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Falle eintretender Invalidität oder Ablebens der Ersteren diejenigen Unterstützungen unge—
schmälert zu gewähren, welche ihnen in diesen Fällen die Königlich Sächsische Regierung nach
dem Staatsdienergesetze vom 7. März 1835 beziehendlich den Statuten der Unterstützungs-
und Pensionscasse für Staatseisenkahn= und Telegraphenbeamte zu gewähren gehabt hätte.
Artikel 4.
Die Cautionen der betreffenden Beamten werden gegen Empfangsbekenntniß und Rück-
gabe der vom Königlich Sächsischen Finanzministerium hierüber ausgestellten Cautionsscheine
an die Königlich Preußische Telegraphenverwaltung ausgehändigt werden.
Artikel 5.
Die zu Ausübung des Telegraphenwesens nach dem Königreiche Sachsen stationirten
Königlich Preußischen Telegraphenbeamten behalten auf die Dauer ihres Aufenthalts im
Königreiche Sachsen ihre Staatsangehörigkeit im Königreiche Preußen bei; dieselben stehen
unter der Disciplinargewalt der Königlich Preußischen Telegraphenbehörde, im Uebrigen aber
unter den Königlich Sächsischen Gesetzen und haben bei dem Gerichte ihres Aufenthaltsorts
Recht zu leiden. Hinsichtlich ihrer Abgabenpflichtigkeit im Königreiche Sachsen sind sie nach
denselben Grundsätzen zu beurtheilen, welche hinsichtlich der im Auslande stationirten Zoll-
beamten gegenseitig angenommen sind.
Artikel 6.
Den Königlich Sächsischen Beamten, welche in den Königlich Preußischen Telegraphen=
dienst übertreten, bleibt überlassen, aus dem Königlich Sächsischen Unterthanenverbande aus-
zuscheiden und in den Königlich Preußischen überzugehen; so lange dieß nicht geschehen ist,
behalten sie ihre Staatsangehörigkeit im Königreiche Sachsen bei.
Werden Personen angestellt, welche weder im Königreiche Sachsen noch im Königreiche
Preußen staatsangehörig sind, so haben dieselben Heimathsscheine beizubringen.
ꝛc. 2c.
Artikel 12.
Die Königlich Preußische Regierung macht sich verbindlich, nicht nur die dermaligen
Königlich Sächsischen Staatstelegraphenbüreaus und Leitungen unverkürzt zu erhalten und
an denjenigen Orten, welchen die Errichtung solcher Leitungen oder Büreaus bereits in Aus-
sicht gestellt worden ist, als Stollberg, Limbach, Burgstädt, Lichtenstein, Marienberg, Johann-
georgenstadt, Schönheida und Lengenfeld, solche innerhalb zwei Jahren vom Tage der Rati-
fication des gegenwärtigen Vertrags an gerechnet, zu errichten, sondern auch das Königlich
Sächsische Telegraphennetz, soweit dieß im Interesse des Verkehrs nöthig oder zweckmäßig er-
scheint, weiter auszudehnen und die hierauf gerichteten Anträge der Königlich Sächsischen
Regierung thunlichst zu berücksichtigen.
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