Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1821. (12)

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messo  könne  man  sich  wohl  vergleichen,  wenn  nur
beiderlei  gestalt  nachgelassen  bleibe  Ranke  Päßste
1,  157;  ablassen  von  einer  Forderung,  ermäßigen:  ohne
von  den  ubungen  des  klosters  etwas  nachzulassen  2,  146;
er  hat  etwas  vom  preise  nachgelassen.  —  nachlässig,
gern  nachlassend;  in  älterer  Spr.  —  nachgiebig:  das
sy  weder  zu  hart  noch  zu  nachlessig  sei  Keisersberg
Has  im  Pfeff.  25b;  gewöhnlicher  =  fahrlässig,  unachtsam,
  sich  gehen  lassend:  als  oft  du  in  deinem  guten
willen  nachlässig  bist  Ler  vom  aufnemend.  Menschen  2;
bist..  nachlessig,  unachtsam  H  Sachs  Fastn.  Sp.  1,  86;
ich  kam  in  den  ruf,  nachlässig  zu  sein  Grillparzer
11,  270;  nachlässige  kleidung,  haltung;  das  ist  recht
nachlässig  verfaszt,  geschrieben;  nicht  tadelnd,  vielmehr
  mit  dem  Beisinn  des  reizend  Ungekünstelten:  die
nachlässige  schönheit  der  halb  verhullten  natur  Wieland
  Araspes  u.  Panthea  4,  1;  in  ihrem  einfachen  und
reizend  nachlässigen  putze  gold.  Sp.  1,  5;  dazu:  das
..  liesz  sich  so  leicht  aus  einer  nacblässigkeit  des
schloszwarts  erklären  Grillparzer  11,  235.  —  nachlaufen,
  hinterdrein  laufen:  ich  wil  jm  nachlaufen,  und
etwas  von  jm  nemen  2.  Kön.  5,  20;  dasz  er  dir  nachlauft
  mit  seim  waffen  H  Sachs  Fastn.  Sp.  4,  74;  mit
dem  Nebensinn  des  Bemühens  um  Einen  oder  Etwas:
ich  mus  mit  den  frembden  bulen  und  jnen  nachlaufen
Jer.  2,  25;  laufen  diesen  mägden  nach  Goethe  Faustl;
seinem  verdienste  nachlaufen  müssen;  ibm  läuft  das
glück  auf  dem  fusze  nach  Gellert  bei  Adelung.  —
nachleben,  hinterdrein,  später  leben:  die  nachlebenden
geschlechter;  im  Leben  sich  nach  etwas  richten,  zur
Richtschnur  nehmen,  mit  Dat.:  den  gesetzen  nachleben
Steinbach;  um  dem  Hippocrates  getreulich  nachzuleben
  Hagedorn  Fab.  1,  67;  dem,  was  sie  ihm  befiehlt,
  getreulich  nachzuleben  Wieland  Klelia  7,  196;
im  Kanzleideutsch:  ew.  excellenz  gnädigst  mir  ertheiltem
befehle  unterthänigst  nachzuleben  Rabener  3,  19.—
Nachlese,  k.  Sammeln  von  Früchten  nach  der  Haupternte
  und  das  so  Gesammelte;  nachlese  in  der  ernde
Stieler;  u.  halten,  anstellen,  eine  n.  erlauben  Adelung:
  die  n.  fiel  gering  aus;  im  Weinberge,  Einsammlung
  der  von  der  Lese  zurückgebliebenen  Trauben;
bildlich:  dasz  die  gröszten  talente  des  achtzehnten  jahrhunderts
  sich  nur  bescheidentlich  mit  einer  nachlese
begnugen  mussen  Goethe  Du  W.  11.  —  nachlesen,  nach
den  Bed.  von  lesen,  Nachlese  halten:  einer  der  im  herbst
nachlieset  Sir.  33,  17;  der  im  weinberge  nachlicset
Micha  7,  1;  trans.:  dem  ich  jetzund  nur  die  lorbeern.
nachgelesen  Weiße  bei  Adelung:  —  hinterdrein  eine
Schrist  lesen,  einem  im  Lesen  folgen,  nachschlagen  und
lesen,  auch  nachträglich  lesen:  beim  schriftvergleichen
nachlesen;  er  las  über  den  schriftsteller  in  einem  lexicon
nach;  ich  will  die  gestrige  zeitung  noch  nachlesen;  eine
angeführte  stelle  in  der  urschrift  nachlesen  Adelung.

Nachmachen,  hinterdrein  machen,  eine  arbeit;  Vorgemachtes
  nachahmen,  einem  etwas;  es  macht  es  immer
ein  narr  dem  andern  nach  Stieler;  der  maler  hat
das  bild  nicht  recht  nachgemacht,  decidit  pictor  ab
ar#chekypo  ebd.;  mit  dem  Nebensinn  des  Fälschens:
Pillen  nachmachen,  adilterare  Ditzetar  (ccantes  Steinbach;
  nachgemachte  altertümer;  auch  des  Künstlichen
im  Gegensatz  zum  Natürlichen:  nachgemachte  blumen,
perlon,  edelsteine,  u.  ä.  —  nachmalig,  nachmals  vorhanden
  oder  geschehend;  seit  18.  Ih.  häufig:  der  nachmahlige
  krieg,  die  nachmahlige  zeit  ist  harte  gewesen
Steinbach;  die  nachmaligen  zustände  des  landes,
u.  a.  —  nachmals,  zu  einem  späteren  Zeitpunkte,  späterbin:
  her  trüwete  iz  nächmäls  baz  2e  vindene  Myst.
1,  50;  nachmals  haben  sie  den  römischen  kaisern  gar
kuin  ruc  gelassen  Aventin  1,  307;  wie  dies  nachmals
so  sehr  der  fall  war  Moltke  2,  75;  selten  —  künftigbin:
  so  versprich  ich  dir  gwisz  nachmals  HSachs
Fastn.  Sp.  3,  134;  nachmals  wird  sie  (die  Züchtigung)

nachlässig  —  nachmals.

Nachmann  —  Nachricht.  916

friedsam  geben  frucht  der  gerechtigkeit  Gellert
2,  217.  —  Nachmann,  nachfolgender  Mann;  räumlich
—  Hintermann  Campez:  zeitlich  —  Nachfolger,  Erbe
Ruth  3,  9;  dein  (des  gegenwärtigen  Jahres)  nachmann
Lenau  336.  —  nachmessen,  hinterdrein,  noch  einmal
messen  und  dadurch  prüfen  Stieler;  man  kann  alles
mit  dem  nächsten  besten  masz  wieder  nachmessen
Hebel  2,  217;  dazu:  wenn  man  eine  nachmessung  anstellen
  wollte  Möser  Phant.  1,  214.  —  Nachmittag,  m.
Tageszeit  vom  Mittag  bis  zum  Abend;  eigentlich  bloße
Zusammenrückung  der  Präposition  mit  dem  Subst.,  seit
16.  Ih.  gewöhnlich:  die  nachmittagsonn  Garg.  93;  es
war  ein  heiszer  nachmittag  Schiller  Räub.  3,2;  Zeitbestimmungen
  mit  Präpositionen:  am  nachmittag;  wurde
der  abmarsch  auf  den  nachmittag  verschoben  Moltke
3,  35;  oder  im  Gen.,  Acc.,  Dat.:  nachmittags  kam  er  endlich;
  den  nachmittag  will  er  eintreffen;  will  nachmittage
wiederkommen  Goethe  Faust  I;  —  übertragen:  in
seines  lebens  nachmittag;  dazu:  nachmittägig,  nachmittäglich,
  des  Nachmittags  vorhanden  oder  sich  ereignend.
  —  nachmurmeln,  hinterdrein  murmeln;  Vorgesprochenes
  leise  nachsprechen.

Nachnahme,  k.  Handlung  des  Nachnehmens  und  das
Nachgenommene;  in  kaufmännischer  Spr.  Entnahme
einer  Fracht=  oder  Preissumme  sofort  nach  Aushändigung
  einer  Sendung.  —  nachnehmen,  hinterdrein,  nachträglich
  nehmen;  kaufmännisch,  Nachnahme  erheben.  —
nachplappern,  hinterdrein  plappern;  Vorgesagtes  gedankenlos
  nachsprechen,  in  derber  Rede:  ob  er  ..  gar
nicht  einmahl  verstehet,  was  er  andern  nachplappert
Chr  Wolff  von  der  Menschen  Thun  und  Lassen  §  312.

Nachrechnen,  in  älterer  Spr.  grübelnd  nachsinnen:
unser  nachrechnen  ist  verlorn  H  Sachs  Fastn.  Sp.
6,  133;  später  und  jetzt  —  nochmals  rechnen,  durch  hinterdrein
  rechnen  prüfen:  ich  habe  es  nachgerechnet  Stieler;
einem  nachrechnen,  ich  kann  es  ihm  nachrechnen,  was
er  aulgewandt  hat  Adelung;  auch  hinterdrein  rechnen,
rechnend  folgen:  der  lehrer  rechnet  vor,  die  schuler
rechnen  nach.  —  Nachrede,  k.  das  Nachreden  und  Nachgeredetes;
  Gegensatz  zu  vorrede,  z.  B.  in  einem  Buche;
auch  sonst,  bei  Abmachungen,  sprichwörtlich:  vorrede  spart
nachrede  Simrock  601;  —  was  hinter  und  über  einen
geredet  wird,  gewöhnlich  im  übeln  Sinne:  die  den  abwesenden
  schadent  und  si  stechent  mit  nächred  Megenberg
  281,  9;  wer  hat  getrieben  solch  nachred?  H  Sachs
Fastn.  Sp.  4,  11;  solch  falsche  nachredt  12;  diese  bösen
nachreden  Goethe  Benv.  Cell.,  Vorrede;  in  der  älteren
Rechtsspr.  —  Duplik  Haltaus  1392.  —  nachreden,
hinterher  reden;  einem  etwas,  Vorhergeredetes  wiederholen;
  auch  hinterrücks  reden:  einem  übles  nachreden.
—  nachreisen,  hinterdrein  reisen,  besonders  um  einen
einzuholen:  er  ist  ihm  sofort  nachgereist.  —  nachreiten,
hinterdrein  reiten,  reitend  folgen:  wir  setzten  uns  darauf
  in  galopp  und  lieszen  herrn  Cherubin  .  langsam
nachreiten  Goethe  Benv.  Cell.  3,  2;  einem  nachreiten,
um  ihn  einzuholen;  in  studentischer  Spr.  ein  kolleg,
hoft  nachreiten,  nacharbeiten,  weil  cs  vorher  versäumt
worden  ist.  —  nachrenncn,  binterdrein  rennen,  rennend
folgen,  cinem.  —  Nachricht,  f.  das  Richten  wonach  und
was  dazu  gegeben  wird;  seit  17.  Ih.:  um  künftiger
nachricht  willen  anhero  registrirt  Dief.-Wülcker  775;
das  will  ich  dem  groszgunstigen  leser  .  zu  seiner
nutzlichen  nachricht  erzehlen  Simpl.  4,  117;  nachricht,
insurmatio,  odoratio,  memorialis  liber  Stieler;  in
erweiterter  Bed.:  Mitteilung  einer  Begebenheit  über—
haupt,  Meldung,  Anzeige,  schriftliche  oder  mündliche  Uberlieferung:
  einem  nachricht  geben,  von  einem  nachricht
bekommen,  erhalten,  sichere  nachricht  erfahren  Steinbach;
  ich  habe  gute  nachrichten  von  unsern  freunden
aus  Wien  Adelung;  die  nachrichten  aus  der  friedlichen
  heimat  Moltke  4,  203;  dic  nachricht  ist  sicher,
sie  kam  uber  Neapel  CF  Meyer  Ang.  Borgia  178;