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ned. Der glaubte, wie fein Lehrer Snfrates, dab der Menjch teito glüdiicher
jet, je wentger er bevürfe — und wohnte darum nicht in einem Hufe, Jondern in
einem Faß. Der König Alegander, der von ihm gehört Hatte, ging zu Ihm. Er
{ag gerade tn feiner Tonne, um fih an ber Sonne zu wärmen. Der König
dachte, er würbe doch nufftehen und Ihm entgegenfommen. Aber Diogenes EBlich
Itegen, al3 wenn die Ankunft ded Königs gar nichts DVefondered fei. Alexander
redete Tange mit ihm, und fand feine Antworten jo treffend und geiftreich, Daß er
Freundlich zu ihm fagte: „Kann Ich dir eine Gunft erweifen?” — „Ial” ant:
wortete Diogenes, „tritt mir ein wentg aus der Sonnel” Da erkannte ber König,
daß er einen Mann gefunden hatte, welcher weder Geld, noc) fchöne Stleiber,
noch fonftige Herrlichfeiten begehrte, jonbern mit Wentgem zufrieden war; und er
fagte zu den Umitehenden: „Wahrlich, wenn ich nicht Alegander wäre,
fo mödte ih wohl Diogenes fein!"
Mit glübendem Eifer begann Alegander nun die Eroberung de3 perfifchen
Neiched. Don Europa feßte er nach) After über den Hellespont. SHler traf ev
mit den Perfern anı Flübchen Grantfu3 zufammen. Seine Feltherren iiber:
riethert e8, im Angelicht des Felnded über ven Fluß zu gehen; aber Mleyanber antwortete:
„Der Hellespont würbe fi) ja jchämen, wenn wir biefed Slühchen fürd):
teten.” ‚Mit diefen Worten ftürzte fiy der fühne Süngling in den luß; feine
Macedonter folgten, und glüflich wurde das jenfeitige Ufer erreicht. Sogleicd
begann auch der Kanıpf, und faft hatte Alegander hier fein Leben verloren, Denn
zwwet perfifche Führer Iprengten auf ibn lo8, hieben ihm auf den Kopf, Daß ber
Helm zeriprang, und jcehon hob der eine den Arm empor, um ihm ven Kopf au
ipalten. Da, in dem gefährlichen Augenblide, fprengte Mlexander3 Feldherr
Klitus Herbet und fchlug mit einem Streiche dem Verfer den rechten Arın herunter,
daß Schwert und Arm zugleich Herabfielen. Aleganders Leben war gerettet.
Die Eroberung Kleinaftens war die Frucht Diefe8 Siened. Im Süpofter
diefer Halbinfel lag die Stadt Zarfus, melde von dem Chonus durchfloffen
wird. Hier Fam Mlegander bei großer Hike an, mit Staub und Schweiß bebedt.
Da8 Flare MWaffer des Fluffes Iub thn zum Babe ein. Aber faum war er
einige Minuten in demfelben, fo überfiel ihn ein heftiges Fieber, Ietchenblaß und
ziternd an allen Gltevern mußte er aud dem Babe getragen werden. Die Kran:
heit verjchlimmerte fich bald fo, daß die Arzte ihn verloren gaben, und feiner mehr
etwaß verorbnen wollte. Und doch war Mleganderd Genejung eben jeht fehr nöthig;
benn der perfifche König, Darius Codomannud, war mit einem großen Heere
im Anmariche. Da entfchloß fich fein treuer Arzt PHilippus, ein gefährliches,
aber entjcheidendes Mittel anzumenden. Während er damit befrhäftigt war, den Tranf
zu bereiten, erhielt Uleyander von feinem treuen General Parınenio einen Brief,
in welchem biefer ihm fehrieb: „Alexander, wenn bir dein Leben lieb ift, fo trau dem
Philipp nicht, denn er ift von Darius beftochen, daß er dic) vergiftel” — ler:
anber legte den Brief unter fein Kopffiffen. Philipp trat herein mit ruhiger,
freler Miene; mit fefter Hand reichte er Mlegandern den Becher, und biefer nahm
ihn mit ber einen Sand, mährend er mit ber andern dem Philipp den Brief
reichte. Während Philipp Ta, trank Alexander ruhig die Arznei. Der Arzt
war entrüftet über diefe Verläumbung; doch Alexander fuchte Ihn zu beruhigen
mit den Worten: „Der Ausgang wird Dich rechtfertigen.” Mirklic, fand Alerander
jchon am dritten Tage mieder an der Spike feines jubelnhen Seeres.
Unterbefjen war Darius Codomannus mit einem Heere von einer halten Mils
Hton berangerüdt, Bei dem Städtchen Zffus trafen die Heere auf einander;
aber troß der großen Iberzahl wurben die Verfer von den Macedontern gejchlas
gen. Dariud fprang aus feinem Wagen, Lie Mantel, Schild und Bogen zurüd,
warf fich auf fein Pferd und jagte, ohne anzubalten, Tag und Nacht fort. Seine
Mutter, feine Frau, zwei Töchter und ein Sohn, da® ganze Lager, voll von
ben größten Koftbarkeiten, fielen den Siegern in die Hände. Die gefangene
gamilie ded Darius Krach in Iautes Wehllagen aus, weil fie glaubte, bafı
Darius erfhlagen fe. Alexander aber tröftete fie und gab ihnen die Der;
fieperung, daß Darius noch lee. Er behandelte die hohen Gefangenen mit ber