Metadaten : Unser Preußen.

2.  Gründung  und  Erweiterung  der  Mark  durch  die  Anhaltiner.  5

Reichsfürstentum,  und  Friedrich  Barbarossa  verband  mit  demselben  1156  die
Erzkämmererwürde,  die  bisher  mit  Schwaben,  seinem  eigenen  Herzogtum,)

verknüpft  gewesen  war.  Durch
mehrere  Kreuzzüge  suchte  Albrecht
in  Verbindung  mit  anderen
deutschen  Fürsten  seine  Macht  zu
erweitern.  Den  größten  dieser
Züge,  etwa  60  000  Mann,  führte
1147  Heinrich  der  Löwe;  aber
er  hatte  keinen  Erfolg,  da  die  mit
Gewalt  bekehrten  Wenden  bald
wieder  absielen.  Als  Albrecht
(1156)  kurze  Zeit  die  Mark  verließ,
  um  Barbarossa  zu  huldigen,
erhoben  sich  die  Wenden  unter
einem  Verwandten  Pribislaws,
Jaczo  von  Köpenick,  wieder,
wurden  aber  rasch  besiegt  und

zur  Taufe  gezwungen.

An  diesen  Kampf  knünpft  sich
die  Sage  von  dem  Schildhorn,
einer  Anhöhe  an  der  Havel  bei
Spandau.  Die  Wenden  —  so  wird
erzählt  —  verloren  beim  Anblick,  des
Kreuzes  auf  den  Fahnen  der  Christen
allen  Mut  und  flohen;  auch  Jaczo
wurde  in  die  Flucht  mit  fortgerissen.
Plötzlich  wird  ihm  der  Weg  durch
die  Havel  gesperrt;  sein  Pferd  stutzt,
und  der  Feind  ist  ihm  auf  den
Fersen.  Da  ruft  er  laut:  „Gott  der
Christen.  wenn  du  mir  jetzt  hilfst,
will  ich  dir  fortan  dienen!“"  Am
jenseitigen  Ufer  sieht  er  einen  Vorsprung
  weit  in  den  Fluß  hineinragen;
  um  denselben  zu  erreichen,
stürzt  er  sich  trotz  seiner  schweren
Rüstung  mit  dem  Roß  in  den  Strom
und  erreicht  wie  durch  ein  Wunder
das  jenseitige  Ufer.  Dort  sinkt  er
voll  Dank  gegen  Gott  auf  die  Kniee
und  hängt  seinen  Schild  an  einen
Baum,  zum  Zeichen,  daß  er  fortan
nicht  mehr  gegen  die  Christen  kämpfen
  wolle.  Deshalb  heißt  jener  Ort
Schildhorn.  Friedrich  Wilhelm  IV.
hat  dort  eine  Säule  mit  einem  Schilde
errichten  lassen,  der  von  einem  Kreuze
überragt  wird.

 

 

 

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Marmorstandbild  Albrechts  des  Bären
an  der  Siegesallee  zu  Berlin.

 

Nachdem  Albrecht  seine  Macht  befestigt  und  die  zerstörten  christlichen
Kirchen  wiederhergestellt  hatte,  unternahm  er  in  Begleitung  seiner  Gemahlin
eine  Wallfahrt  nach  dem  heiligen  Lande.  Dort  lernte  er  auch  den  Templer-