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messo könne man sich wohl vergleichen, wenn nur
beiderlei gestalt nachgelassen bleibe Ranke Päßste
1, 157; ablassen von einer Forderung, ermäßigen: ohne
von den ubungen des klosters etwas nachzulassen 2, 146;
er hat etwas vom preise nachgelassen. — nachlässig,
gern nachlassend; in älterer Spr. — nachgiebig: das
sy weder zu hart noch zu nachlessig sei Keisersberg
Has im Pfeff. 25b; gewöhnlicher = fahrlässig, unachtsam,
sich gehen lassend: als oft du in deinem guten
willen nachlässig bist Ler vom aufnemend. Menschen 2;
bist.. nachlessig, unachtsam H Sachs Fastn. Sp. 1, 86;
ich kam in den ruf, nachlässig zu sein Grillparzer
11, 270; nachlässige kleidung, haltung; das ist recht
nachlässig verfaszt, geschrieben; nicht tadelnd, vielmehr
mit dem Beisinn des reizend Ungekünstelten: die
nachlässige schönheit der halb verhullten natur Wieland
Araspes u. Panthea 4, 1; in ihrem einfachen und
reizend nachlässigen putze gold. Sp. 1, 5; dazu: das
.. liesz sich so leicht aus einer nacblässigkeit des
schloszwarts erklären Grillparzer 11, 235. — nachlaufen,
hinterdrein laufen: ich wil jm nachlaufen, und
etwas von jm nemen 2. Kön. 5, 20; dasz er dir nachlauft
mit seim waffen H Sachs Fastn. Sp. 4, 74; mit
dem Nebensinn des Bemühens um Einen oder Etwas:
ich mus mit den frembden bulen und jnen nachlaufen
Jer. 2, 25; laufen diesen mägden nach Goethe Faustl;
seinem verdienste nachlaufen müssen; ibm läuft das
glück auf dem fusze nach Gellert bei Adelung. —
nachleben, hinterdrein, später leben: die nachlebenden
geschlechter; im Leben sich nach etwas richten, zur
Richtschnur nehmen, mit Dat.: den gesetzen nachleben
Steinbach; um dem Hippocrates getreulich nachzuleben
Hagedorn Fab. 1, 67; dem, was sie ihm befiehlt,
getreulich nachzuleben Wieland Klelia 7, 196;
im Kanzleideutsch: ew. excellenz gnädigst mir ertheiltem
befehle unterthänigst nachzuleben Rabener 3, 19.—
Nachlese, k. Sammeln von Früchten nach der Haupternte
und das so Gesammelte; nachlese in der ernde
Stieler; u. halten, anstellen, eine n. erlauben Adelung:
die n. fiel gering aus; im Weinberge, Einsammlung
der von der Lese zurückgebliebenen Trauben;
bildlich: dasz die gröszten talente des achtzehnten jahrhunderts
sich nur bescheidentlich mit einer nachlese
begnugen mussen Goethe Du W. 11. — nachlesen, nach
den Bed. von lesen, Nachlese halten: einer der im herbst
nachlieset Sir. 33, 17; der im weinberge nachlicset
Micha 7, 1; trans.: dem ich jetzund nur die lorbeern.
nachgelesen Weiße bei Adelung: — hinterdrein eine
Schrist lesen, einem im Lesen folgen, nachschlagen und
lesen, auch nachträglich lesen: beim schriftvergleichen
nachlesen; er las über den schriftsteller in einem lexicon
nach; ich will die gestrige zeitung noch nachlesen; eine
angeführte stelle in der urschrift nachlesen Adelung.
Nachmachen, hinterdrein machen, eine arbeit; Vorgemachtes
nachahmen, einem etwas; es macht es immer
ein narr dem andern nach Stieler; der maler hat
das bild nicht recht nachgemacht, decidit pictor ab
ar#chekypo ebd.; mit dem Nebensinn des Fälschens:
Pillen nachmachen, adilterare Ditzetar (ccantes Steinbach;
nachgemachte altertümer; auch des Künstlichen
im Gegensatz zum Natürlichen: nachgemachte blumen,
perlon, edelsteine, u. ä. — nachmalig, nachmals vorhanden
oder geschehend; seit 18. Ih. häufig: der nachmahlige
krieg, die nachmahlige zeit ist harte gewesen
Steinbach; die nachmaligen zustände des landes,
u. a. — nachmals, zu einem späteren Zeitpunkte, späterbin:
her trüwete iz nächmäls baz 2e vindene Myst.
1, 50; nachmals haben sie den römischen kaisern gar
kuin ruc gelassen Aventin 1, 307; wie dies nachmals
so sehr der fall war Moltke 2, 75; selten — künftigbin:
so versprich ich dir gwisz nachmals HSachs
Fastn. Sp. 3, 134; nachmals wird sie (die Züchtigung)
nachlässig — nachmals.
Nachmann — Nachricht. 916
friedsam geben frucht der gerechtigkeit Gellert
2, 217. — Nachmann, nachfolgender Mann; räumlich
— Hintermann Campez: zeitlich — Nachfolger, Erbe
Ruth 3, 9; dein (des gegenwärtigen Jahres) nachmann
Lenau 336. — nachmessen, hinterdrein, noch einmal
messen und dadurch prüfen Stieler; man kann alles
mit dem nächsten besten masz wieder nachmessen
Hebel 2, 217; dazu: wenn man eine nachmessung anstellen
wollte Möser Phant. 1, 214. — Nachmittag, m.
Tageszeit vom Mittag bis zum Abend; eigentlich bloße
Zusammenrückung der Präposition mit dem Subst., seit
16. Ih. gewöhnlich: die nachmittagsonn Garg. 93; es
war ein heiszer nachmittag Schiller Räub. 3,2; Zeitbestimmungen
mit Präpositionen: am nachmittag; wurde
der abmarsch auf den nachmittag verschoben Moltke
3, 35; oder im Gen., Acc., Dat.: nachmittags kam er endlich;
den nachmittag will er eintreffen; will nachmittage
wiederkommen Goethe Faust I; — übertragen: in
seines lebens nachmittag; dazu: nachmittägig, nachmittäglich,
des Nachmittags vorhanden oder sich ereignend.
— nachmurmeln, hinterdrein murmeln; Vorgesprochenes
leise nachsprechen.
Nachnahme, k. Handlung des Nachnehmens und das
Nachgenommene; in kaufmännischer Spr. Entnahme
einer Fracht= oder Preissumme sofort nach Aushändigung
einer Sendung. — nachnehmen, hinterdrein, nachträglich
nehmen; kaufmännisch, Nachnahme erheben. —
nachplappern, hinterdrein plappern; Vorgesagtes gedankenlos
nachsprechen, in derber Rede: ob er .. gar
nicht einmahl verstehet, was er andern nachplappert
Chr Wolff von der Menschen Thun und Lassen § 312.
Nachrechnen, in älterer Spr. grübelnd nachsinnen:
unser nachrechnen ist verlorn H Sachs Fastn. Sp.
6, 133; später und jetzt — nochmals rechnen, durch hinterdrein
rechnen prüfen: ich habe es nachgerechnet Stieler;
einem nachrechnen, ich kann es ihm nachrechnen, was
er aulgewandt hat Adelung; auch hinterdrein rechnen,
rechnend folgen: der lehrer rechnet vor, die schuler
rechnen nach. — Nachrede, k. das Nachreden und Nachgeredetes;
Gegensatz zu vorrede, z. B. in einem Buche;
auch sonst, bei Abmachungen, sprichwörtlich: vorrede spart
nachrede Simrock 601; — was hinter und über einen
geredet wird, gewöhnlich im übeln Sinne: die den abwesenden
schadent und si stechent mit nächred Megenberg
281, 9; wer hat getrieben solch nachred? H Sachs
Fastn. Sp. 4, 11; solch falsche nachredt 12; diese bösen
nachreden Goethe Benv. Cell., Vorrede; in der älteren
Rechtsspr. — Duplik Haltaus 1392. — nachreden,
hinterher reden; einem etwas, Vorhergeredetes wiederholen;
auch hinterrücks reden: einem übles nachreden.
— nachreisen, hinterdrein reisen, besonders um einen
einzuholen: er ist ihm sofort nachgereist. — nachreiten,
hinterdrein reiten, reitend folgen: wir setzten uns darauf
in galopp und lieszen herrn Cherubin . langsam
nachreiten Goethe Benv. Cell. 3, 2; einem nachreiten,
um ihn einzuholen; in studentischer Spr. ein kolleg,
hoft nachreiten, nacharbeiten, weil cs vorher versäumt
worden ist. — nachrenncn, binterdrein rennen, rennend
folgen, cinem. — Nachricht, f. das Richten wonach und
was dazu gegeben wird; seit 17. Ih.: um künftiger
nachricht willen anhero registrirt Dief.-Wülcker 775;
das will ich dem groszgunstigen leser . zu seiner
nutzlichen nachricht erzehlen Simpl. 4, 117; nachricht,
insurmatio, odoratio, memorialis liber Stieler; in
erweiterter Bed.: Mitteilung einer Begebenheit über—
haupt, Meldung, Anzeige, schriftliche oder mündliche Uberlieferung:
einem nachricht geben, von einem nachricht
bekommen, erhalten, sichere nachricht erfahren Steinbach;
ich habe gute nachrichten von unsern freunden
aus Wien Adelung; die nachrichten aus der friedlichen
heimat Moltke 4, 203; dic nachricht ist sicher,
sie kam uber Neapel CF Meyer Ang. Borgia 178;