durch dessen Leiter, den Admiral von Tirpitz. In ihm
erschloß sich mir eine wirklich überragend große Persön—
lichkeit, ein Mann, der nicht stur auf das engere Feld
seiner Aufgaben und Pflichten starrte, sondern das Ganze
bis in seine weltpolitischen Fernen und Wirkungen sah
und dem Ganzen mit allen reichen schöpferischen Kräften
seines umfassenden Könnens diente.
Das große Werk der Schaffung einer deutschen Kriegsflolke
war ihm vom Kaiser anverkrauk, und sein Leben,
Denken und Tun war erfüllk allein von dem Drang
und Willen, die ungeheure Aufgabe kroß aller äußeren
und inneren Widerstände zum Wohle des Reiches zu
meistern. Wie sehr ihm das gelungen ist, dafür wird
ihm die Schlacht am Skagerrak ein ewiges, ehrendes
Zeugnis und Denkmal bleiben — Ckagerrak, wo die
von ihm geschaffene und von seinem Geiste gekragene
deulsche Flotte ihre Feuerkaufe gefunden und im Kampfe
mit der vielfach stärkeren ersten Flotte der Welt glänzend
bestanden hat. Deutschland haffe damals allen
Grund, auf den herrlichen Angriffsgeist und die vorbildliche
Disziplin seiner blauen Jungens stolz zu sein.
Nur in einer grundlegenden Frage war ich in jenem
Jahre der Zusammenarbeik anderer Ansicht als der Großadmiral.
Er hielk daran fest, daß der Kampf mit England
um die Freiheit der Meere einmal ausgekragen
werden mußte, und sein Ziel war der „Risikogedanke“,
das will sagen: er krak dafür ein, unsere Flokke so stark
zu gestalken, daß den Engländern ein ekwaiger Kampf
gegen uns als ein zu schweres Wagnis erscheinen mußte,
weil für sie alsdann ein zu großer Einsatz auf dem Spiele
stand. Ein Einsatz, der nichk erfolgen konnke, ohne daß
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