92 Jerome Rapoleons Reise nach Osterreich--Ungarn und ihre Gründe.
der Verleitung anderer schuldig gemacht und keine aktiven Militärverhältnisse verletzt hätten,
auf allerhöchste Begnadigung Hoffnung gemacht werden dürfe. Ebensowenig könne die Re-
gierung nach den Erfahrungen, welche sie im vorigen Jahre gemacht habe, ihnen die Mittel zur
Reise versprechen oder in Croyes auszjahlen lassen, da ihr gar keine Bürgschaft gegeben sei,
daß dann die Reise auch wirklich angetreten werde.
Ich bemerke übrigens, daß, wenn Mitglieder der Legion wirklich die letztere verlassen
und nach Paris kommen sollten, um sich auf der Botschaft zu melden, eine Reiseunterstützung
unbedenklich ist, sofern dieselbe sich, vielleicht durch ein Abkommen mit der Eisenbahn--
verwaltung oder durch die Austeilung von FSahrbilletts, in einer Sorm gewähren läßt, welche
wenigstens einige Bürgschaft gegen Mißbrauch geben kann.
*1398. Erlaß an den Gesandten in Brüssel von Balan.
[Konsept von der Hand des Vortragenden Rats Abeken.]
In der weiten Hälfte Mai hatte Drinz Jerome VRapoleon eine neue Aeise nach
Sfterreich-Ungarn unternommen. 6 bing offenbar mit den Sortschritten der Tripel-Allianz
Verbandlungen zusammen, die nach den am 10. Mai neu festgestellten Lenten (ogl. damu H. Ouchen,
Die Bheinpolitik Kaiser Wiie nach. A. III, 186 ff.) nur noch des formalen Adlchlusses bburiten:
es galt jetzt, Einblick in die Lriegbereitscheft sterreich--Ungarns zu gewinnen. Vygl. daju
die Auherung des österreichischen Gesandten in Darmstadt Sreiherrn Bruck vom 12. Juni:
„Der Prinz Napoleon, der auf seinen Reisen * Wis den Zweckk verfolgte, sich über
unsere Armierungen Gewißbeit zu verschaffen, 7 dabin ausgesprochen haben, daß wir
noch vieles zu tun hätten, um nicht nur die A— Waffen, sondern * die not-
wendigen Leute berbeizuscha fen“ (H. Oncken, a. a. O. I Veo, Anm. 1). Vach Andeutungen.
die Bismarck ziu Gebör gelangten, wäre der mes der Reise des Prinzen nach W
jedoch der gewesen, zu sondieren, wie Österreich sich zur Erwerbung Belgiens stellen und en
es selbst alsdann jein Belgien suchen werde. Woher diese in sich nicht eben wahrscheinlich
klingenden, von Bismarck aber, vielleicht in Briugrung an leine früheren Gespräche mit
dem Prinjen (ogl. Die Gesammelten Werke, Bd. 316, Anm. 4), ernst genommenen
Andeutungen kamen, gebt rus Beu Akten nicht bervor. Soũten sie auf Mutmahungen Julius
*m mrückegehen, d Khörh bei Bismarck geweilt und im April dann bei einem
r in Paris eine beinpübende nterredung mit dem Prinzen Jerome Aa#poleon gebabt
batt Vgl. dam Nr. 1402, sowie Gröbels „Aufjeichnungen, Erinnerungen und Beke
7 II, 2* 544 f.
Berlin, den 3. Juni 1869.
Mir sind Andeutungen darüber zugekommen, daß die Reise des Prinzen Napoleon nach
Wien den Sweck gehabt habe, m gondieren, wie Österreich sich zur Erwerbung Belgiens durch
Frankreich stellen und welches Aquivalent Ofterreich seinerseits erstreben würde.
Persönliche Gründe lassen mich diese Andeutungen für nicht grundlos halten.
Ew. pp. ersuche ich um eine gefällige MUitteilung darüber, ob dort von keiner Seite
Ew. pp. Befürchtungen dieser Art in Annüpfung an die VReise des Prinzen Napoleon ent-
gegengetreten sindt.
*1399. Erlaß an den Botschafter in London Grafen von Bernstorff.
[Konzept von der Hand des Vortragenden Rats Abeken.]
dt Wi Wert 11. M
Vlomclle einen Beritt — " zuten in Wien Freiheen erche vom 17. #ah halte
Bal 5. i t der Fall
1399. 2 : Voch pi Speichte SAchen — S e icht der 5 Heinrich VII. Prinzen Neuß.