Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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halten,  das  immer  nur  Baarschaft  haben  wollte.  Mömpelgard
  und  Hohentwiel  behielt  er  zwar  noch  immer,  aber  ersteres
  war  bald  verpfändet,  und  die  Erhaltung  der  letztern
Festung  erfoderte  noch  einen  Aufwand,  der  sich  mit  Hoff--nungen
  nicht  bestreiten  ließ,  und  doch  waren  es  nichts  als
Hoffnungen,  was  er  vom  Franzdsischen  Hofe  erhielt.  Wer
hätte  nicht  vermuthen  sollen,  König  Franz  werde  eine  Verbindung
  mit  dem  Teutschen  Fürsten,  der  Oesterreichischer
Erbfeind  seyn  mußte,  auf  das  begierigste  suchen,  aber  nicht
einmal  nach  Paris  zu  kommen  7)  wurde  ihm  erlaubt,  der
arme  Krauskopf  war  einmal  disseits  und  jenseits  des  Rheins
verrufen,  so  mächtig  hatten  Ulrichs  von  Hutten  Schriften
gewirkt.

Welch'  manche  bittere  Erinnerung  in  Ulrichs  Seele  aufgestiegen
  seyn  muß,  wenn  er,  der  vorher  immer  in  den
herrlichsten  Freuden  gelebt  hatte,  wie  der  gemeinste  Hülfsbedürftige
  nach  Brod  gehen  mußte,  wenn  ihm  selbst  Landgraf
Philipp  von  Hessen  nach  vergönntem  kurzen  Aufenthalt  bei
seinem  Hofe  den  lieben  Rath  gab  's),  auch  andere  Höfe  zu
besuchen,  und  übrigens  die  unmdgliche  Wahl  selbst  überließ,
wohin  er  weiter  gehen  solle.  Der  Hof  des  Herzogs  Henrich
von  Braunschweig  hätte  ihm  wohl  am  bereitwilligsten  offen
stehen  sollen,  aber  bei  wem  schmeckt  Gnadenbrod  bitterer  als
bei  einem  Schwager,  und  mit  dem  Braunschweiger  war
Ulrich  nie  gut  gestanden,  er  hätte  wohl  mehr  auf  seine  Liebe
zählen  können,  wenn  er  ein  Bruder  der  Eva  Trottin  gewesen
  wäre.  Von  seinem  einzigen  Sohn  und  von  seiner  ein-*)

  Satt  er  II.  Th.  S.  155.
*W)  S.  die  von  Herrn  Sattler  angeführte  Verantwortung  Lgr.  Philipps
  bei  Hortleder  B.  IV.  7.  S.  166.