Volltext : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1909. (36)

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Das  Ausheben  von  Fasanen=  und  Hühnergelegen  zur  künstlichen  Ausbrütung  und
Aufzucht  ist  dem  Jagdausübungsberechtigten  gestattet.

88.

1  Vom  Beginne  des  15.  Tages  der  für  eine  Wildart  festgesetzten  Hegezeit  bis  zu
deren  Ablauf  ist  es  verboten,  derartiges  Wild  lebend  oder  tot,  in  ganzen  Stücken  oder
zerlegt,  aber  nicht  zum  Genusse  fertig  zubereitet,  zu  versenden,  zum  Verkaufe  umherzutragen
oder  auszustellen  oder  feilzubieten,  zu  veräußern,  zu  erwerben  oder  die  Veräußerung  von
solchem  Wilde  zu  vermitteln.

2  Dieses  Verbot  gilt  für  Rehgeißen,  Gems=  und  Nehkitzen,  vorbehaltlich  der  Bestimmung
  in  §  9  Ziffer  3,  für  das  ganze  Jahr.

*  Die  Frist  nach  Absatz  1  kann  von  der  Distriktspolizeibehörde  auf  weitere  14  Tage
verlängert  werden,  wenn  am  Schlusse  der  Schußzeit  beim  Gesuchsteller  noch  ein  größerer
Vorrat  von  Wildbret  vorhanden  ist.

§  9.

!  Die  Vorschrift  des  §  8  Abs.  1  findet  keine  Anwendung:

1.  auf  Wildbret  aus  Kühlhäusern,  welche  nach  den  von  den  K.  Staatsministerien  des
Königlichen  Hauses  und  des  Außern  und  des  Innern  zu  erlassenden  Bestimmungen
  betrieben  werden;

2.  auf  lebendes  Wild,  welches  zum  Zwecke  der  Blutauffrischung  oder  der  Einführung
einer  Wildart  mit  Erlaubnis  der  für  den  Empfangsort  zuständigen  Distriktspolizeibehörde
  angekauft  und  versendet  wird;

3Z.  auf  Wild,  welches  mit  Erlaubnis  oder  auf  Anordnung  der  Distriktspolizeibehörde
(§§  4  und  5)  erlegt,  oder  im  Strafverfahren  in  Beschlag  genommen  oder  eingezogen
  worden  ist.

Das  mit  Erlaubnis  oder  auf  Anordnung  der  Distriktspolizeibehörde  erlegte  Rot-,
Dam=  und  Rehwild  muß  mit  dem  als  Begleitschein  dienenden  Erlaubnisscheine  dieser
Behörde  versehen  sein,  wenn  es  in  ganzen  Stücken  oder  zerlegt  versendet  oder  sonstwie  in
den  Verkehr  gebracht  wird.

Zu  diesem  Zwecke  werden  die  Erlaubnisscheine  (IJ  4  Abs.  5  und  §  5  Abs.  3)  dem
Jagdausübungsberechtigten  in  so  viel  Ausfertigungen,  mit  fortlaufenden  Nummern  versehen,
zugestellt,  als  Wildstücke  zum  Abschuß  genehmigt  werden.

§  10.

Es  ist  verboten,  Rehwild  vor  der  Zerlegung  (Zerwirkung)  so  zuzurichten,  daß  das
Geschlecht  nicht  mehr  ohne  Weiteres  zu  erkennen  ist,  oder  so  zugerichtetes  Rehwild  zu  ver-