Full text : Das Civil-Medizinal-Wesen im Königreiche Bayern. 2. Band. Die Medizinalpolizei. (2)

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3)  feuchtes,  stinkendes  oder  seiner  Gattung  nach  zu  schwarzes
Mehl,  Gries  u.  dgl.,

4)  geringhaltiges,  saueres  oder  der  Verfälschung  verdächtiges
Bier,

5)  verdorbenen  oder  mit  schädlichen  Zumischungen  verfälschten
Wein,  Meth,  Essig,

6)  fußligen  oder  kupferhaltigen  Branntwein,

7)  Fleisch  von  krankem,  oder  von  heimlich  geschlachtetem  Viehe,

8)  Fleisch,  welches  auf  Eis  gelegt  wurde,

9)  sauere,  verdorbene  oder  stinkende  Würste,  insbesondere  alte
halbgeräucherte  Blutwürste,  welche,  wie  die  Erfahrung
lehrte,  Gifte  entwickeln,

10)  unreifes  Obst  und  sonstige  der  Gesundheit  nachtheilige  oder

verdorbene  Lebensmittel,

11)  verdorbene  Kartoffel  und  verdorbene  Käse,

12)  mit  schädlichen  Farben  bemalte  Zucker=  und  Spielwaaren,
in  sichere  Verwahrung  bringen  und  zur  weitern  Verfügung  Anzeige
  an  die  vorgesetzte  Polizeibehörde  erstatten.

§.  60.  Gewerbsleute,  welche  die  Brod-,  Fleisch-,  Mehlund
  Bier-Preise  überschreiten,  die  diesfallsigen  Anschläge  an
ihren  Gewerbsläden  eigenmächtig  ändern  oder  abnehmen,  die
gehörige  Reinlichkeit  nicht  beobachten,  sich  kupferner  schlecht  verzinnter
  oder  gar  nicht  verzinnter  Geschirre  und  Maße  bedienen,
sind  der  vorgesetzten  Polizeibehörde  anzuzeigen.

§.  61.  Die  Mühlen  soll  der  Gemeinde-Vorsteher  jährlich
wenigstens  einmal  besichtigen,  überhaupt  darüber  wachen,  daß  die
Mühlordnung  eingehalten,  die  Mühlen  gut  und  reinlich  erhalten,
  und  aller  Betrug  vermieden  werde.

§.  121.  Zur  Aufnahme  der  Viehzucht  werden  die  Gemeinde-Vorsteher
  dadurch  den  Gemeinden  am  meisten  nützlich  sein,  wenn
sie  den  Wiesenbau  befördern  und  die  Stallfütterung  unterstützen,
wenn  fie  darauf  dringen,  daß  die  Ställe  zu  diesem  Ende  geräumig
  hergerichtet,  reinlich  gehalten,  und  zur  Vermeidung  der
Viehdiebstähle  besser  verschlossen  werden,  wenn  sie  für  die  Unterhaltung
  des  Geilviehes  besorgt  sind,  und  zur  Verbesserung
der  Viehgattungen,  wo  es  nur  immer  möglich  ist,  mitwirken.

§.  122.  Der  Gemeinde-Vorsteher  soll  darüber  wachen,
daß  kein  krankes  Vieh  auf  die  Weide  oder  zur  Tränke  getrieben
  werde.

§.  123.  Oie  nächst  den  Viehtriften  befindlichen  Lachen  und