Full text : Unser Preußen.

1.  Die  Errichtung  des  Deutschen  Reichs  durch  Kaiser  Wilhelm  den  Großen.

261

Albrecht  von  Roon,  als  Sohn  eines  Rittergutsbesitzers  bei  Kolberg  geboren,
war  dem  Prinzen  Wilhelm  während  des  Feldzuges  in  Baden  bekannt  geworden  und

wurde  später  von  ihm  beauftragt,
einen  Plan  über  die  Umgestaltung
des  Heeres  auszuarbeiten.  Den  glänzendsten
  Beweis  für  seine  Tüchngkeit
legte  Roon  1870  durch  die  Mobilmachung
  des  Norddeutschen  Heeres  ab.
Hellmuth  von  Moltke  wurde
1800  als  Sohn  eines  dänischen  Offiziers
in  der  mecklenburgischen  Stadt  Parchim
geboren,  war  zuerst  dänischer  Offizier,
trat  dann  aber  in  preußische  Dienste.
Durch  eine  vorzügliche  Arbeit  gewann
er  das  Wohlwollen  des  Prinzen  Wilhelm
und  ward  zum  großen  Generalstabe
kommandiert.  Vier  Jahre  hielt  er  sich
im  Morgenlande  auf  und  beteiligte  sich
an  der  Neugestaltung  des  türkischen
Heeres.  Bald  nach  seiner  Rückkehr
wurde  er  Adjutant  des  späteren  Kaisers
Friedrich,  den  er  auf  dessen  weiten
eisen  begleitete.  Die  Pläne  für  die
Feldzüge  des  preußischen  und  deutschen
Heeres  von  1864,  1866  und  1870  sind
Moltkes  Werk.

Dem  Landtage,  der  die
Heeresreform  genehmigen  und  vor
allem  das  für  die  Einstellung  einer
größeren  Zahl  von  Rekruten  erforderliche
  Geld  bewilligen  mußte,
wollte  der  Nutzen  der  Heeresverbesserung
  nicht  einleuchten;  die
einen  fürchteten  eine  Uberbürdung
des  Volkes,  die  andern  tadelten  die
Zurücksetzung  der  Landwehr,  die
sich  doch  1813  so  unsterbliche  Verdienste
  erworben  habe.  Trotz  der
klaren  und  sachlichen  Verteidigung
Roons  bewilligte  der  Landtag  die
geforderten  Geldmittel  nur  auf  ein
Jahr,  lehnte  aber  die  übrigen  neuen
Bestimmungen  des  Wehrgesetzes  ab.
Der  König  war  fest  entschlossen,
die  von  ihm  als  notwendig  erkannte
Heeresreform  nicht  aufzugeben,  und
verlieh  den  neugebildeten  Regimen-    


 
   
 

4NoNN
„  „  u.  #%o  l.  à.  4  ————————–.  *’“*.  —
«'«1-L«·s-4"s1«.s2«s«-«T-·i-.·'-E-i--s.»Ob«-Is---  —·’.-:·—.----!..
·-·.··s-«-·.«  «c;».,«s  k)  «I«i-  ’  ·.  11:  X
1  -  -·-  ..  I  I  III-I.
ea  i  J„  4  *  #  .  ..  «  k-:
·«..ss«-  «  L  1*  %  1  r„  ·  11  *n  1—  *½m  «
—  !.5  7  J  1—  1  1  1  —  "  z
.-«  -·t.«  ..  .·  .-  «  -  .««-  s.  —
.150.  !7½7  cC„  ·  :-..-«---.:·--.s...·
E  :  l  ur  *ln  4  .  ,;  -—  .  1r—
:  ;  ·  *'vsb  ——2  1.—
1.  «  IS  .·tsj.f-ls.  H  414  .  1n  1.  1  „  1.  „  .  1  *  t
·  —  Sm  "  «  —  «  -  —,....  —
b  o  :  EI
#-  t  4  .  .  "1.  –  —s
-z#:  7:  ——  I„  1  6#“  1—.  1  *  .  E  —.
b¾z-—  1|  51  J7  1.  2  il:  11.—  %"  %  l  ––
"|  *  "“P7r  I  .-s..  ·.-  ,«-  ----  .-v.
  —  13  *  ##  "72  sl  1s  ·  4  R  «  .
:  :  2  .  „4  I’  ,„  1  —  8
14  ————il  II1  1½  ..  "qm  #k
1  *sr“  %  —  „  F  1  1.  ran:  Ö  ·  *  .,
*  4  .  I·«s.  ««,  sl  -··-.
..  .  «’.’.  7  *m“  ")k)  s——  !  §.  —
#  !  .  1.  »1.
“-*2°  —  -  ·  .  s  ·  —
5  .  #un  1  )  #l.  Sl  .  .  "  9  !“  51  *-*v
  OQ  1  -  z4nn  vn  n  n„„  1  7  65  ..
Kl.  1  1  :.  r!i#s  L  4..  —
7  7E  4  J.  E
s  .  1  R  .
-*“m—  1831.  "2  -  -s.«4-»'
.  tspiqaik  Htlslsl  —
4  „  .  2.14
4  r  ——*!-.  1  1
4  1  1  „
4  1  1  1.  "1r  “  rv1
à  4
7*  **m  1  I  "n  11
"  1  4
1
71  1  *  1  l  r  J
1  1  #  1!1  „
'  15
:  4
r  r  "-—
1  5  1#  1
*e
*1
E
7.  "
(
1
4

  

751#

 
     

*·—*  *.t.pPh..
1  imHnl  !½

EEEEIEIIEIII
r“

S- 



Standbild  Wilhelms  I.  im  Krönungsornat
vor  dem  Schlosse  zu  Königsberg.

tern  Fahnen  und  Standarten.  Das  Herrenhaus  stand  auf  seiner  Seite;  das
Abgeordnetenhaus  aber  gewährte  die  Mittel  wieder  nur  auf  ein  Jahr.
Das  Volk  war  von  Aufwieglern  bereits  so  verhetzt,  daß  der  Student  Becker,
ein  geborener  Deutsch-Russe,  den  König  während  seines  Sommeraufenthaltes