Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1912. (39)

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ordnung  des  Staatsministeriums  des  Innern  Gutachten  und  kann  von  sich  aus  Anträge
zur  Verbesserung  von  Verhältnissen  und  Einrichtungen  stellen.
I!  Der  Obermedizinalausschuß  soll  insbesondere  einvernommen  werden:

1.  über  den  Erlaß  allgemeiner  Vorschriften,  namentlich  über  Entwürfe  von  Gesetzen,
Verordnungen  und  oberpolizeilichen  Vorschriften  der  Zivilstaatsministerien,  die  das
Gesundheitswesen  betreffen,

2.  über  die  Bescheidung  der  Verhandlungen  der  Arztekammern  und  der  Apothekerkammern,


#über  Standesfragen  der  Arzte,  Tierärzte  und  Apotheker,
über  die  Errichtung  von  Apotheken,  über  die  Erteilung  der  Bewilligung  zum
Betrieb  und  zur  Verlegung  von  Vollapotheken  und  von  homöopathischen  Apotheken,
über  die  Zurücknahme  und  die  Einstellung  der  Bewilligung  im  Beschwerdeverfahren
beim  Staatsministerium  des  Innern.

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1  Der  Obermedizinalausschuß  ist  dem  Staatsministerium  des  Innern  unmittelbar  untergeordnet
  und  verkehrt  nur  mit  diesem.
II  Die  Gutachtertätigkeit  für  andere  Behörden  vermittelt  das  Staatsministerium  des  Innern.

§  3.

1  Der  Obermedizinalausschuß  besteht  aus  dem  rechtskundigen  Referenten  für  Gesundheitswesen
  und  aus  dem  ärztlichen  und  dem  tierärztlichen  Referenten  im  Staatsministerium
des  Innern,  dann  aus  Mitgliedern,  die  Wir  aus  dem  Kreise  der  Hochschullehrer,  der
Amtsärzte,  der  Amtstierärzte,  der  praktischen  Arzte,  der  praktischen  Tierärzte  und  der
Apotheker  berufen.

1I  Die  von  Uns  berufenen  Mitglieder  scheiden  nach  4  Jahren  aus  dem  Obermedizinalausschuß
  aus,  können  jedoch  wieder  berufen  werden.

III  Die  Mitglieder  des  Obermedizinalausschusses,  die  nicht  etatsmäßige  Beamte  sind,
erhalten  für  die  Dauer  ihrer  Dienstleistung  eine  jährliche  Entschädigung,  deren  Höhe  das
Staatsministerium  des  Innern  bestimmt;  dieses  kann  ihnen  daneben  für  umfangreichere
Arbeiten  besondere  Vergütungen  bewilligen.

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§  4.
!  Der  Obermedizinalausschuß  wählt  aus  seiner  Mitte  auf  4  Jahre  einen  Vorsitzenden
und  einen  Stellvertreter.
II  Wählbar  sind  nur  solche  Mitglieder,  die  sich  an  allen  Beratungen  beteiligen  können.