Volltext : Das Civil-Medizinal-Wesen im Königreiche Bayern. 2. Band. Die Medizinalpolizei. (2)

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Gleichzeitig  ist  in  der  Gemeinde  und  in  den  zunächst  gelegenen
  Orten  die  Gefahr  zu  verkünden,  damit  sämmtliche  Hunde
eingesperrt  werden,  und  bei  der  vorgesetzten  Polizeibehörde  ist
ungesäumt  hierüber  Anzeige  zu  erstatten.

§.  51.  Hunde  oder  andere  Thiere,  welche  von  einem  der
Wuth  verdächtigen  Hunde  oder  anderen  Thiere  gebissen  worden
sind,  müssen  sogleich  gesondert  eingesperrt  und  an  die  Kette  gelegt
  werden,  bis  über  sie  durch  die  vorgesetzte  Polizeibehörde
weiter  verfügt  wird.

Wurden  jedoch  Menschen  von  einem  der  Wuth  verdächtigen
Thiere  gebissen,  so  hat  der  Gemeinde-Vorsteher  für  die  Reinigung
der  Wunde  durch  kaltes  Wasser  und  für  die  schleunige  Anwendung
  ärztlicher  Hilfe  Sorge  zu  tragen.

§.  52.  Konnte  das  verdächtige  Thier  nicht  habhaft  gemacht
werden,  so  hat  der  Gemeinde--Vorsteher  über  die  Gestalt,  Farbe
und  sonstigen  Kennzeichen  desselben,  sowie  über  den  Eigenthümer
genaue  Erkundigung  einzuziehen,  und  die  gesammelten  Nachrichten
  zur  Veranstaltung  ciner  Streife,  zur  öffentlichen  Warnung
des  Publikums  und  überhaupt  zur  Ergreifung  aller  sachdienlichen
Maßregeln  der  Polizeibehörde  anzuzeigen.

§.  53.  Ueberhaupt  soll  der  Gemeinde-Vorsteher,  wenn  durch
Zufall,  unvorsichtige  oder  vorsetzliche  Handlung  jemand  in  Gefahr
  seines  Lebens  oder  Eigenthums  geräth,  auf  die  erste  Nachricht
  wohlwollend  zu  Hilfe  eilen,  und  die  Rettungsmittel  anwenden,
  welche  nach  Beschaffenheit  des  besonderen  Falles  oder
der  besonderen  ärztlichen  Vorschriften  geeignet  sind.

§.  54.  Es  ist  zwar  zunächst  die  Pflicht  eines  jeden  Familienhauptes
  in  seiner  Wohnung  gehörige  Reinlichkeit  zu  erhalten,
und  alles  zu  entfernen,  was  nachtheilig  auf  die  Gesundheit  seiner  Angehörigen
  wirken  könnte,  weil  aber  durch  Vernachlässigung  dieser
Pflicht  nicht  selten  bedenkliche  und  ansteckende  Krankheiten  erzeugt,
somit  der  Gesundheitszustand  in  der  Gemeinde  überhaupt  gefährdet
wird,  so  hat  der  Gemeinde-Vorsteher  auch  hierauf  durch  Ermahnung,
  Warnung  und  eigenes  gutes  Beispiel  einzuwirken,
und  wo  dieß  nicht  beachtet  wird,  Abhilfe  bei  der  vorgesetzten
Polizeibehörde  zu  suchen.

§.  55.  In  Ansehung  der  öffentlichen  Reinlichkeit  soll  er
darüber  wachen,

1)  daß  in  jeder  Woche  wenigstens  einmal  vor  den  Häusern