Full text : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1859. (25)

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Beförderungs-  10)  Als  Beförderungszeit  für  Extraposten  und  Couriere  ist  festgesetzt:
zelten.  a)  für  Extraposten,  welche  die  regulativmäßige  Bespannung  haben:
auf  ebenen  Chausseen  40
.:  gebirgigen  Chaussen  45  Minuten  auf  die  Postmeile,
é  unchaussirten  Straßen  50
b)  für  sahrende  und  reitende  Couriere,  wenn  erstere  leichte  Wagen  und  die  vorschriftsmäßige
  Bespannung  haben:
auf  ebenen  Chausseen  35
gebirgigen  Chausseen  38  Minuten  auf  die  Postmeile.
5  unchaussirten  Straßen  40  .
Wird  der  Reisende  auf  seinen  Wunsch  und  im  Einverständnisse  mit  dem  Posthalter  durch
eine  geringere  Anzahl  von  Pferden,  als  in  Punkt  5  vorgeschrieben  ist,  befördert,  so  kann  er
auf  das  Einhalten  der  normalmäßigen  Beförderungszeit  keinen  Anspruch  machen.

Führung  des  11)  Dem  Postillon  allein  gebührt  es,  die  Pferde  zu  führen;  wenn  der  Reisende  oder

Gespanns  2c.  dessen  Leute  an  dem  Postillon  Thätlichkeiten  verüben,  so  ist  der  letztere  befugt,  sogleich  auszuspannen,
  was  auch  zu  geschehen  hat,  wenn  der  Reisende  selbst  die  Pferde  durch  Schläge  antreiben
  sollte.  6

Anbringen  von  12))  Beschwerden  über  die  Beförderung  oder  sonstige  Vorkommnisse  können  in  das  §  44
Beschwerden.  gedachte  Beschwerdebuch  eingetragen  werden.

VII.  Abschnitt.
Beförderung  von  Briefen  und  Packeten  mit  Staffette.

Umfang  der  &47.Bei  jeder  Postanstalt  eines  Poststationsorts,  sowie  bei  jeder  an  einer  Eisenbahn-Stafferten=
  station  gelegenen  Postanstalt  kann  ein  Brief  oder  Packet  zur  Beförderung  mittelst  Staffette
beförderung.  .  .  .  .  »
(Extraritts)  zu  jeder  Tags-  und  Nachtzeit  aufgegeben  werden;  die  Beförderung  selbst  erfolgt
entweder  mittelst  reitender  Postillons  oder  eines  einspännigen  Cariols  und  in  der  für  die
Courierbeförderung  vorgeschriebenen  Zeit.

Wiegt  die  Staffettensendung  über  20  Pfund,  so  hat  die  Beförderung  derselben  mittelst
Wagens  und  zweier  Courierpferde  zu  geschehen.

Beförderung  48.  Staffettensendungen  können,  wenn  in  dieser  Weise  für  die  Beschleunigung  ihrer
1  Beförderung  bis  zu  ihrem  Bestimmungsorte  Vortheile  zu  erlangen  sind,  entweder  auf  die
den  Eisenbahn=  ganze  Strecke  oder  auf  einen  Theil  derselben  mit  Eisenbahnzügen,  beziehendlich  unter

zügen.  Mitgabe  eines  besonderen  Begleiters  zu  diesen  Sendungen  von  Seiten  der  betreffenden  Postanstalt,

  versendet  werden.