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April.
Königin gerathen, die Annexion der italienischen Herzogthümer und der
Romagna anzuerkennen.
7. April. Garibaldi kündigt in der sardinischen Kammer eine Motion
gegen die Abtretung von Nizza an. Cavour erwidert, da die Kammer
noch nicht constituirt sei, so könne sie über diese Frage nicht discutiren.
Die Kammer stimmt bei.
10. Die sardinische Deputirtenkammer wählt mit 219 gegen 129
Stimmen den Candidaten des Ministeriums, Lanza, zu ihrem Präsidenten.
11. Der englische Gesandte in Turin, Sir James Hudson, ladet
den General Garibaldi und die einflußreichsten Mitglieder der neapolitanischen
Emigration zur Tafel ein.
12. Der neue Präsident des sardinischen Parlaments eröffnet
die Kammer: „11 Millionen Italiener bilden nun ein Reich unter
einem Könige und mit einer Armee von 200,000 Soldaten, Dank
der Vorsehung und dem Kaiser von Frankreich. Die Einigkeit macht
stark, und wir haben Einigkeit, Geld und Waffen nöthig, um die Früchte
feierlicher Acte politischer Weisheit und bürgerlichen Muthes zu pflücken“".
— Garibaldi stellt in der sardinischen Kammer seine Motion gegen
die Abtretung von Nizza. Die Kammer geht „in der Hoffnung, daß
die Regierung die constitutionellen Garantieen aufrecht halten und gleichzeitig
für eine ersprießliche Freiheit des Plebiscits in Savoyen und
Nizza Sorge zu tragen wissen werde“, mit starker Majorität zur Tagesordnung
über.
13. Die sardinische Deputirtenkammer genchmigt die Annexion
von Toskana und der Emilia in dreifacher Abstimmung, zuerst
durch Acclamation, dann durch Namensaufruf (214 Ja von 215 Stimmen)
und endlich durch geheime Abstimmung (211 von 213 Stimmen).
Der Abgeordnete Massei bedauert, daß die Annexion Toskanas nicht
vollkommen sei, weil es eine besondere Verwaltung habe und daher im
Provisorium bleibe. Der Minister Farini antwortet, daß die Reglerung
den festen Willen habe, Toskana dauernd zu organisiren; Verfassung
und Grundgesetze von Sardinien werden sofort dort eingeführt
werden. ·
14. Die sardinische Deputirtenkammer geht mit großer Mehrheit
über die Petitionen aus Nordsavoyen zur Tagesordnung über. Es
wird in diesen Petitionen verlangt, daß man die Annexionsabstimmung
weiter fasse und namentlich auch über den Anschluß an die Schweiz
abstimmen lasse. Die Kammer vertagt sich darauf auf den 1. Mai.
Die Deputirten werden eingeladen, dem Könige auf seinen Reilsen nach
Mittelitalien das Ehrengeleit zu geben.
4. April. Die Mehrheit der schweiz. Bundesversammlung ist gegen
eine militärische Besetzung des neutralen Theiles von Savoyen,
da dieselbe zu einem Kriege mit Frankreich führen könnte oder müßte,
indem die Schweiz, ohne Zweifel von keiner einzigen Großmacht
unterstützt, nothwendig unterliegen würde. Sie ertheilt daher dem
Bundesrathe die von ihm geforderten unbedingten Vollmachten erst,
nachdem sich die von ihr niedergesetzten Commissionen vergewissert
hatten, daß der Bundesrath die Ansprüche der Schweiz auch ferner
nur auf dem Gebiete der Unterhandlungen weiter verfolgen werde.
Der Bundesrath entläßt daher die aufgebotenen Truppen größtentheils
wieder.
5. April. Die Schweiz stellt in einer Note an alle Mächte das bestimmte
Gesuch, es möchte eine Conferenz zusammentreten, um die Savoyerfrage
zu erledigen.