Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1912. (39)

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Maßstab,  ein  Meßgefäß,  eine  Lupe,  erforderlichenfalls  ein  brauchbares  Mikroskop,  Instru—
mente  und  geeignete  Färbemittel  zur  Herstellung  frischer  mikroskopischer  Präparate  sowie
einige  reine  Glas=  und  Porzellangefäße  zur  Aufbewahrung  von  Kadaverteilen,  die  mikroskopisch
oder  chemisch  untersucht  werden  sollen.  4

84.

Die  Zerlegungen  sind  an  einem  vom  Bezirkstierarzte  für  geeignet  erachteten  Orte
auszuführen.  Zerlegungen  bei  künstlichem  Lichte  sind  nur  ausnahmsweise  zulässig.  Die
Ausnahme  ist  in  der  Niederschrift  anzuführen  und  besonders  zu  begründen.  Die  Ortspolizeibehörde
  hat  für  die  zur  Ausführung  der  Zerlegungen  etwa  erforderliche  Hilfsmannschaft
  zu  sorgen.

§  5.

Der  Bezirkstierarzt  hat  die  Verpflichtung,  sich  über  alle  Verhältnisse  (Krankheitsverlauf
und  an  den  Tieren  beobachtete  Krankheitserscheinungen),  die  für  die  Zerlegung  und  das
abzugebende  Gutachten  von  Bedeutung  sind,  vor  oder  während  der  Zerlegung  zu  unterrichten.
Die  Ergebnisse  dieser  Ermittlungen  sind  entweder  vor  den  eigentlichen  Untersuchungsbefunden
oder  im  Anschluß  daran,  jedoch  in  allen  Fällen  getrennt  davon,  in  der  Niederschrift  anzugeben.

§  6.

(1)  In  Fällen,  in  denen  ein  bestimmtes  Gutachten  erst  nach  der  weiteren  Untersuchung
einzelner  Teile  abgegeben  und  diese  Untersuchung  aus  äußeren  Gründen  nicht  sofort  bei  der
Zerlegung  vorgenommen  werden  kann;  sind  die  betreffenden  Teile  zurückzulegen  und  möglichst
schnell  nachträglich  zu  untersuchen.

(2)  In  dem  über  das  Ergebnis  der  Untersuchung  zu  erstattenden  Bericht  ist  anzugeben,
zu  welcher  Zeit  die  nachträgliche  Untersuchung  vorgenommen  und  welches  Verfahren  dabei
angewandt  worden  ist.

II.  Gang  der  Zerlegung.

§  7.

(1)  Die  folgenden  Vorschriften  über  den  Gang  der  Zerlegung  gelten  für  die  gewöhnlichen
  Fälle.  In  Fällen,  in  denen  von  diesem  Gange  abgewichen  worden  ist,  sind  in  der
Niederschrift  die  Gründe  anzugeben,  die  die  Abweichung  veranlaßt  haben.

(2)  Bei  der  Tötung  und  Zerlegung  eines  Tieres,  dessen  Krankheitszustand  voraussichtlich
  die  Verwertung  des  Fleisches  zur  menschlichen  Nahrung  gestattet,  kann,  insoweit
dadurch  die  Feststellung  der  Krankheit  nicht  beeinträchtigt  wird,  das  beim  Schlachten  und
bei  der  Fleischbeschau  gebräuchliche  Verfahren  in  Anwendung  kommen.