, ist sein Verhältnis
zu der Macht, die gleichfalls im Orient schwerwiegende Interessen
zu vertreten hatte, zu Rußland, stets ein schwankendes geblieben.
Ebendeshalb ist dieses Verhältnis des Donanstaates zu Rußland in
den letzten 60 bis 70 Jahren von allergrößter Bedeutung gewesen.
Seit 200 Jahren strebt der moskowitische Staat dahin, Konstantinopel
zu gewinnen und den Weg ins Mittelmeer zu finden. Zu diesem Zwecke
war es notwendig, die Türkei zu zertrümmern und sie in ihre vielen Bestandteile,
Slawen, Griechen, Rumänen zu zerlegen. Mit den Slawen
auf der Balkanhalbinsel hatte auch SÖsterreich-Ungarn durch seine
südslawischen Untertanen lebhafte Beziehungen. Bon diesen Südslawen
taten sich die einen, die Kroaten, von jeher durch besondere Anhänglichkeit
an Österreich, durch eine gewisse Abneigung gegen Ungarn hervor.
Bewegt von diesen Gefühlen, waren sic es gewesen, die Anfang des
18. Jahrhunderts den Anstoß zur „Pragmatischen Sanktion“ gegeben
hatten. Dieselbe hat die Unteilbarkeit der österreichischen Länder und
die Thronfolgeordnung daselbst festgestellt. Die Kroaten hatten Angst
gehabt, sie könnten eines Tages von Österreich losgelöst werden. Ihre
südslawische Schwesternation, die Serben, die durch Religion und durch