Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1829. (6)

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unter  den  Fuͤchsen  und  uͤber  die  dabei  bisher  gemachten  Erfahrungen  sieht  man  sich  zu
nachstehenden  polizeilichen  Verfuͤgungen  veranlaßt:
1)  Wenn  ein  Fuchs,  bei  dem  man  Ursache  zu  haben  glaubt,  ihn  mit  der  wuthartigen

  Krankheit  behafret  zu  crachten,  einen  Menschen  oder  ein  anderes  Thier
verletzt  hat,  so  ist  hievon  der  Orts-Obrigkeit  ungesäumt  eben  so  die  Anzeige
zu  machen,  wie  wenn  die  Verletung  durch  ein  anderes  der  Wuth  verdächtiges
Thier  bewirkt  worden  wäre.

2)  Die  Bestimmungen  der  NF.  2,  3  und  4  der  Ministerial-Verfügung  vom  2.  Ja-5



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nuar  1325  (Reg.  Blatt  von  1624,  S.  4  und  5),  wonach,  wenn  ein  der  Wuth
verdächtiges  Thier  einen  Menschen  oder  ein  anderes  Thier  gebissen  hat,  oder
die  Umstände  wenigstens  einen  Zweifel  hierüber  übrig  lassen,  dasselbe,  insofern
es  lebend  beigebracht  werden  bonnte,  von  Polizei  wegen  einzusperren  und  zu
beobachten,  und  mittlerweile  das  gebissene  Thier,  wenn  der  Eigenthümer  nicht
seine  Tödtung  vorzieht,  auf  seine  Kosten  ohne  Gefahr  für  Andere  eingesperrt
zu  halten,  insofern  aber  jene  Beifahung  nicht  thunlich  seyn  sollte,  auf  die  zuerst
  bemerkte  Weise  mit  dem  gebissenen  Thiere  selbst  zu  verfahren  ist,  fündet
auch  bei  krank  erscheinenden  Füchsen,  besonders  aber  dann  Anwendung,  wenn
sie  einen  Menschen,  einen  Hund  oder  eine  Kaße  gebissen  haben.

Die  im  F.  5  gedachter  Ministerial-Verfügung  enthaltene  Vorschrifr,  daß  ein
todt  beigebrachted,  oder  während  der  polizcilichen  Einsperrung  gestorbenes,  der
Wuth  verdächtiges  Thier,  bei  dem  nicht  die  volle  Gewißheit  vorliegt,  daß  es
weder  einen  Menschen,  noch  ein  anderes  Thier  verleht  habe,  in  Beiseyn  des
Oberamts-Arztes,  oder  bei  dessen  Verhinderung  in  Gegenwart  eines  sachkundigen
  Wund=  oder  Thier-Arztes,  durch  den,  Klee-Meister  von  Polizei  wegen
gedffnet  werden  soll,  fällt  jedoch  bei  krank  erscheinenden  Füchsen  gänzlich  weg.
Eine  Uebernahme  der  durch  eine  solche  Oeffnung  verursachten  Kosten  auf  eine
öffentliche  Kasse  findet  daher  nicht  Katt.

Getödtete,  oder  während  der  Einsperrung  gestorbene,  für  krank  gehaltene
Füchse  sind  dagegen  in  allen  Fällen  unter  polizeilicher  Aufficht  mit  Haut  und
Haaren  gehbrig  zu  verscharren.  Auch  bei  ihnen  gilt  daher  die  am  Schlusse
der  Ministerial-Verfügung  vom  4.  Februar  1828  (Reg.  Blatt  von  1628  S.5)