282 FRelcherltterschaft. Grundherrliche Gefälle. Beede.
juristisches Unding sei, unfähig jeder rechtlichen Bedeutung
und Wirksamkeit. «
5.
Reichsritterschaft. Grundherrliche Gefälle.
Vgl. Bb. 12 S. 313.
Da die k. Deklaration vom 31. Dezember 1806,
über die Verhältnisse der vormaligen Reichsritterschaft
und ihrer Hintersassen zur Staatsgewalt in
Bezug auf grundherrliche Abgaben eine auphebende.
oder auch eine beschränkende Bestimmung nicht getroffen,
sondern sub Ziff. V lit. F die adeligen Gutsbesitzer
im ungestörten Genusse derselben ausdrücklich
belassen hat, so kann aus derselben auch nicht gefolgert
werden, daß den Gutsbesitzern nur die Erhebung
solcher Abgaben (als grundherrlicher) verbleiben
sollte, welche damals bereits durch rechtmäßiges.
Herkommen erworben und in ständige unveränderliche
Abgaben übergegangen waren. Unerheblich ist
es daher, ob die Gutöherrschaft die als Erbzinsen
in Anspruch genommenen Gefälle schon vor dem
Jahre 1806, oder erst nach diesem Zeitpunkte als
grundherrliche Abgaben erworben habe, denn im ersten
Falle sind sie durch die k. Deklaration völlig unberührt
geblieben, im zweiten Falle aber stand ihrer
Erwerbung die Deklaration wieder nicht entgegen,
weil diese rücksichtlich des Bezuges von grundherrlichen
Gefällen eine prohibitive Disposition nicht getroffen
hat, indem auch Dasjenige, was Ziff. V lit.
A Nr. 6 verordnet ist, nur von Steuern, nicht
aber von grundherrlichen Abgaben zu verstehen ist.
Dieses beweist nicht nur der Umstand, daß der
ganze Abschnitt jener Deklaration unter lit. A seiner
ausdrücklichen Ueberschrift zufolge lediglich das
Steuerverhältniß der adeligen. Gutsbesitzer und