Full text : Sonderabdruck Vorträge aus dem 2. Lehrgang des stellvertretenden Generalkommandos XI. AK

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Wechselkurse
für  Newyork  Holland  Schweden  Schweiz
20.  Juli  1914  4.0¼  1569.05  112.25  81.40
1.  Februar  1916  5.4  232¼  150¾  1045
1.  Juli  1916  5.19⅛  225¼  159¼  103  ⅛
2.  Jannar  1917.  .  5.54  239¼  172¼  117½
5.  April  1917.  .  554  250¼  1773¾  1245/
2.  Juli  1917  —  275¼  199¾  1317/
31.  Oktober  1917  —  309¼  257¼  156
15.  November  1917.  —  301  1/  254¼  156
28.  November  1917.  —  294/  249¼  153/
Also  standen  Ende  Oktober  die
Wechselkurse  der  Staaten,  mit
denen  wir  jetzt  noch  arbeiten,  ca.  80  %  130  %  90  %

über  ihrem  gewöhnlichen  Stand,  d.  h.  über  dem,  der  dem  Verhältnis  des
Goldgehalts  der  ausländischen  Währungen  zu  dem  unserer  Währung
entspricht.

Das  sind  erschreckend  hohe  Kurse!  Es  ist  verständlich,  daß  sie  viele
mit  Sorge  erfüllen,  und  noch  begreiflicher,  daß  unsere  Feinde  sie  benutzen,
um  mit  ihnen  den  nahen  geldlichen  Zusammenbruch  unseres  Landes  zu
beweisen.  Sie  behaupten,  jene  hohen  Kurse  seien  die  Folge  eines  übermäßigen
  Notenumlaufs  bei  uns  und  der  dadurch  hervorgerufenen  Entwertung
  unseres  Geldes,  die  auch  in  dem  Steigen  aller  Preise  bei  uns
in  Deutschland  zum  Ausdruck  käme.  Diese  Behauptung  von  der  Entwertung
  unseres  Geldes  hört  man  öfters  auch  bei  uns.  Sie  ist  aber
bestimmt  nicht  berechtigt.

Das  Steigen  der  Warenpreise  eines  Landes  kann  durch  zweierlei
Gründe  verursacht  werden,  durch  eine  Entwertung  des  Geldes,  wie  sie
beispielsweise  die  Ausgabe  der  reines  Papiergeld  darstellenden  45  Milliarden
Franken  Assignate  der  französischen  Revolution  zur  Folge  hatte,  oder
durch  eine  Knappheit  und  gesteigerte  Einfuhr  und  Herstellungskosten  der
Waren.  Wenn  heute  für  Kaffee  20  M.,  für  Reis  5  M.  das  Pfund  verlangt
  wird,  wenn  für  den  Meter  Seide  40  u.  60  M.  bezahlt  wird,  dann
liegt  es  auf  der  Hand,  daß  dies  geschieht,  weil  diese  Auslandswaren  so
selten  geworden  sind,  daß  der  gewaltigen  Nachfrage  nur  ein  winziges
Angebot  gegenübersteht,  und  weil  die  wenigen  eingeführten  Waren  sich
schon  bei  der  Einfuhr  um  ein  vielfaches  teurer  stellen  als  vor  dem  Krieg.
Bei  den  Sachen,  die  wir  im  Inland  erzeugen,  ist  das  Angebot  größer,
aber  auch  längst  nicht  mehr  der  Nachfrage  entsprechend.  Außerdem  sind