Contents : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1908. (35)

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Hierauf  kocht  man  das  Ganze  nochmals  auf,  läßt  dasselbe  6  Stunden  in  der  Wärme
stehen,  gießt  die  klare  Flüssigkeit  durch  ein  Filter  von  bekanntem  Aschengehalte,  wäscht  den
im  Becherglase  zurückbleibenden  Niederschlag  wiederholt  mit  heißem  Wasser  aus,  indem  man
jedesmal  absetzen  läßt  und  die  klare  Flüssigkeit  durch  das  Filter  gießt,  bringt  zuletzt  den
Niederschlag  auf  das  Filter  und  wäscht  so  lange  mit  heißem  Wasser,  bis  das  Filtrat  mit
Silbernitrat  keine  Trübung  mehr  erzeugt.  Filter  und  Niederschlag  werden  getrocknet,  in
einem  gewogenen  Platintiegel  verascht  und  geglüht;  hierauf  befeuchtet  man  den  Tiegelinhalt
mit  wenig  Schwefelsäure,  raucht  letztere  ab,  glüht  schwach,  läßt  im  Exsikkator  erkalten
und  wägt.

Lieferte  die  Prüfung  ein  positives  Ergebnis,  so  ist  das  Fleisch  im  Sinne  der  Ausführungsbestimmungen
  D  §  5  Nr.  3  als  mit  schwefliger  Säure,  schwefligsauren
Salzen  oder  unterschwefligsauren  Salzen  behandelt  zu  betrachten.  Liegt  ein  Anlaß
vor,  festzustellen,  ob  die  schweflige  Säure  unterschwefligsauren  Salzen  entstammt,  so  ist  in
folgender  Weise  zu  verfahren:

b)  50  g  der  zerkleinerten  Fleischmasse  werden  mit  200  cem  Wasser  und  Natriumkarbonatlösung
  bis  zur  schwach  alkalischen  Reaktion  unter  wiederholtem  Umrühren  in  einem
Becherglase  eine  Stunde  ausgelaugt.  Nach  dem  Abpressen  der  Fleischteile  wird  der  Auszug
filtriert,  mit  Salzsäure  stark  angesäuert  und  unter  Zusatz  von  5  g  reinem  Natriumchlorid
aufgekocht.  Der  erhaltene  Niederschlag  wird  abfiltriert  und  so  lange  ausgewaschen,  bis  im
Waschwasser  weder  schweflige  Säure  noch  Schwefelsäure  nachweisbar  sind.  Alsdann  löst
man  den  Niederschlag  in  25  cem  5  prozentiger  Natronlauge,  fügt  50  cem  gesättigtes
Bromwasser  hinzu  und  erhitzt  bis  zum  Sieden.  Nunmehr  wird  mit  Salzsäure  angesäuert
und  filtriert.  Das  vollkommen  klare  Filtrat  gibt  bei  Gegenwart  von  unterschwefligsauren
Salzen  im  Fleische  auf  Zusatz  von  Baryumchloridlösung  sofort  eine  Fällung  von
Baryumsulfat.

4.  Nachweis  von  Fluorwasserstoff  und  dessen  Salzen.

25  38  der  zerkleinerten  Fleischmasse  werden  in  einer  Platinschale  mit  einer  hinreichenden
  Menge  Kalkmilch  durchgeknetet.  Alsdann  trocknet  man  ein,  verascht  und  gibt  den  Rückstand
  nach  dem  Zerreiben  in  einen  Platintiegel,  befeuchtet  das  Pulver  mit  etwa  drei  Tropfen
Wasser  und  fügt  1  cem  konzentrierte  Schwefelsäure  hinzu.  Sofort  nach  dem  Zusatze  der
Schwefelsäure  wird  der  behufs  Erhitzens  auf  eine  Asbestplatte  gestellte  Platintiegel  mit
einem  großen  Uhrglase  bedeckt,  das  auf  der  Unterseite  in  bekannter  Weise  mit  Wachs  überzogen
  und  beschrieben  ist.  Um  das  Schmelzen  des  Wachses  zu  verhüten,  wird  in  das  Uhr
glas  ein  Stückchen  Eis  gelegt.