Vereinsberichte.
Messenthĩner Waldverein zu Stettin.
Ortsgruppen: Ziegenort, Neuwarp—
Altwarp, Jasenitz. 1915: 1500 Mitglieder.
— Jahresbeitrag 1 Mark.
Das im schönsten Maiengrün prangende Messenthin
war am Sonntag, den 14. Mai, bei prächtigen
Frühlingswetter das Ziel einer großen Zahl Natur=
und Wanderfreunde; tagte hier doch zu gegenseitiger
Aussprache in der Waldhalle der Messenthiner
Waldverein. Es ist ein guter Brauch, die
Jatresversammlung an der Stätte der Wirksamkeit
— außerhalb der Mauern Stettins — abzuhalten.
Die vielen Mitglieder, die bei der Eröffnung der
Sitzung, nachmittags 4 Uhr, begrüßt werden konnten,
sind ein vollgültiger Beweis für das dem
Waldverein entgegengebrachte Interesse. In einem
poetischen Erguß gab Oberpostsekretär Milbradt dieser
Stimmung in trefflicher Weise Ausdruck. In
Vertretung der zum Heeresdienst einberufenen beiden
Vorsitzenden leitete Lehrer Koaiser die Versammlung,
wädrend Germaniabeamter Küster die
Führung des Sitzungsberichtes übernahm. Aus
dem vorgetragenen Jahresbericht war zu entnehmen,
daß der Waldverein im vergangenen Jahre
eine vielseitige Wirksamkeit entfalten konnte. Neue
Waldwege wurden bezeichnet, an geeigneten Stellen
Ruhebänke und Papierkörbe aufgestellt; auch die Erhaltung
des bereits geschaffenen nahm einen großen
Teil der Arbeitskraft in Anspruch, Nicht nur in
Messenthin und Pölis, sondern auch in Neuwarp—
Altwarp und Ziegenort sind Auskunftsstellen errichtet
worden, wo jede gewünschte Auskunft erteili
wird. Seit einiger Zeit machten sich an der Herzogseiche
Verwitterungserscheinungen bemerkbar, die
den ferneren Bestand des Baumes gefährdeten.
Diese sind jetzt beseitigt. Eine Inschrift weist darauf
hin, daß dieses Naturdenkmal, dessen Alter
auf 700 Jahre geschätzt wird, vom Waldverein gepflegt
wird. Im Schatten dieses Veteranen aufgestellte
Bänke laden den Wanderer zu längerer Rast
ein. Ferner hob der Bericht hervor, daß verwundete
Feldgraue oft die Gäste des Waldvereins waren:
mit ihnen wurden Dampfer= und Wagenfahrten
in unsere schöne pommersche Heimat unternommen.
Dem Krieger-Genesungsheime des
Buchheidevereins konnte man im verflossenen Jahre
eine namhafte Spende, zusammengebracht von Mitgliedern
des M. W. V., überreicht werden. Es
ward darauf hingewiesen, daß die Wintersnöte der
Vogelwelt, dank einer staatlichen Beihilfe und des
Stettiner DTierschutzvereins, durch andauernde und
ergiebige Fütterung zu mildern versucht wurde.
Im ausgedehnten Waldgebiet von Stettin, Messenthin,
Jasenitz, Ziegenort, Rieth und Neuwarp sind
20 Futterstellen eingerichtet worden; die gefiederten
Sänger des Waldes finden hier zur Winterszeit
stets einen gedeckten Tisch. Durch zahlreiche an den
Unser Dommerland
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Bäumen angebrachte Nistkästen wird weiter für den
Vogelschutz gesorgt. Die vom Kassenführer zusammengestellte
Uebersicht ergibt bei einem Mitgliederbestande
von 1276 eine Einnahme von 2237 Mark,
dem eine Ausgabe von 1670 Mk. gegenübersteht.
Der Vermögensbestand erhöhte sich auf 2392 Mark.
Der eiserne Bestand ist hiervon mit 1000 Mk. iun
Kriegsanleihe festgelegt. Die von den Kassenprüfern
beantragte Entlastung wurde erteilt. Zur
Anmahme gelangte sodann der Haushaltsplan; er
schließt in Einnahme und Ausgabe mit 1200 Mk.
Durch Zuruf erfolgte die Wiederwahl der satzungsgemäß
ausscheidenden Vorstandsmitglieder. Von
den eingegangenen Anträgen ist der des Stettiner
Verkehrsvereins hervorzuheben. Der Verdehrsverein
bereitet die Herausgabe eines Führers durch Stettin
und Umgegend vor; die hierzu gewünschte Mithilfe
des Waldvereins wird zugesagt. Zum Schluß
der Sizung kamen Eisenbahnschmerzen zur Erörterung.
Der königlichen Eisenbahndirektion wird die
Bitte unterbreitet, ab Pölitz nach Stettin sonntäglich
zwischen den beiden Zügen 5,38 und 8,50 Uhr
nachmitlags einen Zwischenzug verkehren zu lassen.
Es ist ein dringender Wunsch der im schönen
Messenthiner Wald Erholung suchenden Stettiner
Famtlien, einen Zug zur Heimfahrt bewilligt zu
erhalten, der etwa 7,30 Uhr Messenthin verläßt.
Der Vorstand wies empfehlend hin auf das vortrefflich
geleitete Organ des Waldvereins „Unser
Pommerland", die Nummern des letztverflossenen
Jahrganges lagen zur Ansicht aus. Hiermit war
die Tagesordnung erschöpft. Mit einem Hoch auf
den Vorstand des strebsamen Waldvereins fand die
10. Hauptversammlung ihren Abschluß. — Der sich
anschließende Spaziergang zur Kaisereiche sowie die
photographische Aufnahme der Mitglieder und Fa—
milien fanden freudigen Beifall.
Carl Küster, Steltin.
* * *
Pommern-Bund zur Förderung
heimaflicher Kunst und Art. Sitz-Berlin-Steglitz.
Jahresbericht. ::
Auf ein überaus erfolgreiches Vereinsjahr, das
zweite seit seinem Bestehen, kanm der „Pommern-Bumd
zur Förderung heimatlicher Kunst und Art,
Berlin-Steglitz“ zurückblicken. In seinem Bestreben,
Mitglieder und Freunde des Bundes mit den Werken
berühmter pommerscher Landsleute bekannt zu
machen und diese selbst seinem Kreise zuzuführen,
hat der Bund weitgehende Unterstützung gefunden,
dabei aber auch nicht der Nöte der Kriegszeit vergessen,
um da und dort, wenn auch zu einem bescheidenen
Teile, helfend einzugreifen. So fand ein
Ernst Morit-Abend am 13. Nov. 1915
zum Besten des Marine-Korps in Flandern statt:
als Mitwirkende waren gewonnen: Archivrat Dr.
E. Müsebeck, der einen tiefdurchdachten Vortrag
über den Dichter und Patrioten hielt: Dr. Gust.