Metadata : Wie England eine Verständigung mit Deutschland verhinderte.

hat.  Es  hat  von  der  Tragödie  in  Südafrika  nur  eines  im  Gedächtnis
  behalten,  die  sogen.  Krügerdepesche,  die  es  als  einen
Eingriff  in  sein  Recht,  dem  Schwächeren  Gewalt  anzutun,  wie
einen  Backenstreich  empfunden  hatte.

Im  währenden  Kriege  starb  die  alte  Königin,  und  Eduard  VII.
trat  seine  verhängnisvolle  Regierung  an.  Kaiser  Wilhelm  war
zur  Bestattung  der  Großmutter  nach  London  gefahren,  mit  ihm
Prinz  Heinrich,  so  daß  der  dynastische  Jusammenhang  zu  lebendigstem
  Ausdruck  kam.  Es  schienen  die  politischen  Beziehungen
beider  Staaten  sich  zunächst  besonders  günstig  gestalten  zu  wollen.
Daß  der  am  3o.  Januar  1902  abgeschlossene  englisch-japanische
Vertrag  bestimmt  war,  seine  Schärfen  gegen  Rußland  zu  richten,
ist  keinen  Augenblick  zweifelhaff  gewesen.  Auch  gehörte  die
Initiative  den  Japanern,  nicht  England.  Dagegen  entsprach
das  Zusammenwirken  englischer  und  deutscher  Kriegsschiffe  in
den  Schwierigkeiten,  die  beide  Mächte  mit  Venezuela  hatten,
recht  eigentlich  den  politischen  Wünschen  und  Uberzeugungen
Kaiser  Wilhelms,  der,  wie  vorher  Bismarck,  die  beiderseitigen
Interessen  für  sehr  wohl  vereinbar  hielt.  Aber  in  England  hatte
gerade  die  Tatsache  jener  Kooperation  einen  überaus  leidenschaftlichen
  Feldzug  der  Presse  gegen  Deutschland  zur  Folge.
Die  Times,  die  National  Revue,  Oaily  News,  Oaily  Telegraph,
Daily  Expreß  und  andere  Tageszeitungen  mehr  warfen  der
Regierung  auf  das  heftigste  ihr  gemeinsames  Vorgehen  mit  uns
vor,  und  es  kann  nicht  zweifelhaft  sein,  daß  sie  dabei  nicht  den
Gedanken  des  Ministeriums  Balfour,  sondern  den  seelischen
Stimmungen  Ausdruck  gaben,  die,  wie  man  in  diesen  journalistischen
  Kreisen  wohl  wußte,  in  König  Eduard  lebendig  waren.
Balfour  war  in  einer  Rede,  die  er  am  13.  Februar  1903  in