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gepriesen. Im Theater spielte er auf der Bühne und
in den Logen die Heldenrollen, in keiner Gesellschaft
durfte er fehlen. Er sah sich um unter den
rcichen Töchtern des Landes und griff tapfer zu.
Zuerst der bürgerliche Offizier, doch vor 20 Jahren
verschloß auch der adlıge Offizier sein Vorurteil ın
der Rokkoko-Kommode und machte dem bürgerlichen
Kameraden erfolgreiche Konkurrenz. Die
Geldheirat ist eine Art Zubehör des bunten Rockes
gcworden und ein offen betriebenes Geschäft. Die
Liebe hat ıhre Blindheit mit dem scharfen Auge des
Kaufmanns vertauscht. Die Zahl der Geldheiraten
beziffert sich nach Tausenden, und — ein preudischer
Kriegsminister bestritt ihre Existenz. Durch
geistige Vorzüge hat sich der Leutnant diese Stellung
nicht erobert. Aber schließlich wäre er ein Narr,
wenn er den eitlen, rückgratlosen, bürgerlichen
Emporkömmling seinen pekuniären Zwecken nicht
dienstbar machte. Wie soll er sich sonst Geld crwerben,
und wer entschädigt ihn für den Ausfall?
Er sichert sich Wohlleben und Position, zwei
ciringende Erfordernisse der ‚Neuzeit‘, denn der arme
Leutnant steht auf schr unsicheren Füßen. Was ıst er
ohne Geld und ohne bunten Rock bei seiner einseitigen
Bildung und Lebensauffassung ? Kein Mensch
reflektiert auf ihn. Vom Standpunkte der Armec
jedoch ist dieser Zustand gefährlich, denn der reiche
Kamcrad korrumpiert schon ohne Absicht durch Erweckung
von Neid, durch Nachahmung und Verwöhnung.
Er selbst verwöhnt natürlich auch, und
aus diesem Holz werden die Helden zumeist nicht
geschnitzt. Eine alte Erfahrung lehrt, daß Reichtum
nicht tollkühn macht und nur selten veredelt, zumal
so erworbener. Das Streben nach Geld und Genuß