Full text : Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Erster Band Zweite Hälfte.

826  Die  Akademiker  im  Zeitalter  Frirevrıcn  Wirners's  III.

wertlivolle  Bereicherung  der  Systemkunde  darstellte.«  Die  Abhandlungen
  der  Akademie  hat  Kuntu  durch  zahlreiche  Monographieen
über  einzelne  Pilanzengattungen  bereichert.  Nach  seinem  Tode  —
er  wurde  in  den  letzten  Jahren  seines  Lebens  schwermüthig  und
legte  in  einer  dunkeln  Stunde  ‚Hand  an  sich  selbst  —  kaufte  der
Staat  sein  Ilerbarium  an,  »eine  der  reichhaltigsten  Sammlungen,
die  je  ein  Privatmann  besessen  hat,  einen  grossen  Schatz  unpublieirten
  Wissens  repräsentirend«.  Sie  umfasste  im  Ganzen  55000  Arten
  und  documentirte  Kuxtn’'s  »aussergewöhnliches  Geschick,  unbenannte
  Pflanzen  richtig  unterzubringen'«.

8.

Die  Zoologie  und  Anatomie  war  in  der  Akademie  durch  LicnTEn-STEIN,
  RupoLpım,  EurEngere,  Krus,  (ÖLFERS)  und  JoHannes  MÜLLER
vertreten”.  Lichtenstein  (geb.  10.  Januar  1780  zu  Hamburg,  gest.
3.  September  1857)”  hatte  nach  IrLicer’s  Tode  (1813)  das  Directorat
des  Zoologischen  Museums  übernommen.  Er  war  damals  eben  aus
Südafrika,  wo  er  als  Stabsarzt  im  holländischen  Bataillon  hottentottischer
  leichter  Infanterie  gedient  hatte,  zurückgekehrt  und  hatte
seine  »Reisen  im  südlichen  Afrika«  (1810/11)  erscheinen  lassen‘.

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Dass  Cuasısso,  am  Botanischen  Garten  angestellt  und  als  Botaniker  in  die
Akademie  auf  ALEXANDER  von  Hunsorpr’s  Vorschlag  im  Jahre  1835  aufgenommen,
durch  einen  frühen  Tod  ihr  entrissen  worden  ist  (21.  August  1838),  olıne  Untersuchungen
  aus  diesem  seinem  Fache  in  ihren  Abhandlungen  veröffentlicht  zu  haben,
ist  oben  S.784  bemerkt  worden.  Aber  vorher  hatte  er  nicht  nur  geschätzte  botanische
  Studien  herausgegeben  (s.  ScaLecurenpar  in  der  Zeitschrift  »Linnaca«  1839
Bd.ı3  H.ı),  sondern  sich  auch  auf  anderen  naturwissenschaftlichen  Gebieten  sowie
durch  seine  wissenschaftliche  Reise  um  die  Welt  (1815-1813)  einen  Namen  geınacht.
  Vergl.  pu  Boıs-Reyuonp’s  Festrede  auf  Caanmısso  am  28.  Juni  1888  S.675  ff.

?  Vergl.  Eı.uarp  Schutze,  Die  Zoologie  in  Berlin,  Vortrag  (Nationalzeitung,
18.  Juni  1892).  —  Auf  die  Bedeutung  Cuanısso’s  für  die  Zoologie  (durch  Beobachtung
  des  Generationswechsels  bei  den  Salpen)  macht  pu  Bois-Reyrsond  aufmerksam
  in  seiner  Festrede  (a.  a.  OÖ.  S.686  fl.);  ebendort  beschränkt  er  zwar  das  Verdienst,
  das  sich  Cuasısso  um  die  richtige  Auffassung  der  Entstehung  der  Koralleninseln
  erworben  hat,  hebt  aber  seine  Bedeutung  für  die  Anthropologie  (Mikronesien)
kräftig  hervor.

®  Vergl.  ALEXANDER  voN  llusporLpr,  Rede  bei  der  Aufstellung  der  Büste  des
Geh.  Medicinalraths  Prof.  Dr.  Lich  vensrein  in  dein  Zoologischen  Museum  am  26.  April
1852,  Hess  in  der  Allgemeinen  Deutschen  Biographie  Bd.ı8  S.  556  f.

*  In  Niesehr,  »Lebensnachrichten«  Bd.]  S.443,  heisst  es  (Brief  vom  3.  Juni
1810):  »Jetzt  befindet  sich  hier  ein  afrikanischer  Reisender,  Licmrenstein,  der  Sohn
des  Helinstädters.  Sie  werden  in  den  geographischen  Ephemeriden  eine  Nachricht
von  seiner  Entdeckungsreise  in’s  Kafferland  bis  unter  den  Wendezirkel  gelesen