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die aber auch im Kriege verliehen werden; 4) Auszeichnungen
für Militärverdienst schlechthin, die durch
ein besonderes Abzeichen ( ekreuzte Schwerter, Lorbeerkränze,
Band von besonderer Farbe) zu wirklichen
Kriegsauszeichnungen werden; 5) Verdienstauszeichnungen
schlechthin, an sich also auch für Zivilverdienst
bestimmt, die durch ein besonderes Abzeichen der (unter
4) angegebenen Art zu wirklichen Kriegsauszeichnungen
werden; 6) besondere Kriegsauszeichnungen
oder -ehrenzeichen für Leistungen im Kampfgebiet;
7) besondere Kriegsauszeichnungen oder -ehrenzeichen
für Leistungen in der Heimat; 8) Gedächtniszeichen
an besondere Ereignisse im Kampfgebiet (Schlachtenmedaillen;
Schlachtenspangen mit der betreffenden
Inschrift und ähnliches); 9) allgemeine Kriegsgedächtniszeichen,
die kein besonderes Kriegsverdienst
belohnen ollen, für Tätigkeit im Kampfgebiet (sog.
*„Kombattantenmedaillen"); 10) allgemeine Kriegsgedächtniszeichen,
die kein besonderes Kriegsverdienst
belohnen sollen, für Tätigkeit in der Heimat (sog.
k„Nichtkombattantenmedaillen); 11) Auszeichnungen
für Verdienste um die Krankenpflege, insbes. die
freiwillige. Wesentliche Unterschiede sind dann noch
für die Arten 1) bis 6), ob es sich ausschließlich um
Auszeichnungen für bewiesene Kriegstapferkeit oder
auch um solche für bewiesene Kriegstüchtigkeit handelt;
für die Arten 2) bis 9), ob sie auch Personen
weiblichen Geschlechts verliehen werden oder nur solchen
männlichen Geschlechts. Von denjenigen Kriegsauszeichnungen,
die ausschließlich für bewiesene
Kriegstapferkeit verliehen werden, sind unzweifelhaft
am volkstümlichsten, tragen auch ebenso unzweifelhaft
am meisten zur Hebung der Kriegstüchtigkeit des gesamten
Heeres bei: diesenigen, die für im Kriege —*
wiesene Tapferkeit ohne Unterschied des Ranges und
Standes an Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften
verliehen werden (Eisernes Kreuz!).
Die aus dem Vorstehenden ersichtliche Mannigfaltigkeit
bringt es mit sich, daß Rücksichten auf den Raum
es unmöglich machen, für jede einzelne Kriegsauseichnung
genauer anzugeben, welche satzungsgemäßen
estimmungen für 7 gelten. Einzelne Stichworte
müssen genügen. Für Genaueres, ebenso für die
Trageweise, muß auf die Satzungen selbst, die grundsätzlich
öffentlich bekanntgemacht worden sind, verwiesen
werden.
Indernachfolgenden Übersicht sind die bisher vorhandenen-Kriegsauszeichnungen
innerhalb Deutschlands
nach der Reihenfolge der Staaten angeführt,
innerhalb der einzelnen Staaten nach der Zeitfolge
des ursprünglichen Stiftungsjahres.
Deutschland.
Preußen. Roter-Adler-Orden. Gestiftet 1705
von Georg Wilhelm, Erbprinzen von Brandenburg-Bayreuth.
Nur für Offiziere. Für Kriegsverdienst:
mit Schwertern und an schwarz-weißem Bande.
4 Klassen in 6 Abstufungen (s. Taf. I, Fig. 3: 3. Klasse
mit Schwertern).
Orden Pour le mérite. Gestiftet 1740 von
Friedrich dem Großen. Nur für Offiziere. Tapferkeitsorden.
2 Klassen. (Ganz ausnahmsweise auch
Großkreuze verliehen.) S. Laf. J, Fig. 2.
Eisernes Kreuz. Gestiftet 1813 von Friedrich
Wilhelm III., neu errichtet 1870 von Wilhelm I., wieder
neu errichtet 1914 von Wilhelm II. Für Offiziere,
Unteroffiziere und Mannschaften. Für Verdienste auf
dem Kriegsschauplatz und militärische Verdienste von
IV. Kultur und Geistesleben
Offizieren in der Heimat: an schwarz-weißem Bande
(s. Taf. I. Fig. 1), für sonstige Verdienste in der Heimat:
an weiß---schwarzem Bande. 2 Klassen und
»Großkreuz«, letzteres die höchste soldatische Auszeichnung
Preußens. Die 1. nur nach Besitz der 2. Klasse.
Besitzer der 2. Klasse aus dem Kriege von 1870/71
erhalten eine auf dessen Band zu tragende = Spangemit
dem Kreuze von 1914 in Vrrlleinerung, statt der
2. Klasse von 1914.
Königl. Hausorden von Hohenzollern.
Gestiftet 1851 von Friedrich Wilhelm IV. Nur für
Offiziere. Für Kriegsverdienst: mit Schwertern und
an schwarz-weißem Bande. 4 Klassen.
Kronenorden. Gestiftet 1861 von Wilhelm I.
Nur für Offiziere. Für Kriegsverdienst: mit Schwertern
und ans cwarz weißem ande. 4 Klassen in 5 Abstufungen
(s. Taf. I, Fig. 4: 3. Klasse mit Schwertern).
Rote-Kreuz-Medaille. Gestiftet 1898 von
Wilhelm II. Für Verdienst auf dem Gebiete der Menschenliebe.
Auch Frauenorden. 3 Klassen (s. Taf. 1,
Fig. 5: 2. Klasse).
Bayern. Militärverdienstmedaille. Gestiftet
1794 vom Kurfürsten Karl Theodor. Nur für
Feldwebelleutnants, Unteroffiziere und Mannschaften.
2 Klassen. Mit Zulagen verbunden (s. Taf.l,
Medaille in Silber).
ilitär-Max-Joseph-Orden. Gestiftet 1806
vom König Max Joseph I. Nur für Offiziere. Tapferkeitsorden.
Für die rangältesten Ritter, Kommandeure
und Großkreuze mit Jahreseinkünften verbunden.
3 Klassen, die alle für bayerische Offiziere den
persönlichen Adel mit -Ritter vone mit sich bringen,
falls auch der Vater und der Großvater den Orden
besaß, den Anspruch auf Verleihung des Erbadels.
Militärverdienstorden. Gestiftet 1866 von
Ludwig II. Für Kriegsverdienst: mit Schwertern an
besonderem Band, für Personen des Soldatenstandes;
für Beamte und Zivilpersonen: das Band mit schwarzen
Randstreifen. 6 Klassen (s. Taf. I, Fig. 6: 4. Klasse
mit der Krone und Schwertern) und Militärverdienstkreuz
in 3 Klassen, letzteres nur für Unteroffiziere und
Mannschaften (s. Taf. J, Fig. 7: 3. Klasse mit der
Krone und Schwertern).
Verdienstkreuz und Dienstauszeichnungskreuz
für freiwillige Krankenpflege. Gestiftet
1901 vom Peinzregenten Luitpold. Verdienstkreuz
in 2 Klassen, für Kriegsverdienst: mit Spange mit
der Jahreszahl des Feldzuges. Dienstauszeichnungskreuz
für 20 Dienstjahre. Auch Frauenorden.
Militärsanitätsorden. Gestiftet 1914 von
Ludwig III. Für Sanitlätsoffiziere. 2 Klassen, mit
Zulagen verbunden (s. Taf. I, Fig. 8: 2. Klasse).
König= Ludwig-Kreuz. Gestiftet 1916 von
Ludwig III. Für Kriegsverdienst in der Heimat.
1 Klasse. Auch Frauenorden.
Königreich Sachsen. Militär-Sankt-Heinrichs-Orden.
Gestiftet 1736 vom Kurfürsten
August III. Nur für Offiziere. Tapferkeitsorden.
4 Klassen (s. Taf. I, Fig. 10: Ritterkreuz).
Militär-Sankt. Gnrichs-Medaisle. Gestiftet
1796 als = Militärverdienstmedaille= vom Kurfürsten
Friedrich August III. Nur für Unteroffiziere und
Mannschaften. 2 Klassen (s. Taf. I. Fig. 11: Medaille
in Silber).
Verdienstorden. Gestiftet 1815 von Friedrich
August I. Für Kriegsverdienst: mit Schwertern.
6 Klassen (s. Taf. I, Fig. 12: Ritterkreuz 1. Klasse mit
Schwertern).