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über dem Kolben stehende Wasser, das durch sein eignes Gewicht das Kolbenventil
schließt, mit nach oben genommen und gelangt so in das Ausflußrohr (L).
Da der Luftdruck das Wasser nur etwa 10 m hoch heben kann, so darf das Kolbenventil
nicht ganz 10 m über dem Wasserspiegel liegen, damit das Wasser hindurchsteigen
kann.
39. Die Druckpumpe unterscheidet sich von der Saugpumpe hauptsächlich
dadurch, daß das Kolbenventil fehlt. Zieht man den Kolben in die Höhe, so
steigt das Wasser durch das Bodenventil (Saugventil) empor. Warum? Beim
Hinabdrücken des Kolbens schließt sich das Bodenventil, und das Wasser entweicht
— durch den Kolbendruck gezwungen — aus dem Steigrohre, das seitlich zwischen
dem Kolben und dem Bodenventil angebracht ist. Durch genügenden Druck auf
den Kolben läßt sich das Wasser des Steigrohrs beliebig hochtreiben. Man bedient
sich der Druckpumpe häufig in Bergwerken, wo das Wasser oft aus bedeutender
Tiefe in die Höhe zu schaffen ist.
40. Barometer. a. Wir füllen eine etwa 80 cm lange Glasröhre, die
an einem Ende zugeschmolzen ist, mit Quecksilber. Hierauf verschließen wir die
Offnung mit dem Finger, tauchen die so verschlossene Offnung in ein Gefäß mit
Quecksilber und lassen nun den Finger wieder los. Nach dem Gesetze der verbundenen
Röhren (S. 300) müßte man erwarten, daß das QOnecksilber fast vollständig
herabsänke. Das thut es aber nicht, sondern es bleibt etwa 76 cm über
dem Quecksilber im Gefäße stehen. Dadurch, daß das Quecksilber herabsinkt, entsteht
über ihm ein luftleerer Raum. Die Luft kann also von dieser Seite auf
das Quecksilber keinen Druck ausüben. Dagegen drückt auf das Quecksilber im
Gefäße eine Luftsäule, die von dem Spiegel des Quecksilbers bis oben an das
Ende der Atmosphäre reicht. Diese Luftsäule hat also nur den Gegendruck der
QOuecksilbersäule zu ertragen, und da das QOuecksilber 76 cm hoch stehen bleibt, so
folgt daraus: Der Luftdruck ist im stande, einer 76 em hohen Quecksilbersäule
das Gleichgewicht zu halten.
b. Läßt man diese Quecksilbersäule längere Zeit stehen, so behält sie nicht
andauernd die gleiche Höhe, sondern steigt oder fällt. Daraus hat man geschlossen,
daß der Druck der Luft veränderlich ist. Bei der kalten und dichtern
Nord= und Ostluft steigt das Quecksilber, bei der warmen und dünnern Südund
Westluft dagegen fällt es. Die Nord= und Ostluft läßt nun bei uns meistens
heiteres, die Süd= und Westluft trübes und regnerisches Wetter erwarten. Daher
benutzt man die Quecksilbersäule auch als Wetterpropheten und Barometer d. h.
Luftschweremesser. Zu diesem Zwecke hat man eine etwa 80 cm lange, oben
verschlossene Glasröhre mit Quecksilber gefüllt. Unten ist sie kugelförmig erweitert,
damit sich hier ein Teil des Quecksilbers ansammelt. Diese Erweiterung ist mit
einer Offnung versehen, damit die Luft von hieraus auf das Quecksilber drücken
kann. Die Glasröhre ist an einem Brettchen befestigt, woran in einer Höhe von
74—78 cm eine Skala angebracht ist. Diese enthält, von unten nach oben
gelesen, folgende Wetterbezeichnungen: Sturm, Regen, Wind, veränderlich (76),
schön Wetter, beständig. Je nachdem nun die Quecksilbersäule steigt oder füällt,
kündigt sie eben günstiges oder ungünstiges Wetter an. Zuverlässig ist diese
Prophezeiung aber nicht, da das Wetter noch von verschiedenen nicht genau bekannten
Nebenumständen abhängt.
c. Steigt man mit einem Barometer auf einen hohen Berg, so sinkt das
OQuecksilber fortwährend, vom Meeresspiegel aus bei O% Wärme in einer Höhe
von 10,5 m um 1 mm, höher hinauf aber immer weniger. Der Luftdruck nimmt
nämlich mit zunehmender Höhe ab. Warum? Man benutzt daher das Barometer
auch zu Höhenmessungen.