226 Bayern unter Wilhelm V, dem Frommen.
Damit in alle Zukunft Theilungen des Landes und Streitigkeiten
über die Nachfolge in der Regierung verhütet würden,
bestätigte Herzog Albrecht am 11. April 1578 das Hausgesetz
der Primogenitur vom Jahre 1506; zugleich machte
er das Bekenntniß der katholischen Religion zur Bedingung der
Nachfolge.
Albrecht starb am 24. Oktober 1579, bitter beklagend,
daß er viel Begonnenes unvollendet lassen müsse. Durch die
Schonung und Milde, die er allenthalben in seiner Eigenschaft
als Regent geübt, hat er sich den Beinamen „des Großmüthigen“
erworben. Seine Leiche ward in der Liebfrauenkirche
beigesetzt. Am 16. Oktober 1590 folgte ihm seine Wittwe
Anna nach.
# 88. Von den drei Söhnen, welche Albrecht V hinterlassen
hatte, folgte in der Regierung Bayerns gemäß dem Hausgesetz
der Primogenitur Wilhelm V, der Fromme (1579—
1597), seit dem Jahre 1568 mit Renata, des Herzogs Franz
von Lothringen Tochter, vermählt. Wie sein Vater, so war auch
er unermüdlich in der Sorge für Alles, was ihm für die Wohlfahrt
seines Volkes, namentlich für dessen geistige Bildung,
förderlich schien.
Seine Hofmusik, die bis 1595 unter Orlando di Lasso's
Leitung stand, verbreitete ihren Ruf über Deutschland hinaus;
Maler und andere Künstler fanden bei ihm reichen Erwerb,
indem er viele Kirchen erbauen, und viele mit Kunstwerken aller
Art schmücken ließ. Das Meiste empfingen aus seiner Hand die
Jesuiten, aus deren Mitte er und seine Gemahlin Renata
sich den Pater Dominikus Mengin als Beichtvater erkoren
hatten. Ihrer Leitung übertrug er die Volksschulen zu
München, Ingolstadt und Landsberg, und bahnte das
Gleiche in den weitesten Kreisen an, indem er den Jesuiten im
Jahre 1586 zu Regensburg, 1589 in Biburg an der
Abens, 1592 zu Altötting, und 1595 in Ebersberg zu
Niederlassungen verhalf. — Sehr bedeutende Summen verwendete
er auf die Herstellung geschmackvoller Gebäude. Zu
München erbaute er (1579—1597) den Wilhelmspalast
(später die „Herzog Maxburg“" genannt, weil der Kurfürst
Maximilian I, Wilhelms V. Sohn, in einer Abtheilung desselben
wohnte, bis der jetzt noch stehende westliche Flügel der