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kann stolz sein auf diesc Schütze! Und sie betrachtet es als
eine Pllicht, den Bestand zu erhalten und noch zu mebren.
Sie zelgt uns ferner Tirteykleider, die schon über dreißig Jahre
getragen wurden und doch noch brauchbar sind. Der Anblick
einer so reichen Leinwandkammer zeigt uns, daß auch heute
noch der alte Spruch zutrifft:
Selbst gewonnen, selbst gesponnen, selbst gemacht,
Ist die beste Bauerntracht. «
155. Die Korbweidenzucht im unteren Rurtale.
Von Brüchmann und Birgelen.
In den freundlichen Tälern der unteren Rur und Wurm, in der
Gegend von Jülich, Geilenkirchen und Heinsberg, wuchsen die
Korbweiden seit Jahrhunderten in großer Menge wild an den Flußund
Bachufern. Die Bewohner dieser Täler haben die Weidenruten
schon von alters her zu den mannigfachsten Gebrauchsgegenständen
für den Haushalt und die Ackerwirtschaft verarbeitet. Das
geschah besonders in den Dörfern Brachelen und Hilfarth. Die Herstellung
feinerer Flechtwaren, die sogenannte Splißwirkerei, wurde
namentlich in den Orten Beggendorf und Süggerath bei Geilenkirchen
betrieben. Frübhzeitig entwickelte sich auch der Handel mit
Korbwaren. Auf den Jahrmärkten der Städte des Jülicher und
Cölner Landes fehlte selten der Korbwarenhändler. Wiederholt im
Jahre erschien er, wie man es heute noch zuweilen sieht, mit einem
Wagen voll Korbwaren im Dorfe und bot diese den Landleuten
zum Kauf an. Im Laufe der Zeit hob sich das Korbmacherhandwerk
derart, daß die Korbflechter Ende des sechzehnten Jahrhunderts
Zunftrecht und Innungsordnung erlangten. Bei Beginn des
vorigen Jahrhunderts verlor das Gewerbe der Korbmacher infolge
der Revolution in Frankreich und der französischen Herrschaft auf
dem linken Rheinufer seine Vorrechte und den Schutz des Innungsgesetzes
und sank allmählich immer tiefer. Seitdem aber die Korbflechter
sich mehr auf die Anfertigung von Kunstflechtwerk verlegt
haben und die gewöhnlichen Körbe in den Fabriken und Geschäften
bei dem Versand der Waren massenhaft benutzt werden, lebt dieses
Handwerk neu auf und ist ein geachtetes Gewerbe geworden.
Bei dem gesteigerten Bedarf an Korbwaren reichten die wildwachsenden
Weiden nicht mehr aus. Deshalb ging man vor etwa
60 Jahren im Kreise Heinsberg dazu über, die Weiden in Kultur-