Full text : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1876. (42)

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839.
Ueberweisung  zur  Ersatz-Reserve  zweiter  Klasse.
Alle  Militärpflichtigen,  welche  der  Ersatz-Reserve  zu  überweisen  sind,  aber  als  weniger
geeignet  oder  überschüssig  nicht  der  ersten  Klasse  zugetheilt  werden,  sind  der  Ersatz-Reserve
  zweiter  Klasse  zu  überweisen.
Die  Ueberweisung  zur  Ersatz-Reserve  zweiter  Klasse  erfolgt  durch  Ertheilung  eines
Ersatz-Reserve-Scheins  II.

–  40.
Ueberweisung  zur  Seewehr  zweiter  Klasse.

mIn  allen  Fällen,  in  welchen  Militärpflichtige  der  Landbevölkerung  der  Ersatz-Reserve

zu  überweisen  sind,  werden  Militärpflichtige  der  seemännischen  Bevölkerung  (8  21)
der  Seewehr  zweiter  Klasse  überwiesen.

.  Die  Ueberweisung  erfolgt  durch  Ertheilung  eines  Seewehr-Scheins.

8  41.
Endgültige  Entscheidungen  über  Militärpflichtige  im  Auslande.

Ueber  Militärpflichtige,  welche  ihren  dauernden  Aufenthalt  im  Auslande  haben,  darf
durch  die  Ober-Ersatz-Kommissionen  in  folgenden  Fällen  endgültig  entschieden  werden,
ohne  daß  ihr  persönliches  Erscheinen  vor  den  Ersatz-Behörden  erforderlich  ist:
a)  wenn  sie  durch  glaubhafte  ärztliche  Zeugnisse  nachweisen,  daß  sie  dauernd  un—
tauglich  sind  (8  36,  1);
b)  wenn  sie  durch  glaubhafte  ärztliche  Zeugnisse  nachweisen,  daß  sie  nur  bedingt
tauglich  sind  (8  37,  1  und  2);
c)  wenn  sie  durch  glaubhafte  obrigkeitliche  Zeugnisse  nachweisen,  daß  ihnen  einer
der  im  8  30,  2,  a.  —  e.  aufgeführten  Reklamationsgründe  zur  Seite  steht.
Zur  Ausstellung  glaubhafter  ärztlicher  Zeugnisse  (Nr.  1,  a.  und  b.)  können  be—
stimmte  Aerzte  im  Auslande  durch  den  Reichskanzler  ermächtigt  werden.  Die  er—

theilte  Ermächtigung  ist  durch  das  Central-Blatt  für  das  Deutsche  Reich  zu  ver—
öffentlichen.

Auch  sind  die  Aerzte  der  Kaiserlichen  Marine  befugt,  dergleichen  Zeugnisse  auszustellen.


Auf  den  nach  Nr.  1  vorzulegenden  Zeugnissen  ist  seitens  desjenigen  Konsuls  des
Deutschen  Reiches,  welcher  den  Militärpflichtigen  in  seiner  Matrikel  führt,  die  Identität
  zu  bescheinigen.