354 Bayern unter König Max 1 Joseph.
Lofer und die Pässe bei Strub, schlugen die Oesterreicher
und Tyroler (13. Mai) bei Wörgel, zerstörten im Sturm
(15. Mai) Schwatz, verwandelten vierzehn Ortschaften in
Schutthaufen und besetzten (19. Mai) Innsbruck. Der Aufruhr
schien gedämpft. Wrede eilte mit seiner Diovision wieder
auf den Kampfplatz an der Donau und erwarb sich durch seine
Dienste, die er bei Wagram (5. und 6. Juli 1809) leistete,
lden Grafentitel und die Güter Englzell, Mondsee und
Suben. Inzwischen erneuerten die Tyroler nach der Niederlage,
die Napoleon bei den Dörfern Aspern und Eßling (21. und
22. Mai 1809) erlitten hatte, den Aufruhr. Die unter Deroy
zurückgebliebene bayerische Division, von einem dreimal stärkeren
Insurgentenhaufen angegriffen, von allen Seiten umzingelt, ohne
Zufuhr von Lebensmitteln und ohne Hoffnung auf Unterstützung
mußte Tyrol gegen Ende Mai's verlassen und mit schwerem Verluste
nach Bayern sich zurückziehen. Die Tyroler und Vorarl-=berger
machten nun aus ihren Gebirgen Ausfälle in die oberländischen
Gebiete Bayerns, um Geld, Lebensmittel und Waffen
zu erpressen. Auf der ganzen Linie von Reichenhall bis Lindau
gab es einzelne Gefechte mit den Insurgenten. Als nach dem Waffenstillstande
zu Zmnaim (12. Juli) die Oesterreicher vertragsmäßig
aus Tyrol abzogen, befürchteten die Tyroler von der
schon empfundenen Rache ihrer Gegner das Schlimmste und beschloßen,
den Kampf für sich fortzusetzen. Statt also dem Marschall
Lefevre, der mit Franzosen, Bayern und Sachsen
in Tyrol wieder vordrang, sich zu ergeben und die Waffen zu
strecken, zwangen sie die kriegsgewandten Truppen in einem blutigen
Treffen bei Innsbruck (13. August 1809) zum Rückzuge,
auf welchem selbst Weiber durch Herabstürzen von Steinmassen
und Baumstämmen mit den hinter Bäumen und Felsen lauernden
Scharsschützen die Reihen der Flüchtigen lichteten.
Erst nach dem Frieden von Schönbrunn (14. Juli 1809),
als die vereinigten bayerischen Truppen (25. Oktober) das Unterinnthal
gegen Innsbruck zu mit unwiderstehlicher Gewalt
durchzogen und (1. November) den Berg Isel erstürmt hatten,
während ein französisch-italienisches Heer unter dem Vicekönig
Eugen Beauharnais im südlichen Tyrol vordrang,
sandte Hofer Unterwerfungsschreiben an Eugen. Aber verleitet
durch falsche Berichte, als habe Oesterreich die Feindseligkeiten
gegen die Franzosen erneuert, rief Hofer (15. November) seine
Landsleute neuerdings zu den Waffen. Da ward die Amnestie,
welche den Tyrolern im Friedensschlusse von Schönbrunn zugesichert