Full text : Deutsches Kolonialblatt. XII. Jahrgang, 1901. (12)

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Rachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deuisch-Pltafrika.

Usabs.ar-  Eisenbahn
Bericht  über  die  Monate  Juli  bis  September  1900.

A  Betrieb  der  Strecke  Tanga—Muhesa.

Der  Wagenpark  wurde  durch  Einstellung  von
zwei  Lokomotiven  und  sechs  vierachsigen  Drehgestell-Niederbordwagen
  vermehrt.

Außer  dem  fahrplanmäßigen  täglichen  Zuge  in
jeder  Richtung  wurden  Materialzüge  eingelegt,  so
daß  in  der  letzten  Hälfte  des  Vierteljahres  täglich
mit  Ausnahme  der  Sonntage  in  jeder  Richtung  zwei
Züge  fuhren.

Infolge  der  vermehrten  Fahrgelegenheit  stieg
auch  die  Menge  der  beförderten  Personen  und  Privatgüter
  und  dementsprechend  auch  die  Einnahme,  die
in  diesem  Vierteljahr  das  Doppelte  der  Einnahme
der  entsprechenden  Periode  des  vorigen  Rechnungsjahres
  betrug.  Als  besonders  erfreulich  kann  die
Hebung  des  Personenverkehrs  der  Eingeborenen  betrachtet
  werden.

B.  Neubaustrecke  Muhesa  —Korogwe.

Die  Erdbewegung  ist  nunmehr  der  Hauptsache
nach  beendet.  Neben  den  Arbeiten  am  eigentlichen
Bahnkörper  kamen  recht  erhebliche  Erdarbeiten  bei
verschiedenen  Bachverlegungen  zur  Ausführung.  Am
Kiuhui,  wo  das  Hochwasser  im  Mai  dieses  Jahres
den  Bahnkörper  zerstörte,  wurde  eine  Bachregulirung
  von  3  km  Länge  ausgeführt.  Die  Böschungen
des  neuen  Bachbettes  sind  an  den  gefährdeten  Stellen
mit  Steinpackung  versehen.  Auch  an  vielen  anderen
Plätzen  wurden  die  Böschungen  des  Bahnkörpers
ducch  Pflasterung  gesichert.  Die  Nacharbeiten  am
Erdbau  werden  noch  mehrere  Monate  andauern.
Jedenfalls  werden  aber  die  Erdarbeiten  Anfang  1901
vollkommen  beendet  sein  und  die  Brückenbauten  insoweit,
  daß  mit  dem  Geleisebau  am  1.  April  n.  J.
die  Ninssystation  (etwa  Kilometer  70)  erreicht  sein

 

Bedeutung  bekommen,  weil  die  Kaffeeplantagen  Ost-Usambaras
  neuerdings  planen,  hier  ihren  Anschluß
an  die  Bahn  zu  suchen.  Die  Entfernung  der  Station
von  der  zunächst  gelegenen  Prinz  Albrecht-Plantage
(Quamkoro)  beträgt,  in  der  Luftlinie  gemessen,  nur
7,5  km,  und  die  sämmlichen  anderen  Plantagen  find
von  Quamkoro  in  etwa  zwei  Stunden  zu  erreichen.
Dieser  Anschluß  bietet  daher  gegenüber  dem  alten
Wege  von  Derema  (Union)  nach  Muhesa,  welcher
etwa  30  km  lang  ist,  eine  wesentlich  kürzere  Verbindung.
  Kommt  diese  zu  Stande,  so  bleibt  Muhesa
nur  noch  Anschlußstation  für  die  Kaffeeplantage  Magrotto,
  und  müßte  die  Niussystation  eine  Erweiterung
erfahren.

Im  Lause  der  Berichtsperiode  fand  ein  starker
Zuzug  von  europäischem  Handwerkerpersonal  (ausschließlich
  Jtalienern  und  Griechen)  statt,  die  größtentheils
  von  Djibouti  (französische  Somali-Küste)  kamen,
wo  sie  die  Arbeiten  der  feindlichen  Haltung  der  Eingeborenen
  wegen  verlassen  hatten.  Diese  Handwerker
wurden  zum  großen  Theil  von  den  hier  thätigen  Unternehmern
  angestellt,  einzelne  traten  auch  als  selbständige
  Unternehmer  auf  und  übernahmen  Maurerarbeiten
  und  die  Beschaffung  von  Schotter  für  den
Oberbau.  Auch  über  Mangel  an  farbigem  Arbeitspersonal
  wurde  in  diesem  Vierteljahr  von  den  Unternehmern
  nirgends  geklagt.  Da  die  Erdarbeiten  ihrem
Ende  entgegengehen,  so  ist  auch  in  Zukunft  ein  Mangel
an  Arbeitern  nicht  wieder  zu  erwarten,  obwohl  viele
Schwarze  nicht  mehr  zur  Arbeit  kommen,  seitdem
die  Schamben  wieder  für  reichliche  Nahrung  gesorgt
haben.

Die  Gesundheit  des  europäischen  Beamtenpersonals
  hatte  nach  dem  Einsetzen  der  trockenen
Zeit  etwas  weniger  unter  den  tropischen  Krankheiten
zu  leiden  als  früher.

Die  Erkrankungen  waren  in  fast  allen  Fällen
auf  Malaria  zurückzuführen.  Unter  dem  farbigen
Arbeiterpersonal  der  Verwaltung  und  der  Unternehmer
  kamen  verhältnißmäßig  nur  wenig  Er- 



 

 

 

 

 

 

wird.  Diese  Station  wird  voraussichtlich  erhöhte  krankungen  vor.
Betriebseinnahmen  der  Usambara--Eisenbahn.
A.  Gegen  Bezahlung.
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1  In  der  Zeit  Raases  aomen  Fisnen  Rupie  *  in  Summa
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Ausfuhr  Oö7’  -  68  120  2500  24881  02  3  483  23
1  22  671
»  30.  September  l  sl  I
Einfuhr  1.  Juli  1900  1900  136  000  28256  80  15  664  61  21  930  45
Ausfuhr  Q¾  .  1057202663,s,  3433.26480656.
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