Full text : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1868. (34)

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Schlußbestimmung.

g  82.  Auf  die  bei  Erlaß  des  gegenwärtigen  Gesetzes  bereits  bestehenden  juristischen
Personen  leidet  in  Bezug  auf  den  von  ihnen  bereits  geführten  Namen  §  12  keine  Anwendung,
  auch  wird  die  Fortdauer  ihrer  juristischen  Persönlichkeit  nicht  durch  die  Befolgung
der  über  deren  Erwerb  in  gegenwärtigem  Gesetze  enthaltenen  Vorschriften  bedingt,  und  treten
für  sie  §  18,  Abs.  3,  §  20,  Abs.  2,  und  §  67  erst  ein  Jahr  nach  Beginn  der  Wirksamkeit
  des  Gesetzes  in  Kraft.

Genossenschaften  dieser  Art  haben  die  §  16,  Abs.  3,  und  &  66  vorgeschriebenen  Anzeigen
zum  ersten  Male  binnen  vier  Wochen  nach  Inkrafttreten  dieses  Gesetzes  zu  erstatten,  auch  in
derselben  Frist  der  Vorschrift  im  §  16,  Abs.  1  nachzukommen,  und  sind  nach  dessen  Erfolg  in
das  Genossenschaftsregister  einzutragen.

Endlich  bleiben  Abweichungen  von  §&  4  und  &  11,  Nr.  2,  ebenso  wie  von  den  Vorschriften
  im  6  42,  Satz  2,  und  &  44  auf  Grund  eines  vor  Erlassung  gegenwärtigen  Gesetzes
abgeschlossenen  Gesellschaftsvertrags,  selbst  wenn  die  Genossenschaft  erst  später  die  juristische
Persönlichkeit  erlangt,  so  lange  in  Geltung,  bis  das  Statut  in  dieser  Beziehung  geändert  wird.

Insoweit  in  Statuten,  welche  vor  Erlassung  dieses  Gesetzes  errichtet  sind,  zu  Abänderung
derselben  oder  zur  Auflösung  der  Genossenschaft  die  ausdrückliche  Genehmigung  der  Staatsregierung
  erfordert  wird,  ist  dennoch  auch  in  dieser  Beziehung  nur  den  Vorschriften  dieses  Gesetzes
  nachzugehen.  Es  kann  jedoch  durch  solche  Statutenänderung  eine  der  Genossenschaft
etwa  bewilligte  und  dem  öffentlichen  Rechte  angehörige  Begünstigung  z.  B.  die  Ausgabe
unzinsbarer  Noten,  Befreiung  von  der  Stempelsteuer  u.  s.  w.,  ohne  ausdrückliche  staatliche
Genehmigung  weder  verlängert  noch  verändert  werden.

Urkundlich  haben  Wir  dieses  Gesetz  eigenhändig  vollzogen  und  Unser  Königliches  Siegel
beidrucken  lassen.

Dresden,  am  15.  Juni  1868.

Johann.

D.  Robert  Schneider.
Herrmann  von  Nostitz-Wallwitz.