Full text : Die Stellung des deutschen Kaisers

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83.
Wirkung  der  Beschlagnahme.

Die  Beschlagnahme  hat  die  Wirkung,  daß  die  Vornahme  von  Veränderungen  an  den  von  ihr
berührten  Gegenständen  verboten  ist  und  rechtsgeschäftliche  Verfügungen  über  sie  nichtig  sind,  soweit  sie
nicht  auf  Grund  der  folgenden  Anordnungen  erlaubt  sind.  Den  rechtsgeschäftlichen  Verfügungen  stehen
Verfügungen  gleich,  die  im  Wege  der  Zwangsvollstreckung  oder  Arrestvollziehung  erfolgen.

Als  unerlaubte  Verarbeitung  gilt  bereits  jedes  Vorbereitungsverfahren,  wie  das  Einfetten,
Reißen,  Schneiden  usw.

Trotz  der  Beschlagnahme  bleibt  jedoch  das  Sortieren  der  Lumpen  und  Stoffabfälle  erlaubt
und  erwünscht.  ·

§4.

Veräußerungserlaubnis.

Trotz  der  Beschlagnahme  ist  die  Veräußerung  und  Lieferung  der  von  dieser  Bekanntmachung
blrosfenen  Gegenstände  erlaubt  mit  Ausnahme  der  Veräußerung  oder  Lieferung  an  Verarbeiter  solcher

egenstände.

Erreichen  die  beschlagnahmten  Gegenstände  eines  Eigentümers  eine  Menge  von  10  000  kg,  so
ist  eine  Veräußerung  oder  Lieferung  nur  noch  an  einen  der  von  der  Kriegs-Rohstoff-Abteilung  des
Königlich  Preußischen  Kriegsministeriums,  Berlin  8W  48,  Verl.  Hedemannstraße  9/10,  beauftragten  Sortierbetriebe
  zulässig,  deren  Namen  im  Deutschen  Reichsanzeiger  bzw.  in  den  Amtsblättern  der  Bundesstaaten
  veröffentlicht  sind.

Erreichen  die  beschlagnahmten  Gegenstände  eines  Eigentümers  die  Menge  von  30  000  kg,  so  ist
ein  Verkauf  nur  noch  an  die  Kriegs-Wollbedarf-Aktiengesellschaft  in  Berlin  oder  an  die  Aktiengesellschaft
zur  Verwertung  von  Stoffabfällen  in  Berlin  zulässig.  Angebote  derartiger  Mengen  sind  an  die  von  den
beiden  vorgenannten  Gesellschaften  gemeinschaftlich  gebildete  Lumpen-Verwertungs-Zentrale,  Berlin  SW  48,
Verl.  Hedemannstraße  1—6,  zu  richten.

Angebote  unter  30  000  kg  der  beschlagnahmten  Gegenstände  werden  von  der  Lumpen-Verwertungs-Zentrale
  nur  entgegengenommen,  wenn  nachweislich  ein  beauftragter  Sortierbetrieb  den  Ankauf  der
angebotenen  Gegenstände  abgelehnt  hat.

An  Verarbeiter  dürfen  die  von  dieser  Bekanntmachung  betroffenen  Gegenstände  ausschließlich  von
der  Kriegs-Wollbedarf-Aktiengesellschaft  oder  der  Aktiengesellschaft  zur  Verwertung  von  Stoffabfällen  veräußert
  oder  geliefert  werden.

Die  Veräußerung  oder  Lieferung  ist  nur  zulässig,  wenn  die  in  der  Bekanntmachung  W.  IV.
950/4.  16.  K.  R.  A.,  betreffend  Höchstpreise  getroffenen  Anordnungen,  nicht  überschritten  werden.

g  6.
Verarbeitungserlaubnis.

Trotz  der  Beschlagnahme  ist  die  Weiterverarbeitung  der  Gegenstände  erlaubt,  die  sich  bei  Inkrafttreten

  dieser  Bekanntmachung  bereits  in  einem  Vorbereitungsverfahren  befanden.

Ferner  dürfen  verarbeiten:

a)  Betriebe,  die  Lumpen  oder  Stoffabfälle  zu  Spinnstoffen  verarbeiten,  10  v.  H.  ihrer  bei  Inkrafttreten
  dieser  Bekanntmachung  vorhandenen  Vorräte;  in  keinem  Falle  jedoch  mehr  als  10  000  kg.
In  diese  Menge  sind  diejenigen  Gegenstände  einzurechnen,  welche  sich  bei  Inkrafttreten  der
Bekanntmachung  bereits  in  einem  Vorbereitungsverfahren  befanden;

b)  Seilereien  und  Seilfabriken  die  bei  Inkrafttreten  der  Bekanntmachung  vorhandenen  und  nach
dem  Inkrafttreten  anfallenden  Abfallstücke  der  Seilerwarenherstellung;

JP)  alle  übrigen  Lumpen  oder  Stoffabfälle  verarbeitenden  Betriebe  (Papier-,  Pappenfabriken  usw.)
von  den  vorhandenen  Beständen  eine  Menge,  die  einem  Drittel  der  in  der  Zeit  vom  1.  Januar
1916  bis  zum  31.  März  1916  im  eigenen  Betriebe  verarbeiteten  beschlagnahmten  Gegenstände
  entspricht,  außerdem  diejenigen  Gegenstände,  welche  sich  zur  Zeit  des  Inkrafttretens
bereits  in  einem  Vorbereitungsverfahren  befanden.  Von  der  Verarbeitungserlaubnis  ausgeschlossen
  sind  in  jedem  Falle  die  in  der  Preistafel  2  der  Bekanntmachung,  betreffend  Höchstpreise
  für  Lumpen  und  neue  Stoffabfälle  aller  Art  Nr.  W.  IV.  950/4.  16.  K.  R.  A.  unter
Klasse  M  genannten  Nummern  120,  131,  unter  Klasse  N  genannten  Nummern  139  u.  140