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so denken. Bischof Gratus war zu Sardika, und half die
Schluͤsse der Synode entwerfen, er mag sie auch mit
nach Karthago genommen haben: aber er muß, als selbst
gegenwärtig auf der sardicensiischen Synode, seine gute Ursachen
gewußt haben, warum er diese Schluͤsse den oͤffentlichen
Sammlungen der canonum nicht beifügte. Die nicänischen
Schlüsse fanden sich ganz richtig in diesen Sammlungen:
warum soll Gratus, besonders da ja der Afrikaner
in den sardicensischen Schlüssen ausdrücklich gedacht wird,
nachläßiger gewesen seyn, als Cäcilian, welcher der nicänischen
Synode beiwohnete? Woas ist billiger als zu sagen:
Gratus trug die sardicensischen Schlüsse deswegen nicht ein,
weil sie nicht waren, was die nicänischen gewesen sind.
Hätte man mehrere Nachrichten von der Beschaffenheit
der äaltesten Sammlungen der canonum, wie, durch wen,
auf wessen Befehl neue Canones in die öffentliche Sammlungen
eingetragen worden, ob es um diese Zeit schon öffentliche
Sammlungen, oder wenigstens öffentliche Eremplare
von Privatsammlungen gegeben — viele Vermuthungen und
Wahrscheinlichkeiten hat man über diese Fragen, aber keine
historisch dokumentirte Nachrichten. — Hätte man diese, so
ließen sich wohl alle Zweifel beantworten, und wahrscheinlich
wuͤrde man den Vertheidigern der sardicensischen Synode
einen ganz unaufloͤsbaren Knoten knuͤpfen koͤnnen.
g. 16.
Der nicänischen Synode kann man also die sardicensische
nimmermehr gleich setzen, denn das waͤre sonst eben
so viel, als den Bischof Coͤlestin einer ziemlichen unverzeihlichen
Ungeschicklichkeit in Vertheidigung seiner Rechte beschuldigen.
Sie war also nicht ökumenisch? — Wie man