72 3. Der Ipanijche Erbfolgefrieg.
den Markgrafen, im Dezember Augsburg und am Oberrhein wurde
noch Breifah und Landau dur Tallard genommen. In Stalien
führte an Stelle des Prinzen Eugen, der nad) Wien an die Spibe
des Hoffriegsrat3 berufen wurde, Guido Starhemberg das Kommando,
fonnte aber mit unzulänglichen Truppenfräften nichts BedDeutende3
unternehmen: doch trat hier im November der Herzog
Viktor Amadeus von Savoyen dem Bunde bei, ebenjo furz zuvor
auch der König von Portugal. Außerdem war das Jahr wichtig
durch die Abmachungen, die in Wien im September getroffen wurden.
Leopold und der römische König, fein Sohn Sojeph, traten ihre
Anfprühe an die fpanishe Monarchie an den zweiten Sohn des
Kaifers, Erzherzog Karl, ab, der num felbft nach Portugal abging,
um von da aus mit portugiefilchen, englifchen und holländischen
Truppen fich fein fpanifches Erbe zu erobern.
Hatte fo das Fahr 1703 dem Kaijer wenig Erfolge gebracht,
fo begann auch das Sahr 1704 unglüclich für Öfterreich mit der
Belegung von Baflau dur) Mar Emanuel, die eine unmittelbare
Bedrohung der kaijerlichen Erbftaaten bedeutete. Zugleich machte
den Öfterreichern ein Aufftand in Ungarn zu jchaffen, der, von
Srankreich heimlich mit Geld unterftüßt, unter Führung des Fürften
von Siebenbürgen, Sohann Nagoczy, fich Iange Hinzog. Ein Um-Ihwung
erfolgte erft, al3 das Kommando über die Taijerlichen
Zruppen in Süddeutichland der Brinz Eugen übernahm. Cine
für die damaligen Entfernungen und Wege fehr Fühne Konzeption
wurde befchloffen, nämlich die Heranziehung der Armee des Herzogs
von Marlborough aus den Niederlanden nad) dem füddeutichen
Kriegsichauplag, ein Plan, auf den der engliiche Feldherr bereitwillig
einging, und den er aufs glänzendfte hinausführtee Yon
Maftriht aus nahm er feinen Weg über Köln, Koblenz, Trier,
dann dftlih nah Mainz, Heilbronn, Geislingen, und e3 gelang
ihm, jih im Juni bier zunächjt mit dem Oberbefehlshaber der
Neichstruppen, Markgraf Yudwig von Baden, zu vereinigen. Am
12. hielten die drei Teldherrn, Prinz Eugen, Marlborough, Ludwig
von Baden, eine Beratung zu Großheppach: mit zufammen etwa